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Ulm

08.06.2015

Im Dauerlauf aufs Münster rauf

564 Stufen in 2 Minuten und 44 Sekunden: Für Christian Riedl war das am Samstag kein Problem. Er gewann den Münsterlauf 2015.
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564 Stufen in 2 Minuten und 44 Sekunden: Für Christian Riedl war das am Samstag kein Problem. Er gewann den Münsterlauf 2015.

Als Tag der Rekorde wurde der neunte Münstertag in Ulm angekündigt. Eine sportliche Bestmarke wurde aufgestellt, der Besucherandrang hielt sich in Grenzen

„Viel Wasser trinken!“, lautete die dringende Anweisung der Organisatoren: Angesichts von 30 Grad im Schatten und gewittriger Schwüle leisteten in diesem Jahr die über 100 Teilnehmer des fünften Münsterturmlaufs Außergewöhnliches, um die 564 Stufen des Wettbewerbs bis zum zweiten Kranz des Münsterturms zu erklimmen.

Dabei tummelten sich auf dem Münsterplatz beim neunten Münstertag fast mehr aktive Turmläufer, die ihre jeweilige Startgebühr von 15 Euro dem Münster-Erhalt spendeten, als Zuschauer: In der Stadt gab es am Samstagnachmittag reichlich Parkplätze, während sie an den Baggerseen Mangelware waren. Unter der Hitze litten auch die Aktionen der Geschäfte zum Münstertag, denn in der Innenstadt war weniger Betrieb als an normalen Samstagen.

Dekan Ernst-Wilhelm Gohl mit der Startnummer 1 war es ein wenig bang. Er war bis zwei Tage vor dem Turmlauf krank gewesen, und die gewittrige Hitze setzte ihm deshalb umso mehr zu. Denn: „Nach 30 Sekunden ist der Puls bei 180“, berichtete Gohl aus seinen Vorjahreserfahrungen beim „Towerrunning“, das sich in den vergangenen Jahren zum neuen Trend in der Laufszene entwickelte. Der Ulmer Münsterturm gehört inzwischen zur Towerrunning-Germany-Serie.

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Der Hausherr des Münsters schlug sich wacker und wurde unter den teilnehmenden Männern 44. – mit einer Zeit von 4:31,4 Minuten. Geschlagen geben musste er sich, ebenso wie der mehrfache Gewinner Patrick Schäfer aus Herbrechtingen, dem Treppenlauf-Weltrekordhalter Christian Riedl aus Erlangen. Er ist aktueller Sieger des Laufs auf das Empire State Buildings in New York. Das Ulmer Münster erklomm er in der sensationellen Zeit von 2:44,3 Minuten. Bei den Frauen gewann Karoline Binder in einer Zeit von 3:44,2 Minuten.

Das olympische Motto des Dabeiseins galt für viele der 95 Läufer, die ins Ziel kamen, so für City-Manager Henning Krone und Landesschau-Moderatorin Annette Krause, die den Lauf mit großem Rückstand auf die Sieger, aber mit enormem Durchhaltevermögen bewältigen. Auch die Kameraleute, die den fünften Turmlauf begleiteten, hatten ihre liebe Mühe mit der gewittrigen Schwüle, mussten sie doch mit dem schweren Gerät zumindest ein Stück weit rennen, um Läufer zu begleiten. „Der Lauf war sehr anstrengend und allen Teilnehmern gilt höchster Respekt. Spaß hats gemacht“, berichtet Krone, bei dem die Stoppuhr am Ende eine Zeit von 6:47,3 Minuten anzeigte.

Geld für den Münstererhalt ging durch Aktionen auf dem Münsterplatz mit große Sportgeräten wie einen aufblasbaren Surf-Simulator ein, mit dem die Sparkasse für den Münsterbauverein spendete. Jeweils drei Cent pro Sekunde, die sich Möchtegern-Surfer auf dem wackeligen Brett in der aufgeblasenen Riesenwelle hielten, gab es. Der Surf-Simulator war von allem von Kindern und Jugendlichen ständig umlagert, doch sich mehr als eine Minute auf dem Board zu halten war „ned so einfach wie ich mir des denkt hab“, wie ein junger Mann lachend nach seinem Sturz vom Brett in die luftgepolsterte Plastikwelle zugab. Auch mancher Turmlauf-Aspirant vertrieb sich die Zeit bis zum Start mit einer Gleichgewichtsübung auf dem Pseudo-Hawaii samt Plastikpalme, das das Sportgerät darstellte.

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