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12.12.2018

Im Familienzentrum Senden lernen Mamas Deutsch

Die Kursteilnehmerinnen mit (rechts hinten) Lehrerin Monika Rupprecht, Meltem Madenci vom Institut für Bildung und Ingrid Blaser vom Familienzentrum.
Bild: Angela Häusler

In einem speziellen Kurs können Mütter wichtige Sprachkenntnisse erwerben. Leicht ist das für die Teilnehmerinnen nicht, aber sie sind motiviert.

13 Frauen sitzen im Schulungsraum im Familienzentrum, vor sich Blöcke, Bücher und Stifte. Aufmerksam hören sie Lehrerin Monika Rupprecht zu. „Ich backe gern. Ich höre gern Musik. Ich gehe gern spazieren“, steht auf der großen grünen Tafel an der Wand.

„Mama lernt Deutsch“ nennt sich der Kurs, in dem die Frauen die Grundlagen der neuen Sprache lernen. Alle Teilnehmerinnen sind Mütter, einige leben erst seit wenigen Monaten im Deutschland, hatten zu Kursbeginn Mitte Oktober keinerlei Vorkenntnisse. Doch der Unterricht findet auf Deutsch statt. Das funktioniere gut, berichtet Monika Rupprecht, „zur Not sprechen wir mit Händen und Füßen“. Und nach der ersten Zeit klappte es immer besser. Zweimal pro Woche kommen die Frauen zum Unterricht, zu familienfreundlicher Zeit, vormittags zwischen halb 9 und 12.

Die Frauen erfahren auch einiges über deutsche Bräuche

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Die Frauen stammen aus Bulgarien, der Türkei, Ungarn und Kroatien und haben alle Kindergarten- oder Schulkinder. „Mama lernt Deutsch“ ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Bildung, das in Senden seit Jahren Sprach- und Integrationskurse für Ausländer anbietet, dem Familienzentrum St. Christophorus und der Grundschule Ay. Eine dortige Mitarbeiterin, Maria Reitzi-Stillfried, hatte den Mütter-Sprachunterricht angeregt. Bereits vor zwölf Jahren war ein solcher Kurs für Mamas aus der Taufe gehoben worden, damals in Zusammenarbeit mit der Engelhartschule.

Lehrerin Rupprecht berichtet: „Die Frauen kommen gern, sie sind alle interessiert und engagiert dabei.“ Im Verlauf des Kurses, der insgesamt 102 Stunden beinhaltet, erfahren die Frauen einiges über deutsche Bräuche und hiesige Strukturen, etwa das Bildungssystem, mit dem sie im Alltag ebenfalls zu tun haben. „Die Sprache ermöglicht ihnen ja erst die Teilhabe hier“, weiß Meltem Madenci, Leiterin des Instituts, „und gerade die Mütter müssen sich mit Betreuern und Lehrern über ihre Kinder unterhalten können“. Sie betont auch, dass Jugendliche ihre Eltern mehr anerkennen, wenn diese die Landessprache beherrschen und nicht der Nachwuchs ständig übersetzen muss. Auch die wichtige Kontrolle und Hilfe bei den Hausaufgaben werde durch die Sprachkenntnisse möglich, ergänzt Ingrid Blaser, Leiterin des Familienzentrums.

Die Organisatoren wollen erneut einen solchen Kurs in Senden anbieten

Ein offizielles Zertifikat erhalten die Teilnehmerinnen hier nicht, denn die Lektionen werden auch nicht mit einer Prüfung abgeschlossen. Doch weil der Kurs vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bezuschusst wird, ist er für die Teilnehmerinnen kostenlos.

Die Mütter, meist im Alter zwischen 25 und 40 Jahren, fühlen sich im Unterricht wohl. „Wir verstehen uns sehr gut und auch die Lehrerin ist sehr nett“, berichtet Ivona Amann, die vor zwei Jahren aus Kroatien nach Deutschland kam. „Ich will Deutsch lernen, um mich unterhalten zu können, und auch eine bessere Arbeit zu finden“, erzählt Sitznachbarin Svetlana Simic, die seit vier Monaten hier lebt. Leicht ist die deutsche Sprache nicht zu lernen, da sind sie sich alle einig. Aber die Mamas sind motiviert. Jüngst, lobt Rupprecht, haben sie sogar freiwillig einen Test verlangt, um ihre Kenntnisse zu überprüfen. Bis zum Jahresende wird der Kurs noch laufen. Wegen der positiven Rückmeldungen wollen die Organisatoren einen solchen Kurs erneut anbieten.

Mehr über Familien und Kinderbetreuung in Senden lesen Sie hier: Vier Häuser mit Modellcharakter feiern Jubiläum.

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