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Einen Sting gibt es in Neu-Ulm nicht jedes Jahr

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Kommentar Von Marcus Golling
03.11.2019

Dass Weltstar Sting nach Neu-Ulm kommt, ist ein besonderer Erfolg. Doch dass solche Konzerte keine Ausnahme bleiben, hängt nicht nur von den Veranstaltern ab.

Ein bisschen Genugtuung mag Carlheinz Gern derzeit verspüren. Schließlich konnte er vor wenigen Tagen mit Sting einen Weltstar für den 27. Juni 2020 im Wiley-Sportpark ankündigen, den er und seine Geschäftspartner von Allgäu Concerts eigentlich schon für 2019 verpflichtet hatten – bis die Stuttgarter Jazzopen deutlich mehr Geld boten und so Gern einen Strich durch die Rechnung machten. Ironie am Rande: Der Auftritt in der Landeshauptstadt fiel dann wegen Krankheit des Sängers aus. Hoffentlich haben die Neu-Ulmer 2020 mehr Glück als die Stuttgarter.

Lesen Sie dazu auch: Sting im Sportpark: Was die Fans erwarten dürfen

Der Fall Sting zeigt, mit welchen Bandagen im Konzertgeschäft derzeit gekämpft wird. Viele Veranstalter balgen sich um die wenigen Künstler, die sicheren Umsatz und Gewinn versprechen. Zumal einer wie der frühere Police-Frontmann Sting eine ältere, bekanntermaßen zahlungskräftige Zielgruppe anspricht. Die Künstler und ihre Agenten haben dadurch leichtes Spiel: Sie können einen Interessenten gegen den anderen ausspielen – und die Preise hochtreiben. Auf dem Live-Markt wird das Geld verdient, das mit Tonträgerverkäufen schon lange nicht mehr zu machen ist. Das merkt die treue Kundschaft auch an den gestiegenen Ticketpreisen.

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Neu-Ulm: Die Fans müssen mitziehen, damit Sting im Wiley keine Ausnahme bleibt

In diesem Spiel sehen Konzertstandorte wie Ulm/Neu-Ulm zumeist alt aus. Bei Hallentourneen lassen die internationalen Stars diese links liegen und konzentrieren sich lieber auf Metropolen und große Ballungsräume. Das kann man auch am umfangreichen, aber praktisch komplett deutschen Konzertprogramm der Ratiopharm-Arena sehen. Und auch in der Freiluftsaison ist der Wettstreit um die Stars längst ein Problem für die Veranstalter vor Ort. Das sieht man auch beim Open Air auf dem Münsterplatz, wo in den vergangenen Jahren nur selten Bands aus dem Ausland auftraten.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Sting im Wiley spielen soll. Damit der Auftritt keine Episode bleibt, müssen aber auch die Fans mitziehen. Das bislang letzte Konzert im Wiley, Bryan Adams, war 2017 für die Organisatoren ein Minusgeschäft. Es ist nicht nur schwierig, einen bekannten Künstler nach Ulm oder Neu-Ulm zu locken. Es ist auch schwierig, genügend Besucher für so eine Veranstaltung zu begeistern.

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