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Sauschdall

17.03.2011

Jazz ohne Scheuklappen

Ein aufgehender Stern der Jazz-Avantgarde: Mary Halvorson kommt in den Sauschdall.
Bild: Foto: agt

Frühjahrsprogramm vereint Avantgarde und Pop

Ulm Im Ulmer Sauschdall blicken die Verantwortlichen derzeit lieber nach vorn als zurück. „Das war eine bescheidene Saison“, fasst Booker Florian Wieland die vergangenen Monate zusammen, in denen auch hochkarätige Konzerte vom Ulmer Publikum nicht selten ignoriert wurden. Doch das Frühjahr soll wieder neues Leben in den alten Jazzkeller bringen – in dem der Jazzbegriff ohnehin schon seit Jahren erfrischend weit gefasst wird.

Nach dem Auftakt am morgigen Freitag mit den Exil-Japanern von Coconami, die ihre kuriose LoFi-Folklore mit Ukulele, Karimba und Blockflöte spielen (Beginn: 21 Uhr), setzt das trio.Schmetterling aus Weimar mit federleichtem Pop das zweite freundliche Ausrufezeichen zum Saisonauftakt (Freitag, 25. März). Ganz anders Mary Halvorson aus Brooklyn, die mit ihrem Trio zeigt, welche seltsamen Töne einer Gitarre zu entlocken sind – Jazz-Avantgarde, wie sie in Ulm nur im Sauschdall stattfinden kann (Samstag, 9. April). Folkiger ist da schon die Musik der Österreicher pendler, die Booker Wieland beim Klangbad-Festival entdeckte und prompt verpflichtete (Freitag, 15. April).

An Kenner richtet sich wieder das „Jazzwurstfrühstück“ am 1. Mai, denn das Duo Fifty-Fifty setzt auf minimalistische, auf Rhythmus und Melodie reduzierte Musik – komplett in Echtzeit. Danach öffnet sich der Sauschdall wieder für zwei Konzerte dem sogenannten Mainstream: Zuerst spielt das heimische Studnitzky Trio zeitgenössischen Jazz mit dem Prädikat „unaufdringlich eindringlich“ (Samstag, 7. Mai), dann präsentieren – bereits zum dritten Mal – Äl Jawala ihren Mix aus Balkan-Soul und Dance-Beats im Sauschdall (Samstag, 27. Mai).

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Den Abschluss der Frühjahrssaison bildet ein Leckerbissen für Fans des Besonderen: die Band Pram aus Birmingham (Freitag, 10. Juni). Die englischen Experimental-Triphopper weilen zu diesem Zeitpunkt für Albumaufnahmen in Süddeutschland und testen das frische Material in Ulm gleich auf die Livetauglichkeit.

Entspannung an der Personalfront

Musikalisch ist der Sauschdall für die Frühjahrsrunde gerüstet, und auch der Personalfront hat sich die Situation verbessert. Im Januar, kurz nachdem die Disco-Donnerstage wegen fehlender Freiwilliger aus dem Programm gekippt wurden, haben sich eine Handvoll Neue beim Verein UStA, der den Jazzkeller betreibt, gemeldet. Große neue Projekte sind deshalb aber noch nicht möglich. „Mein Ziel ist es, die Basis aufrecht zu erhalten“, sagt Vereinsvorsitzender Valentin Zeise. „Viele Studenten glauben offenbar, sie hätten sich mit der Studiengebühr vom ehrenamtlichen Engagement freigekauft.“ Dabei würde sich die Mitarbeit lohnen – der Sauschdall biete wunderbar Entfaltungsmöglichkeiten, so Zeise. (mgo)

Weitere Informationen unter

www.sauschdall.de

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