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18.11.2014

Geburtstagsfeier für die Katze

„Die Katze“ wird rein ehrenamtlich betreut. Zum Team gehören: Gerlinde Graner, Sabine Schmidt, Mira Venohr, Elfriede Özdurak, Hedwig Bitterolf und Hildegard Sailer (von links).
Bild: Barbara Hinzpeter

Seit 30 Jahren gibt es den Secondhand-Laden für Kindersachen in der Schützenstraße

Vor 30 Jahren wurde der Secondhand-Laden „Die Katze“ für Kindersachen in Neu-Ulm eröffnet. Von Anfang an wurde er rein ehrenamtlich geführt. Und einige „Frauen der ersten Stunde“ sind heute noch dabei.

Hildegard Sailer, Sabine Schmidt und Hedwig Bitterolf gehörten zu den Pionierinnen. Lebhaft erzählen sie über die Anfangsjahre in der Schützenstraße. Im gleichen Haus war die katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen untergebracht, die ebenso wie „Die Katze“ vom Sozialdienst katholischer Frauen getragen wird. Vor 15 Jahren zog der Secondhand-Laden in die Gartenstraße 14 um, die Beratungsstelle fand am Johannesplatz eine neue Bleibe. „Die Katze“ freute sich, endlich mehr Platz zu haben für das mittlerweile immer größer werdende Angebot. Es setzte sich mehr und mehr durch, gebrauchte Kindersachen zu kaufen beziehungsweise weiterzugeben. Auf diese Weise hilft die „Katze“ doppelt, das Familienbudget zu schonen: Eltern können sehr günstig für ihre Kinder einkaufen und gut erhaltene Kleider und Spielsachen wieder verkaufen.

Elfriede Özdurak, die ebenfalls fast von Anfang an dabei ist, zeigt einem Ehepaar einen Stubenwagen. Normalerweise werden solch sperrige Gegenstände nicht im Laden angeboten. Doch der Stubenwagen steht nicht lang im Weg. Die Kunden nehmen ihn mit fürs Enkelkind, das zu Besuch kommt. „Wir beobachten oft, dass Großeltern eine Zweitausstattung für die Enkel kaufen“, sagt Hildegard Sailer. Und nicht selten kommen Omas in den Laden, die schon vor 30 Jahren ihre Kinder hier ausstaffiert haben. Viele junge Mütter, so vermutet Sabine Schmidt, kauften allerdings lieber neue Kleider bei den bekannten Discountern. Die Mitarbeiterinnen sehen aber auch den umgekehrten Trend: Manche bevorzugen getragene und häufig gewaschene Kleidung, weil sie sicher gehen möchten, dass sie frei ist von Schadstoffen. Hinzu kommt: Die Informationen über die Arbeitsbedingungen bei der Textilherstellung könnten zu einem Umdenken führen. Jedenfalls glauben die Ehrenamtlichen nicht, dass ihnen nach drei Jahrzehnten die Arbeit ausgeht. „Wir machen weiter, so lange wir können“, sagt Hedwig Bitterolf. Die 70-Jährige ist davon überzeugt, dass die „Arbeit und die sozialen Kontakte fithalten“. Nichtsdestotrotz freuen sich die „Katze“-Frauen über Unterstützung und jüngere Ehrenamtliche. (az)

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