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Ulm

11.05.2020

Dieser Monster-Kran wird mal höher als das Ulmer Münster

Die späteren Dimensionen dieses Krans siund auf diesem Foto nur zu erahnen. Er wird mal 170 Meter in den Himmel ragen.
Bild: Thomas Heckmann

Plus In der Ulmer Weststadt wird ein Monster-Kran aufgebaut, der 600 Tonnen heben kann. Grund ist der Abriss der Beringerbrücke, der alles andere als eine Kleinigkeit ist.

Seit kurzem wird in der Ulmer Weststadt ein Raupenkran aufgebaut, der gigantische Ausmaße hat, alleine die Ketten sind schon knapp zwei Meter breit und der Kranhaken wird auf rund 170 Metern Höhe sein können. Die theoretische Hublast von 600 Tonnen wird durch mehrere Hundert Tonnen Gegengewichte erreicht. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Auto wiegt nur etwas mehr als eine Tonne.

Der beschlossene Abriss der Beringerbrücke zwischen dem unteren Eselsberg und der Blaubeurer Straße über die Bahngleise wird nun so langsam sichtbar. Hinter den Baumärkten wird in gut drei Arbeitstagen ein Raupenkran zusammengesetzt, der für den Aufbau einer Rohrbrücke benötigt wird. Bevor im Sommer die nicht mehr sanierbare Beringerbrücke abgerissen werden kann, muss vor allem eine Fernwärmeleitung, die bisher an der Brücke befestigt ist, umgelegt werden.

Neue Brücke reicht über 40 Bahngleise

Östlich der Beringerbrücke sind bereits die Fundamente für eine Rohrbrücke gebaut, in der dreieckigen offenen Konstruktion wird eine Hauptleitung der Ulmer Fernwärmeversorgung für die Innenstadt und Böfingen eingesetzt. Da die neue Brücke über 40 Bahngleise überspannt und über 250 Meter lang wird, wird auch der Aufbau entsprechend kompliziert, denn auch der laufende Bahnbetrieb im Rangierbahnhof, im Bahnbetriebswerk und auf der Bahnstrecke Ulm-Ehingen muss so gut wie möglich weiter laufen.

Seit Freitagmorgen liefern zahlreiche Sattelschlepper den in Einzelteile zerlegten Kran an. Jeweils über elf Meter sind die beiden Raupenfahrwerke lang, alleine das sind schon zwei Lkw-Ladungen. Dazu kommen dann der Antrieb, die Krankabine, die Seilrollen, ganz viele Auslegerteile, eine Drehbühne und ein Schwebeballast. Mit dem langen Kran können weite Teile der Bahngleise überspannt werden, um die Rohrbrücke aufzubauen.

Gegengewicht des Mega-Krans

Damit der Kran unter der Last nicht kippt, sind die Gegengewichte genau berechnet. 50 Tonnen Stahlgewichte kommen zwischen die Raupenfahrwerke, 165 Tonnen Gewicht werden hinten an den Kran gehängt. Über einen rückseitigen Ausleger und zahlreiche Umlenkseile wird 15 Meter hinter dem Kran ein Schwebeballast frei hängen, der auf seiner Tragbühne 325 Tonnen Gewicht aufgeladen hat.

Damit der zehn Meter breite Mobilkran keine Schäden hinterlässt, wurde die Ladestraße nördlich der Blaubeurer Straße dick mit Schotter geschützt und auch für den Fahrweg in die Bahngleise hinein wird zusätzlich Schotter aufgeschüttet.

Am Mittwochmittag muss der Raupengitterkran unbedingt einsatzbereit sein, denn die Sperrung von Bahngleisen ist mit einem aufwendigen Genehmigungsprozess verbunden.

Nach der Montage der ersten Teile der Rohrbrücke wird der Kran wieder teildemontiert und gut einhundert Meter versetzt wieder aufgebaut, um auch den Rest der Rohrbrücke montieren zu können. Ab dem Sommer starten dann die noch aufwendigeren Demontagearbeiten an der alten Beringerbrücke.

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