Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Im Einsatz gegen Ungerechtigkeit

Engagement

19.09.2020

Im Einsatz gegen Ungerechtigkeit

Friedlinde Hillmann (links) und Ruth Greiner in ihren roten Muskathlon-T-Shirts.
Bild: Roland Schütter

Zwei Neu-Ulmerinnen laufen gegen Zwangsprostitution in Berlin

Friedlinde Hillmann und Ruth Greiner aus Neu-Ulm laufen am kommenden Donnerstag beim Spendenlauf in Berlin gegen Zwangsprostitution mit. „Menschenhandel und Sklaverei sind grausame Realität für Millionen Menschen in Rumänien und Osteuropa“, berichten die beiden mit einem roten Sportoutfit ausgestatteten Frauen. Zwei Frauen, die sich sehr ähnlich sind: Die beiden gelernten Krankenschwestern nehmen am Muskathlon in Berlin teil, um mit weiteren Sportlern gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einzustehen. Beginn des Spendenmarathons ist am Sonntag, 20. September, die Aktion geht eine Woche lang.

Während sich die als Bergführerin tätige Hillmann 63 Kilometer vorgenommen hat, will Pastorin Greiner eine Strecke von 21 Kilometern laufen. Jeder der 36 Muskatheten sorgt im Vorfeld für ein Startgeld von 10000 Euro, sodass in Summe 360000 Euro für den Veranstalter „International Justice Mission“ bereitstehen, um in zwölf Ländern Menschen zu befreien, Täter zu überführen und Rechtssysteme zu stärken. Greiner sagt: „Sklaverei ist weltweit verboten, doch an vielen Orten wird dieses geltende Recht nicht durchgesetzt. Darum gibt es aktuell so viel Menschen, die in Unfreiheit leben, wie noch nie.“ Ihr Engagement soll helfen, in Rumänien ein Büro und dessen Arbeit zu finanzieren.

Diese für sie himmelschreiende Ungerechtigkeit eint die Neu-Ulmer Frauen, die sich vor drei Jahren zufällig bei einer Bahnfahrt begegneten, als beide auf dem Weg zum „Walk for Freedom“ in Stuttgart waren.

Ruth Greiner, die auch für die CSU im Stadtrat tätig ist, stieß vor 18 Jahren auf das Thema Zwangsprostitution. Sie gehört dem örtlichen Leitungskreis des „Bündnisses gegen Zwangsprostitution an“ und erklärt, dass es keine faire Prostitution gibt. Vielmehr sei mit diesem Beruf auch die Ausbeutung von Frauen verbunden und oftmals die Beraubung von Freiheitsrechten.

Während Greiner seit April dreimal in der Woche etwa 50 Minuten rund um den Ludwigsfelder Badesee läuft, hat Hillmann für ihre dreimal so lange Strecke ein anderes Trainingsprogramm. Sie legte in einer Woche 88 Kilometer und 5000 Höhenmeter rund um Oberstdorfzurück, um fit für den Lauf zu sein. Elf Stunden Zeit hat sie sich für ihre Marathonstrecke vorgenommen, ihre Kollegin will die kürzere Route in vier Stunden schaffen. „Wir geben alles“, sagen die beiden. (az)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren