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Nersingen

20.05.2015

Flüchtlingsheim in Nersingen ist im Juli bezugsfertig

In diesem ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Bibertaler Straße sollen am Juli 90 Flüchtlinge untergebracht werden.
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In diesem ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Bibertaler Straße sollen am Juli 90 Flüchtlinge untergebracht werden.
Bild: Alexander Kaya

In zwei Monaten werden 90 Asylbewerber in Unterfahlheim untergebracht. Gestern Abend informierten daher Gemeinde und Landratsamt über die neue Unterkunft. Eine Übersicht über die zentralsten Fragen...

Zwischen Unterfahlheim und Straß werden ab Anfang Juli in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude 90 Flüchtlinge untergebracht. Landkreisweit gesehen hat die Gemeinde ebenso wie Elchingen die meisten Flüchtlinge in einer Unterkunft. Wie die Situation in zwei Monaten aussehen wird und wie sich jeder Bürger selbst einbringen kann, darüber haben gestern Abend Vertreter der Gemeinde und des Landratsamtes etwa 100 Bürger in der Gemeindehalle informiert. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen:

Wie viele Asylbewerber kommen im Juli nach Unterfahlheim? Und woher kommen sie?  Wie Karen Beth und Martin Mommers, die am Landratsamt für Flüchtlingsangelegenheiten zuständig sind, erklärten, werden 90 Asylbewerber in dem zweistöckigen Gebäude an der Bibertalstraße untergebracht. Die überwiegend jungen Männer stammen laut Beth meist aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und dem Irak.

Wie sieht die Unterkunft aus? Ein Unternehmer aus Nersingen vermietet das derzeit leer stehende Verwaltungsgebäude an den Landkreis. In voraussichtlich 28 Zimmern werden sich etwa zwei bis vier Personen ein Zimmer teilen. Im Erdgeschoss soll es laut Mommers eine Küche geben, auf jeder Etage einen Waschraum. Bis die Unterkunft bewohnbar ist, müsse noch einiges getan werden: „Es muss ein zweiter Rettungsweg eingerichtet werden, außerdem eine Brandschutztüre und andere Brandschutzmaßnahmen“, sagte Mommers gestern Abend. Zudem würde beispielsweise der Herd mit einer automatischen Abschaltung ausgestattet, damit keine erhöhte Brandgefahr bestehe.

Wie kann sich jeder Bürger um die Flüchtlinge bemühen?Sowohl bei der etwa zweieinhalbstündigen offenen Gesprächsrunde gestern Abend als auch am Montagabend bei einer Infoveranstaltung unter möglichen freiwilligen Helfern gab es Tipps, wo Unterstützung gebraucht wird. Wie sich an beiden Abenden herausstellte, möchte Nersingen sich am Vorbild Elchingen orientieren. Dort leben seit eineinhalb Jahren über 90 Flüchtlinge es gibt einen landkreisweit sehr bekannten Helferkreis, der auch den Nersinger Freiwilligen Tipps geben wird. Bei der Infoveranstaltung am Montag, zu der 50 Bürger gekommen waren, haben sich laut Bürgermeister Erich Winkler schon 35 in Listen eingetragen und ihre Hilfe zugesichert. Wie das Engagement im Detail aussehen soll und wie viele sich noch zu den Helfenden dazugesellen werden, soll sich bei einem zweiten Treffen am Dienstag, 2. Juni, zeigen.

Welche Fragen hatten die Bürger gestern Abend?Vor allem die Frage nach der Sicherheit tauchte gestern immer wieder auf. „Wenn etwas vorfällt, dann fahren unsere Mitarbeiter auch raus und reden Tacheles, wenn’s sein muss“, sagte Beth. Vor allem wichtig sei, dass die jungen Männer, die rechtlich erst nach 15 Monaten in Deutschland eine realistische Chance auf eine Arbeitsstelle hätten, beschäftigt würden – sei es durch Deutsch-Kurse, Sportangebote oder Treffen. Bürgermeister Winkler wies darauf hin, dass bereits Gespräche mit dem VfR Unterfahlheim, dem Türkischen Kulturverein Nersingen und dem Fußball Kulturverein Ulm geführt worden seien.

„Wie können sich die Flüchtlinge fortbewegen?“, wollte eine Frau wissen. Beth antwortete mit Hinweis auf die Gemeinde Elchingen: Viele Bürger hätten dort Fahrräder zur Verfügung gestellt, außerdem gebe es eine Fahrrad-Leihbörse. In Unterfahlheim sei aber auch die Bushaltestelle nicht weit von der Unterkunft entfernt.

Zwei Bürgerinnen brachen gestern eine Lanze für die Asylbewerber: „Mich bedrückt, dass den Leuten automatisch unterstellt wird, dass sie nur Blödsinn machen“, sagte eine Frau. Eine andere: „Versetzen Sie sich doch mal in deren Lage – die sind alle vor schrecklichen Erlebnissen geflohen.“

„Wie lange besteht der Mietvertrag?“, wollte ein Bürger wissen. Beth: „Mehrere Jahre, mindestens drei.“ Sie verwies auf die stetig steigenden Zahlen der Asylanträge. Derzeit seien 750 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht und 20 bis 30 kämen zurzeit pro Woche neu an – „und es werden noch mehr“, so Beth, die gleichzeitig betonte, wie froh sie und ihre Kollegen über die Unterkunft in Nersingen seien: „Das lässt uns wenigstens mal drei bis vier Wochen aufatmen.“

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