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Pfuhl

19.07.2017

Leiterin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums nimmt Abschied

Dreieinhalb Jahre hat Jutta Gruber das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Pfuhl geleitet, jetzt geht sie in Pension – und freut sich darauf.
Bild: Alexander Kaya

Jutta Gruber leitet das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Pfuhl, jetzt geht sie in Pension. Was sie über das Image von Schulen und die Eigenschaften von guten Lehrern sagt.

Lehrerin zu werden war eigentlich gar nicht der Plan von Jutta Gruber. Sie studierte Kunst, eine ihrer großen Leidenschaften, und irgendwann konnte sie sich entscheiden, ob sie die Option, Lehrerin zu werden, ins Studium einbauen wollte. „Ich habe das dann mitgemacht“, sagt Gruber. Mittlerweile hat die 64-Jährige über 40 Jahre lang als Lehrerin und Dozentin gearbeitet – und schätzt ihren Beruf sehr: „Das ist der einzige Job, den ich kenne, wo jeder Tag ein bisschen anders ist. Und diese Flexibilität hält wach.“ Derzeit hat Gruber ihre letzten Tage als Leiterin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums in Pfuhl – dann geht sie in Pension. Ihren Posten übernimmt ab kommendem Schuljahr Mark Lörz, der bislang stellvertretender Schulleiter am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn war.

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In den vergangenen Jahren sei die Schülerzahl am Suttner angestiegen. Gruber macht das einerseits am veränderten Image der Schule fest. Früher sei die Einrichtung eher an alten Traditionen ausgerichtet gewesen. „Das geht in einer modernen Welt nicht“, stellt Gruber klar und fügt hinzu: „Man muss die Schule auch nach außen hin repräsentieren. Man muss werben, Konzepte entwickeln.“ So hat die Schule seit geraumer Zeit ein neues Logo – aus Kostengründen ist es aber bislang nur am Eingang zu sehen. Derzeit gibt es sowieso eine andere Baustelle: Die Bibliothek wird neu eingerichtet. Leseecken soll es geben, Container mit Zeitschriften, auditive Medien – und Regale, bei denen auch kleinere Schüler das oberste Fach erreichen. Doch das Ansehen alleine will Gruber nicht als Grund für den Schülerzulauf sehen: Es habe in den vergangenen Jahren allgemein sehr starken Zuzug gegeben, viele Eltern schätzten vielleicht auch, dass das Gymnasium Teil des Schulzentrums ist. „Außerdem sind wir eine offene Ganztagsschule – und haben einen sehr großen Wahlbereich“, sagt Gruber. Die Angebote am Suttner reichen von Kunst, Robotik, Astrophysik, Theater hin zu verschiedenen sportlichen Angeboten. Darauf ist die Schulleiterin besonders stolz: „Es ist klasse, wenn ein Kollegium das alles leisten kann.“ Je mehr Kinder in Bereichen experimentieren könnten, die nicht auf dem Lehrplan stehen, desto einfach könnten sie ihren Weg in der Vielfalt der heutigen Angebote finden. „Man kennt dann schon das Gefühl ’Das ist nicht meins‘– oder ’Das ist genau meins’“.

Gruber hat eine genaue Vorstellung davon, was für sie einen guten Lehrer ausmacht: Leidenschaftlich muss er bei der Sache sein, die Schüler sich gut mit ihm identifizieren können – dann klappe das Lehren und Lernen am besten. Mit Examensnoten habe das nichts zu tun. Gruber sehe es deshalb auch lieber, angehende Lehrer vor Studienbeginn zu testen, ob sie für den Beruf geeignet seien. Allein in den dreieinhalb Jahren als Schulleiterin hat sie zwei Referendare erlebt, die erst während ihrer Zeit an der Schule merkten, dass der Beruf nichts für sie ist. „Eine hat gesagt, sie macht das jetzt zwar noch fertig, wird das danach aber nie als Beruf machen.“

Leiterin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums nimmt Abschied

Gruber, die Theater, Kunst und Film lehrt, hat schon einige Stationen in ihrem Leben als Lehrerin durchlaufen: Vor ihrer Stelle am Suttner war sie unter anderem stellvertretende Schulleiterin am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn, Dozentin an der Akdemie für Lehrerfortbildung in Dillingen und Lehrerin am Lessing-Gymnasium Neu-Ulm.

Jetzt freut sich die 64-Jährige auf ihre Pension: „40 Jahre sind eine lange Zeit“, sagt sie und lacht. Langeweile, da ist sie sich sicher, wird nicht aufkommen: Gruber will sich Dingen widmen, für die ihr jüngst die Zeit gefehlt hat: Ihren zwei Leidenschaften Musik – Gruber spielt Klavier und singt – und Kunst. Doch um dort wieder richtig zu starten, brauche man eigentlich schon wieder ein Atelier, so Gruber. Das werde sie sich noch überlegen. „Ich mache das wie bei meiner beruflichen Karriere: Ich plane nicht wirklich.“

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