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Holzheim

30.03.2019

Kommt doch kein Solarpark an die Autobahn bei Neuhausen?

An der westlichen Markungsgrenze von Neuhausen entlang der A7 (im Hintergrund Finningen) will eine Firma aus Ingolstadt einen Solarpark errichten.
Bild: Willi Baur

Plus Ein Landschaftsschutzgebiet verhindert möglicherweise den geplanten Bau einer Photovoltaikanlage an der A7.

Dem Solarpark, den ein Ingolstädter Unternehmen westlich von Neuhausen plant, droht nach Lage der Dinge das Aus. Für eine Realisierung des Projekts müsste die benötigte zwei Hektar große Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet „Pfuhler, Finninger und Bauernried“ ausgegliedert werden. Einen entsprechenden Antrag an den Kreistag kann sich Holzheims Bürgermeisterin Ursula Brauchle aber nicht vorstellen. Das sagte sie auf Nachfrage unserer Redaktion.

Ohnehin gibt es aus Brauchles Sicht für die Gemeinde momentan keinen Grund zu handeln: „Seitens der Firma liegt uns ja nichts vor, weder ein Antrag noch eine Bauvoranfrage.“ Sinngemäß hatte die Rathauschefin dies schon bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf Nachfrage von Martin Volk (SPD/UWH) mitgeteilt und dabei auch auf das Konfliktpotenzial mit dem Landschaftsschutz hingewiesen.

Der Geschäftsführer sieht die Sache etwas anders

Letzteres sei den Verantwortlichen seinerzeit schlichtweg nicht bewusst gewesen. „Wir haben die Präsentation damals reichlich kurzfristig und ohne detaillierte Prüfung der Ausgangslage auf die Tagesordnung genommen“, erinnert sich Brauchle. Andreas Klier, Geschäftsführer der Firma Anumar, hatte das neben der Autobahn 7 geplante Vorhaben dem Gremium, wie berichtet, Ende Januar präsentiert. Grundsätzlich stieß es auf recht positive Resonanz. Klier sieht den Solarpark derzeit keinesfalls im Aus. „Wir sind noch in Abstimmung mit den Fachbehörden“, sagte er.

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Sein Unternehmen, das nach eigenen Angaben in Deutschland und Chile Solarkraftwerke baut sowie in Schrobenhausen, Geretsried und Nürnberg bereits Solarparks betreibt, werde jetzt erst einmal die Rückmeldungen der kontaktierten Behörden abwarten. „Dann gehen wir wieder in den Gemeinderat.“

Beim Landratsamt Neu-Ulm allerdings sei die Firma bisher nicht offiziell vorstellig geworden, berichtete Michael Angerer, der dort den Fachbereich Naturschutz und Landschaftsplanung leitet. „Lediglich eine wohl vom Unternehmen beauftragte Landschaftsplanerin hat sich vor geraumer Zeit telefonisch nach den örtlichen Gegebenheiten erkundigt.“ Daraufhin habe er ihr die Problematik erläutert.

Bürgermeisterin Brauchle: "Für mich die Sache gestorben"

Demnach erleichtert der Gesetzgeber in der Tat den Bau von Photovoltaik-Anlagen entlang von Fernstraßen und Bahnlinien. „In einem 110 Meter breiten Korridor gibt es diese Möglichkeit“, sagte Angerer. Nur: Eben dieser Korridor an der A7 auf der Gemarkung Neuhausen finde sich relativ zentral im besagten Landschaftsschutzgebiet und in diesem Fall greife diese Regelung nicht. Angerer: „Hier stehen dem öffentliche Belange entgegen, Schutzzwecke gehen vor wirtschaftlichen Interessen.“

Theoretisch könnte das Projekt so realisiert werden: Auf Antrag der Gemeinde müsste der Kreistag über eine Ausgliederung besagter Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet entscheiden, bei einer Zustimmung dann die Kommune einen Bebauungsplan entwickeln und den Flächennutzungsplan ändern, beides wiederum abgestimmt mit den Trägern öffentlicher Belange.

Auch der Bürgermeisterin ist das Verfahren geläufig. Erst im Vorjahr hatte sie dem Kreistag eine vergleichbare Reduzierung der Schutzfläche abgerungen, in dem Fall für die Erweiterung des Gewerbegebietes am westlichen Ortsrand von Holzheim. „Das werde ich mir nicht noch einmal antun“, sagte Brauchle. „Für mich ist die Sache gestorben.“

Einen Artikel über die Vorstellung des Projekts im Gemeinderat lesen Sie hier: Neben der A7 bei Neuhausen könnte bald Solarstrom produziert werden

Ein weiteres Thema, das die Holzheimer Gemeinderäte beschäftigt: Wasserdruck bereitet Bürgern und Feuerwehr Probleme

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