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Ulm

14.02.2020

Gartenträume: Das ist auf der Ulmer Gartenmesse geboten

Es blüht in der Friedrichsau: Klassische Blumen gibt es natürlich auch auf der Messe „Gartenträume“. So wie hier bei dem Händler „Der Pflanzenmann aus Holland“.
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Es blüht in der Friedrichsau: Klassische Blumen gibt es natürlich auch auf der Messe „Gartenträume“. So wie hier bei dem Händler „Der Pflanzenmann aus Holland“.

Plus Bis einschließlich Sonntag steht das Ulmer Messegelände ganz im Zeichen der „Gartenträume“. Die drehen sich wie nie zuvor um das Thema Umweltschutz. Aufgrund eines Unfalls bleiben die Ethanol-Öfen aus.

Ein Umdenken in den Gärten wird jetzt auch auf der Messe „Gartenträume“ sichtbar. An prominentester Stelle, mitten in Halle zwei, wirbt etwa das „Bündnis der Artenvielfalt“ großflächig für naturnahes gärtnern. „Blühende Gärten statt Schotterwüsten“ ist das Motto der Bündnismitglieder wie BUND oder dem Bezirksimkerverein. Martin Denoix, der regionale Vorsitzende des BUND, beklagt zu viel tristes Grau statt blühender Gärten – auf Kosten der Artenvielfalt. Dabei seien „Schotterwüsten“ gar nicht so pflegeleicht, wie oft behauptet. Auch diese müssten gehegt und gepflegt werden. Eine blüten- und krautreiche Wiese beispielsweise müsse nicht einmal gemäht werden.

Schotterwüsten als Alptraum

Der Trend geht offenbar weg von „Schotterwüsten“: „Nachhaltigkeit ist dieses Jahr das ganz große Thema“, sagt Sabrina Kaul, die Marketingbeauftragte des Veranstalters der „Gartenträume“. Bis zu 25000 Besucher erwartet Kaul bis einschließlich Sonntag bei den 100 Ausstellern in drei Hallen. Auf Schlagzeilen, wie sie die Ausgabe der Gartenträume in Freiburg am vergangenen Wochenende machte, soll allerdings in Ulm verzichtet werden: Bei der Präsentation eines mit Ethanol befeuerten Ofens entstand eine Stichflamme, die eine Standmitarbeiterin schwer verletzte. Ethanol-Kamine würden auch in Ulm angeboten. Doch bis zur vollständigen Klärung der Unfallursache würden die Feuerstellen für den dekorativen Gebrauch in Ulm nicht in den Hallen angezündet.

Natürlich nachhaltig

Feuer ist dennoch ein Thema auf der Gartenmesse: Denn Grillen ist auch im Jahr 2020 ein großes Thema. „Der Garten wird immer mehr zur Küche mit angeschlossenem Wohnzimmer“, sagt Sebastian Pfarr, Inhaber der Gartenbaufirma Pfarr. Der Blaubeurer baut so ganze Küchen inklusive Kühlschränke in die Gärten der Region. „Natürlich nachhaltig“. Nachdem auf einen festen Bodenbelag hier nicht ganz verzichtet werden könne, werde zumindest darauf geachtet, dass das Pflaster wasserdurchlässig sei.

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Und wer neben seiner Outdoorküche eine Blumenwiese pflanzen will, kann diese praktischerweise gleich auf der „Gartenträume“ in die Einkaufstasche packen: „Bunt blühende, sehr artenreiche Blumenwiesen mit nieder- bis hochwüchsigen Arten“ gibt es bei der Ulmer Firma Glaeser als „Patch“ oder Rollenware ab neun Euro. „Die Saatgutzusammensetzung ist für ein großes Spektrum an Bodenverhältnissen verwendbar und ist ein Magnet für Bienen und weitere Insekten“, sagt Michael Riedmüller von der Glaeser-Tochter „Easygreen“. Wie ein Teppich wird die zu 100 Prozent biologisch abbaubare Mischung aus Viskose, Schafswolle, Dünger und Saatgut auf die Erde gelegt. Und einige Wochen später blühe die Blumenwiese.

Gegen Invasion der Nacktschnecken

Dass Nacktschnecken auch für Liebhaber von naturnahen Gärten eine große Plage sein können, weiß Andreas Schwilk nur allzugut. Sein Vater Peter Schwilk bekam nach dem Eintritt in den Ruhestand als Vorsitzender der Welzheimer Obst- und Gartenbauer die Folgen der Schnecken-Invasionen intensiv zu spüren und erfand das Bio-Schneckenfang-Gerät „Pe-Schwi“. Mit einem Bio-Lockstoff würden die gefräßigen Tiere völlig umweltfreundlich in großen Mengen angelockt und in einer Box gefangen. Der Garteninhaber steht dann vor der Wahl: die Tiere in Essig schmerzfrei töten – oder aussetzen. „Mindestens zwei Kilometer entfernt“, rät Andreas Schwilk. „Sonst kommen sie zurück.“

100 Sorten Kartoffeln

Dass Kartoffeln mehr sein können, als die gängigen Supermarktsorten zeigt der Stand von Hof Jeebel aus Salzwedel. Der Biogartenversand hat über 100 Sorten im Angebot. „Für jedes Gericht gibt es die passende Sorte“, sagt Walter Radebold. Zu Fisch etwa die „Blaue Anneliese“, die ihrem Namen alle Ehre macht: Die Knolle ist eine blaufleischige und blauschalige Kartoffelsorte, die aus jahrelanger Auslese in Niedersachsen entstanden ist. Auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Kartoffelsorten brachte es das „Bamberger Hörnchen“. Doch immer mehr Spitzenköche setzten auf die Kartoffel, so Radebold, was ihr wieder eine Zukunft gegeben habe.

Mit der Zukunft von Bäumen in Zeiten des Klimawandels befasst sich unter anderem Baumschulen-Inhaber Rolf App. Als Reaktion auf immer trockener werdende Sommer habe er sein Sortiment bereits angepasst: Platanen etwa, seien vergleichsweise gut geeignet, sagt der Unlinger (bei Riedlingen).

Öffnungszeiten der Gartenmesse

Die „Gartenträume“ sind noch bis einschließlich Sonntag, 16. Februar, von 10 Uhr bis 18 Uhr, geöffnet. Tickets gibt es online über www.gartentraeume.com für sechs Euro.

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