Newsticker

Staatsregierung mahnt: Corona-Regeln gelten auch für Nikolaus
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein Buffet des guten Gewissens

Senden

12.11.2017

Ein Buffet des guten Gewissens

Den Genuss aus nachhaltigem und verantwortungsvollem Handel will die Stadt Senden unter dem Fair-Trade-Siegel handeln.
Bild: Andreas Brücken

Senden will Fair-Trade-Stadt werden. Vom Stadtrat gab es dafür schon Zustimmung – jetzt wurde das Projekt mit einem kleinen Imbiss im Bürgerhaus vorgestellt.

Limonaden, Weine und die verschiedensten Sorten von Schokolade stehen auf dem Büffet im Sendener Bürgerhaus. Gemeinsam haben die Produkte, dass sie unter menschenwürdigen und nachhaltigen Bedingungen produziert wurden. Auch die Stadt Senden will sich zur Idee des fairen Handels bekennen. Rund 50 interessierte Besucher wollten dabei sein, als der Startschuss zur Fair-Trade-Stadt gegeben wurde. Bereits vor einem Jahr haben die Mitglieder des Stadtrates dem Vorhaben zugestimmt. Fünf verschiedene Kriterien müssen dafür erfüllt werden.

Neben dem gefassten Ratsbeschluss soll eine Steuerungsgruppe gegründet werden, die die Aktivitäten in Sachen Fair-Trade-Stadt koordiniert. Entsprechende Angebote in Einzelhandel und Gastronomie, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen von Vereinen, Schulen oder Kirchengemeinden gehören ebenfalls dazu.

Immer mehr Menschen kaufen inzwischen faire Produkte

Das Angebot, das unter dem Fair-Trade-Siegel gehandelt wird, erstreckt sich fast über den gesamten Lebensmittelbereich, erklärt Felicitas Smith, die als Eine-Welt-Promoterin arbeitet. Und sie gibt zu, dass der Kaffee zu Beginn der 1970er-Jahre noch nicht besonders gut geschmeckt hat. Doch gerade in den vergangenen zehn Jahren habe sich auf der Angebotspalette einiges geändert. Deshalb habe sich der jährliche Gesamtumsatz allein in Deutschland in dieser Zeit von 193 Millionen auf aktuell rund 1,3 Milliarden Euro gesteigert.

Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Menschen mit ihrer Konsumentscheidung dazu beizutragen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Produzenten zu ermöglichen. Doch nach den durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für fair gehandelte Waren sei noch viel Luft nach oben. Ein Blick in die Statistik von „Forum Fairer Handel“ zeigt, dass jeder deutsche Verbraucher durchschnittlich 16 Euro ausgibt. In der Schweiz sind das 57 Euro.

Schon bald könnte Senden Fair-Trade-Stadt sein

Bürgermeister Raphael Bögge stellte sich hinter das Projekt. Der Kaffee in seiner Amtsstube sei schon aus fairem Handel und auch die Jubilarsgeschenke, wie Wein oder Süßigkeiten, tragen in Senden das Fair-Trade-Siegel. Damit zeigte Bögge die Kehrseite der Medaille auf. Bei aller Begeisterung für die Fair-Trade-Stadt dürften die Produkte der Region nicht vergessen werden. Die Stadt könne sich das Fair-Trade-Siegel wohl schon in wenigen Tagen anheften, sagte Bögge.

Pfarrer Stephan Spiegel zeigte sich dagegen eher etwas zögerlich. Erst als er von Bürgermeister Bögge angesprochen wurde, ließ er sich dazu hinreißen, dem Projekt zumindest im Gebet beizustehen und sich, wenn es sein voller Terminkalender zulässt, auch in der Steuerungsgruppe einzusetzen. Doch hier konnte Smith beruhigen. Diese Treffen seien nicht regelmäßig, sondern nur nach Bedarf.

Der faire Handel hat in Senden übrigens schon eine lange Tradition. Denn die Mitarbeiter im Weltladen verkaufen seit mehr als 20 Jahre Artikel mit diesem Siegel. Dass fair gehandelte Produkte in Zukunft nun auch in weiteren Läden der Stadt zu haben sein sollen, findet Leiterin Nicola Schreier gut. Schließlich habe sich das Ladenteam auch für eine Bewerbung ausgesprochen, um den Gedanken des fairen Handels zu unterstützen. Auch im Buchladen finden sich zwischen Romanen und Fachliteratur seit einigen Jahren faire Artikel wie Schals und Tücher.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren