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Neu-Ulm

19.03.2020

Hochzeiten und Trauerfeiern in Zeiten der Corona-Pandemie

Im Rathaus Neu-Ulm finden weiter standesamtliche Hochzeiten statt.
Bild: D. Hub

Trauungen und Beerdigungen können weiter stattfinden – aber nur unter strengen Auflagen. Diese Regeln gelten derzeit in Neu-Ulm.

„Kasualien“ nennt man sie, kirchliche Amtshandlungen wie Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern – Momente, denen in christlich geprägten Kulturen eine wichtige Funktion zukommt. Die Corona-Epidemie verhindert auch sie: Auch solche besonderen Gottesdienste können wie die Sonntagsgottesdienste aufgrund der Regelungen zum Schutz der Bevölkerung vor Ansteckung nicht mehr stattfinden.

Taufen lassen sich wahrscheinlich noch am leichtesten verschieben. Sie sind nicht so lange vorbereitet wie Hochzeiten und sie sind nicht emotional belastet wie Trauerfeiern und Beerdigungen. Dennoch: In Kirchen sind derzeit auch Trauerfeiern nicht mehr möglich. „Zum aktuellen Stand ist es aber noch möglich, religiöse Handlungen im kleinen Kreis von Angehörigen auf dem Friedhof zu machen“, erklärt der Neu-Ulmer Dekan Jürgen Pommer. Der Geistliche schränkt aber ein: „Das kann sich aber auch stündlich ändern.“

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In Italien beispielsweise finden Beerdigungen seit Tagen ohne kirchliche Rituale statt, nur die allernächsten Angehörigen verabschieden sich privat vom Verstorbenen, wenn der Sarg oder die Urne in die Erde versenkt wird – und sie müssen voneinander Abstand halten. Ähnliches bestätigt Frank Gmelch, Mitarbeiter des Bestattungsinstituts Streidt. „Die Versorgung der Verstorbenen ist gewährleistet, sie können in Würde und Pietät bestattet werden“, berichtet er. Allerdings sind die Trauerhallen der Friedhöfe geschlossen, Aufbahrungen sind nicht mehr möglich, ebenso sind keine Trauerfeiern in den Aussegnungshallen. „Die Trauergesellschaft trifft sich vor der Halle, dann werden Sarg oder Urne zum Grab geleitet“, schildert Gmelch. Die Trauergesellschaft solle aber nicht mehr als fünf bis sieben Personen umfassen, die voneinander Abstand halten müssen. Noch gilt in Deutschland kein Versammlungsverbot wie in Österreich. Ein solches würde das Zusammentreffen von mehr als fünf Personen verbieten.

Hochzeiten und Trauerfeiern in Zeiten der Corona-Pandemie

Im Neu-Ulmer Standesamt läuft der Betrieb weiter, allerdings mit organisatorischen Änderungen. Standesamtsleiter Marcus Mühlbauer erklärt: Geburten werden meistens von Krankenhäusern angezeigt; wer die Geburt seines zu Hause geborenen Kindes selbst anzeigen möchte, kann dies tun – nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung. Ähnlich verhält es sich mit Sterbefällen. Diese zeigt dem Standesamt meist ein beauftragter Bestatter an; wollen Angehörige es aber selbst tun, ist ein telefonisch vereinbarter Termin nötig, damit sich nicht zu viele Menschen an gleicher Stelle aufhalten.

Eine gute Nachricht hat Marcus Mühlbauer für alle Brautpaare, die Angst haben, dass ihre Hochzeit ins Wasser fällt: Zwar ist die kirchliche Trauung wegen der Corona-Epidemie nicht möglich, standesamtlich darf im Neu-Ulmer Rathaus aber weiter geheiratet werden. Allerdings gilt eine wichtige Beschränkung: „Die Obergrenze für Trauungen sind 15 Menschen“, erklärte Marcus Mühlbauer zunächst. Am Donnerstagnachmittag verschärfte die Stadt Neu-Ulm die Regeln: Inzwischen sind nur noch der Standesbeamte, das Brautpaar, falls erforderlich ein Dolmetscher und auf ausdrücklichen Wunsch zwei Trauzeugen erlaubt.

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