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Bildung

29.01.2015

Ganztagsklasse gegen Schülermangel

An der Grundschule Nord wird es ab Herbst 2016 eine Ganztagsklasse geben – angemeldete Schüler haben dann bis 16 Uhr Unterricht. Das Angebot ist im Gegensatz zur Mittagsbetreuung für Eltern kostenlos.
Bild: Alexander Kaya

Wenige Anmeldungen an der Grundschule Nord in Weißenhorn – jetzt reagiert die Stadt

Der letzte Gong des Schultags soll ab Herbst 2016 erst nachmittags durch die Gänge der Grundschule Nord hallen: Dann wird die neue Ganztagsklasse starten. Dafür hat der Stadtrat nun die Weichen gestellt. Damit will er zwei Probleme angehen: Erstens soll das Betreuungsangebot in der Fuggerstadt wachsen. Immer mehr Eltern hätten Vollzeitjobs – Kindergärten, Horte und Schulen müssten sich an dieser Entwicklung orientieren, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt. Zweitens hofft man, mit der Ganztagsklasse den sinkenden Schülerzahlen an der Grundschule Nord begegnen zu können.

Dort werden immer weniger Kinder angemeldet. Laut einer Vorhersage können ab dem Schuljahr 2018/19 nur noch sieben Klassen gebildet werden. Basis für eine Förderung seien jedoch acht, machte Fendt im Stadtrat deutlich. Als Reaktion darauf müsste wohl der Einzugsbereich der Schule, der sogenannte Sprengel, erweitert werden. Wer in diesem wohnt, muss seine Kinder dann in der Einrichtung an der Günzburger Straße einschulen. Fendt: „Das gibt Ärger ohne Ende.“ Die kostenlose Ganztagsklasse soll die Zahl der Anmeldungen steigen lassen. In der gebundenen Form würden die Kinder dann montags bis donnerstags bis 16Uhr betreut.

Auch an der Grundschule Süd könnte das Angebot grundsätzlich eingerichtet werden, allerdings gebe es keinen Platz für einen Anbau, etwa für eine Mensa, sagte Bürgermeister Fendt. Im Gegenzug verfüge die Grundschule Nord über keine Turnhalle. Eine solche ist allerdings im anliegenden Claretinerkolleg vorhanden, mit dessen Leitung die Stadt noch Gespräche führen will.

Der Vorschlag aus der Stadtverwaltung, die Grundschule Nord als Standort zu wählen, wurde in Reihen der Stadträte positiv aufgenommen, sie beschlossen einstimmig, die Ganztagsklasse im Schuljahr 2016/17 einzuführen.

An einem Unterrichtstag (8 bis 16 Uhr) wechseln sich dann Übungs- und Lernzeiten mit sportlichen, künstlerischen und musischen Angeboten ab. Als Betreuer sind Lehrer und Mitarbeiter von außerschulischen Partnern tätig. Die gebundene Ganztagsklasse ist für Eltern kostenlos – bezahlen müssen sie lediglich für die Mittagessen ihrer Kinder, war zu erfahren.

Eine Mittagsbetreuung gibt es an den beiden Grundschulen bereits, hieß es im Stadtrat. Die Eltern können diese tageweise buchen. An der Schule Nord nehmen aktuell 34 Schüler daran teil, am Standort Süd sind es 78. Weil die neue Ganztagsklasse kostenlos ist, erwartet man im Rathaus zahlreiche Anmeldungen.

Bis das Angebot im Herbst 2016 startet, müssen allerdings noch einige Hausaufgaben erledigt werden. So sind Erweiterungsräume an der Schule vorgesehen, eine Mensa mit Küche ist angedacht. Wie hoch die Kosten dafür sind, ist noch nicht klar. Die Regierung von Schwaben übernimmt wohl ein Drittel der Kosten. Gleichzeitig wird überlegt, alle Angebote der Ganztagsschulen und der Mittagsbetreuung künftig bei der Stadt zu bündeln.

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