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Ulm

17.11.2017

Hundehalter fordern Hundespielplatz in Ulm

Bei der Übergabe der Unterschriften waren auch Hunde dabei.
Bild: Alexander Kaya

Freunde der Vierbeiner übergeben im Rathaus Unterschriften. Warum Oberbürgermeister Czisch skeptisch ist.

Hunde ist das Rathaus gewöhnt: Unter dem Schreibtisch von Hausmeister Wolfgang Fendinger wacht seit Jahren der Golden Retriever Carney. Bemerkt haben das Tier aber selbst langjährige Stadträte noch nicht. Und so war der Auflauf auf vier Pfoten am Donnerstag schon ziemlich Aufsehenerregend. Dackel-Mischling Toffee wedelt neben dem Spanischen Wasserhund mit dem Schwanz und schnuppert zart am Hosenbein von Gunter Czisch.

Das Ulmer Stadtoberhaupt tritt im Foyer vor die Hunde um sich von derren Herrchen ein Papier überreichen zu lassen: Die Ulmer Stadträtin Annette Weinreich hatte zusammen mit ihrer Mitstreitern 317 Unterschriften einer Petition für einen Hundespielplatz beziehungsweise Hundepark gesammelt. Das Problem der Hundehalter: Im gesamten Stadtgebiet herrscht Leinenpflicht für alle Hunde. Hundehalter, die in der Innenstadt wohnen, hätten keine Chance Tier artgerechtes Herumrennen zu ermöglichen. Nachdem nicht jeder Bewohner die Möglichkeit habe mit seinem Haustier mit dem Auto auf‘s Land zu fahren, sei ein umzäuntes Hundegelände nötig. „In vielen anderen Städten gibt es das“, sagt Weinreich.

Die Hundefreunde haben bereits Plätze in Ulm im Sinn

Die Unterzeichner der Petition wünschen sich, dass die Stadt ein mindestens 1000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung stellt. Am liebten am Donauschwabenufer, am Alten Friedhof, Ehinger Anlagen oder in der Friedrichsau. Die Ausstattung, wie Zäune oder tierische Spielgeräte könnten über Spenden finanziert werden, so Weinreich. Czisch zeigt sich grundsätzlich nicht abgeneigt. Allerdings ist das Stadtoberhaupt genug Politiker um gleich auf die Euphoriebremse zu treten: Grundsätzlich gebe es wenig innerstädtische Grundstücke in dieser Größenordnung, die frei wären. Dann müsse – sofern ein Platz gefunden sei – die Frage der Nachbarschaft geklärt werden. Nicht jeder freue sich über geballtes Gebelle vor seiner Türe. „Aber wir prüfen das“, verspricht Czisch.

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Das Stadtoberhaupt wird persönlich allerdings kein regelmäßiger Besucher eines etwaigen Hundespielplatz werden: „Ich bin kein Tierhalter.“ Dafür habe er keine Zeit. Hausmeister Fendinger haben die Hundefreunde allerdings auf ihrer Seite: „Das wäre schon eine gute Sache.“ Für seinen Carney wäre das allerdings nichts. Sein ausgebildeter Spürhund brauche „Nasenarbeit“ auf einem größeren Geläuf.

Hundeplätze sind Treffpunkte und Kontaktorte

Aber auch für die Hundeausbildung gilt so ein Hundeplatz als wichtiger Ort des Kontakts. In manchen Städten sind Hundeplätze etwa der Treffpunkt für diverse Kurse für Mensch und Tier.

Verbreitet ist etwa die „Stadtprüfung“. Trainiert werden in Kursen, die oftmals auf Hundeplätzen beginnen und enden, Konfliktsituationen wie Ablenkungen, das Aufeinandertreffen mit anderen Hunden. Auf Exkursionen wird dann etwa die Fahrt mit einer Rolltreppe oder einem Fahrstuhl, beispielsweise am Bahnhof trainiert.

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