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Auseinandersetzung

18.03.2015

Kuhstall-Streit: Milchbauer hat die Baugenehmigung

Landratsamt gibt grünes Licht. Was die Anlieger nun tun können

Auch wenn dies den Nachbarn gewaltig stinken dürfte, darf der Hittistetter Landwirt Gerhard Moser sofort mit dem Bau seines umstrittenen Kuhstalles sofort beginnen. Das dafür zuständige Landratsamt Neu-Ulm hat am vergangenen Freitag die Baugenehmigung für das bis zu 1,5 Millionen Euro teure Projekt erteilt, gegen das sicht die Anlieger in der Eschachstraße seit Monaten stemmen. Sie können allerdings gegen die Genehmigung vor dem Verwaltungsgericht klagen. Sie wollten den Stall schon mit einer Klage gegen den Bauvorbescheid vereiteln, unterlagen damit aber vor Gericht. Nun liegt das Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof in München.

Martin Mommers, Chef der Bauverwaltung im Landratsamt, erklärte gestern, seine Behörde habe keine Gründe erkennen können, die gegen den Bau des Stalles sprechen. Wie mehrfach berichtet, sehen die Nachbarn dies ganz anders: Sie fürchten Lärm und Gestank, der von dem neuen Stall und von an- und abfahrenden Traktoren ausgeht. Deshalb haben sie schon gegen den Bauvorbescheid Klage eingereicht. Auch den schon begonnenen Bau einer riesigen, ebenfalls schon genehmigten Güllegrube wollen sie mit einem Baustoppverfahren verhindern. Über diesen Eilantrag wird allerdings frühestens in einigen Wochen entschieden, eine aufschiebende Wirkung hat er nicht.

Wenn die Anlieger nun auch den Stall verhindern wollen, müssen sie auch gegen die Baugenehmigung des Landratsamtes klagen, erklärt Baujurist Martin Mommers. Eine solche Klage würde dann zunächst wieder beim Verwaltungsgericht in Augsburg landen, das erfahrungsgemäß erst in etlichen Monaten sich mit dem Fall neu beschäftigen würde. Bis dahin könnte Moser fleißig weiterbauen an seinem neuen Kuhstall und damit Fakten schaffen, allerdings mit einem gewissen Restrisiko: Kippt das Gericht die Baugenehmigung, müsste er das wieder abreißen, was er für teures Geld errichtet hat. Wann Moser mit dem Bau des genehmigten Stalles für 120 Tiere beginnt, ist unklar: „Wir sagen zu dem ganzen Thema nichts mehr“, erklärte gestern seine Frau auf Anfrage.

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Der Bau des Stalles und der Güllegrube erhitzt die Gemüter in Hittistetten seit Monaten. Die Anlieger glauben, Moser zerstöre „die eigentlich erhaltenswerte und schützenswerte Landschaft sukzessiv und unwiederbringlich“ und „stopfe“ den Stall mit einer viel zu hohen Anzahl von Tieren voll.

Moser selbst aber hatte in der Vergangenheit immer wieder erklärte, die Erweiterung seines Kuhstalles sei zur Existenzsicherung notwendig und diene auch dem Tierwohl. Die Kühe fänden im neuen Stall weitaus bessere Bedingungen vor. Und auch die Arbeitsabläufe auf dem Hof würden optimiert. In diesem Bemühen bekam der Milchbauer jüngst auch die Unterstützung vom Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Kreisverband Neu-Ulm. Rückendeckung erhielt er auch von etlichen seiner Berufskollegen im Landkreis Neu-Ulm.

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