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Neu-Ulm

14.08.2019

Festival "Kultur auf der Straße": Neu-Ulm will noch höher hinaus

Bei „Kultur auf der Straße“ können die Besucher artistische Höchstleistungen unter freiem Himmel erleben, zum Beispiel vor dem Neu-Ulmer Rathaus.
Bild: Alexander Kaya

Am Wochenende erobern bei „Kultur auf der Straße“ wieder Akrobaten, Zauberer und Clowns die Innenstadt. Diesmal dauert der Spaß sogar zwei Tage – und bietet einige Neuerungen.

Mareike Kuch von der Stadt Neu-Ulm hat fast immer ein paar Euro als Münzen im Portemonnaie. Sie habe es sich angewöhnt, immer Kleingeld dabei zu haben, sagt sie, damit sie die Arbeit von Straßenkünstlern belohnen kann. Für das kommende Wochenende wünscht sich die Organisatorin des städtischen Kulturprogramms, dass es ihr möglichst viele Menschen gleich tun: Dann findet zum dritten Mal das Festival „Kultur auf der Straße“ statt, etwa 40 Straßenkünstler verwandeln dann die Neu-Ulmer Innenstadt in eine große Bühne – diesmal wegen des Stadtjubiläums sogar zwei Tage lang: am Samstag, 17. August, von 14 bis 23 Uhr und am Sonntag, 18. August, von 12 bis 21 Uhr.

2018 waren es Schätzungen zufolge 7000 bis 8000 Menschen, die bei freiem Eintritt zwischen Petrusplatz und Heiner-Metzger-Platz die Darbietungen von Akrobaten, Zauberern und Spaßmachern verfolgten. Und dieses Jahr könnten es, hofft Kuch, noch ein paar mehr werden: Durch die Verlängerung auf zwei Tage „haben die Besucher endlich Zeit, die Auftritte aller Künstler zu besuchen“ – diese bleiben nämlich allesamt zwei Tage lang in Neu-Ulm und zeigen ihre Programme noch häufiger.

Die Künstler in Neu-Ulm kommen auch aus Asien und Amerika

Die Künstler kommen nicht nur aus europäischen Ländern, sondern auch aus Amerika und Asien, beispielsweise aus Argentinien, Brasilien, Kanada und Japan. „Wir sind absolut international“, freut sich Kuch, die sich gut über die Gäste informiert hat, etwa durch Clips auf YouTube. Etliche kennt sie aber auch aus eigenen Ansehen – weil sie schon bei einer der ersten Ausgaben dabei waren. Neu-Ulm hat sich offenbar ein Renommee erarbeitet, es gab etwa 100 Bewerbungen. Wie bei anderen vergleichbaren Festivals bekommen die Künstler lediglich Unterkunft, Verpflegung und eine Anfahrtspauschale. Die Gage müssen sie sich über den Hut verdienen, weshalb Kuch den Schwaben zu Großzügigkeit rät: „Es sind tolle Shows, die man sonst nicht in Neu-Ulm oder Ulm erlebt. Wenn es einem richtig gut gefällt, darf man ruhig auch mal einen Schein in die Hand nehmen.“

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Bei "Kultur auf der Straße" gibt es Preisgeld zu gewinnen

Wer sich besonders anstrengt, hat allerdings noch eine weitere mögliche Einnahmequelle: Preisgeld. Diesmal gibt es drei Jurypreise, je einen für Straßentheater-Ensemble, Straßentheater-Solo und für Musik, jeder dotiert mit 1000 Euro. Dazu kommt der Publikumspreis von 500 Euro. Besucher können mit Formularen, die an allen Essens- und Getränkeständen ausliegen und auch abgegeben werden können, ihre Favoriten wählen – und dabei auch selbst Gutscheine für das Neu-Ulmer Donaubad gewinnen. Sowohl der Gewinner des Publikumspreises als auch die Gewinner der Jurypreise präsentieren sich zum Abschluss des Festes am Sonntag um 20 Uhr nochmals auf der Bühne am Rathausplatz.

Noch mehr Street Food als bisher beim Festival in der Neu-Ulmer Innenstadt

Apropos Stände: Das Street-Food-Angebot soll dieses Jahr noch reichhaltiger ausfallen als zuletzt, 24 Anbieter sind vertreten, das kulinarische Repertoire reicht vom Falafel bis zur Maultasche, von der Waffel bis zum Pulled-Pork-Burger. Um die Betreiber zur Müllvermeidung zu motivieren, hat die Stadt einen Nachhaltigkeitspreis ausgeschrieben, der vorbildlichste Stand bekommt eine Urkunde und 100 Euro dazu. „Wir hoffen, dass viele auf das Thema Nachhaltigkeit aufspringen, das ist uns sehr wichtig“, sagt Kuch.

Was das Gelände angeht, hat sich nur wenig geändert. Die zwölf Spielflächen befinden sich, grob gesagt, auf Heiner-Metzger-Platz (wo der Schwerpunkt auf Kinderprogramm liegt), Ludwigstraße, Rathausplatz, Johannesplatz und Petrusplatz, wobei Letzterem wegen des späteren Festivalstarts am Samstag eine größere Rolle zukommt: Weil der Wochenmarkt dann schon vorbei ist, kann „Kultur auf der Straße“ auch dort sofort loslegen. Für Organisatorin Kuch ist der Petrusplatz wegen seiner Lage wichtig: „Wenn jemand aus Ulm rüberkommt, sieht er gleich, dass in Neu-Ulm etwas los ist.“ Die Friedensstraße hingegen hat sich die Aufnahme ins Programm vergangenes Jahr nicht ausgezahlt, sie wird 2018 nur noch zwischen Ludwigstraße und Ottostraße für den Verkehr gesperrt. Dafür gibt es jetzt am Eingang zum Bayerisch Hofgässchen eine Spielfläche für Straßenmusik.

Ob das Zwei-Tages-Format auch in Zukunft erhalten bleibt, weiß Kuch noch nicht. Doch „Kultur auf der Straße“ wird immer bekannter, und um diese Entwicklung etwas anzuschieben, setzt die Stadt auf soziale Medien. Neu ist ein Instagram-Hotspot an der VR-Bank in der Ludwigstraße, an dem sich die Besucher selbst fotografieren können. „Meine Mädels haben in den letzten Tagen fleißig gebastelt und dekoriert, das wird ein cooles Teil“, sagt die Organisatorin stolz. Die Bilder können und sollen die Besucher dann auf das Netzwerk Instagram hochladen, dafür sind die Hashtags #kulturaufderstrasse und #kadsnu reserviert. Die Idee: Noch mehr Menschen sollen erfahren, wie viel bei dem Neu-Ulmer Festival geboten ist.

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