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Informationsabend in Neu-Ulm

03.06.2011

Glacis-Galerie: Bürger haben noch Zweifel

So soll es in der Glacis-Galerie aussehen, wenn sie fertig ist.
Bild: Procom

Investor Procom verspricht ein attraktives Angebot für die Innenstadt von Neu-Ulm – und hört kritische Fragen.

Die geplante Glacis-Galerie an der Neu-Ulmer Bahnhofstraße sorgt für Gesprächsstoff in der Stadt: Bei einer Informationsveranstaltung im Edwin-Scharff-Haus, zu der rund 150 Interessierte gekommen waren, stellte der Hamburger Immobilieninvestor Procom sein Projekt vor. Doch auch wenn nur wenige Bürger sich zu Wort meldeten, war zu spüren, dass viele der Millioneninvestition eher reserviert gegenüberstehen – und Zweifel am Erfolg haben.

Ab dem Herbst 2013 sollen auf rund 25000 Quadratmetern Fläche Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie angesiedelt werden. Baubeginn soll im Frühjahr kommenden Jahres sein. Wichtige Ankermieter wie Rewe, Media Markt, C&A Family und H&M stehen bereits fest. „Das Projekt hat sich weiterentwickelt“, sagte Projektentwickler Detlef Samland. Hinter einigen Flächen steht aber noch ein Fragezeichen. Architekt Frank Focke warb für seinen Bau mit hochtrabenden Worten. Ziel der Gestaltung sei es, die „neue Welt mit Tradition und Ort zu verknüpfen“. Der Jurakalk aus der Region werde ein „ständiger Begleiter“ sein.

„Hauptbetroffene“ prophezeit baldigen Niedergang

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Weniger euphorisch zeigte sich eine Bürgerin, die sich daraufhin als „Hauptbetroffene“ zu Wort meldete. Sie zielt vor allem auf das Angebot. „Wollen Sie mit diesem Warensortiment einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken?“, fragte sie. Fast alles gebe es bereits im Blautal-Center, in Senden oder in der Ulmer Fußgängerzone. Mit diesem Angebot sei die Glacis-Galerie „in fünf Jahren am Ende“. Procom-Vertreter Samland trat dem entgegen. Diese Mieter sicherten die Grundfrequenz, die andere, exklusivere bräuchten. „Wir werden hier Dinge ansiedeln, die Sie nicht in Neu-Ulm haben – und auch nicht in Ulm“, versprach er. Diese kämen aber immer erst zum Schluss.

Auch andere Befürchtungen der Frau versuchte er zu entkräften: Die Straßen könnten den zusätzlichen Verkehr gut aufnehmen, für die durch den Bau verlorengehenden Parkplätze an der Bahnhofstraße würden für die Anwohner im Parkhaus Dauerparkplätze für die Nachtzeit eingerichtet. Behinderungen für den Verkehr wird aber der Bau bringen. Wie Samland auf die Frage eines Bürgers antwortete, muss die Bahnhofstraße wohl dreimal in Einzelabschnitten gesperrt werden. Der Bau werde 19 Meter, bei den „Sky Lobbies“ 22 Meter hoch – und nicht 24 Meter, wie manche befürchteten.

Eine Änderung bringt der Bau der Glacis-Galerie für die Neu-Ulmer in jedem Fall: Die „grüne Brücke“, die bislang die Donau mit dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände im Wiley verbindet, wird unterbrochen. Allerdings entsteht an dieser Stelle die „Glacis-Passage“, ein Durchgang, der laut Samland an den Werktagen von 5 bis 22 Uhr geöffnet sein soll – auch für Radfahrer. Wenn sie absteigen und ihr Rad schieben.

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