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Oberelchingen

29.11.2018

Nach archäologischen Funden: Historiker gibt Contra

Ausgrabungen vor der Elchinger Klosterkirche seien keine Basis, die Geschichte der Gemeinde neu zu schreiben, erklärt der Autor Anton Aubele.
Bild: Andreas Brücken

Nach den archäologischen Funden an der Klosterkirche sieht der Historiker Anton Aubele keinen Grund, die Elchinger Geschichte neu zu schreiben.

Wenn es nach dem Landschaftsarchitekten Frank Hornikel geht, sollte die Geschichte Elchingens neu geschrieben werden. Als Leiter der Bauarbeiten vor der Klosterkirche berichtete er jüngst dem Gemeinderat von Ausgrabungsfunden, deren Spuren älter sind, als bisher von Fachleuten angenommen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte dazu). Dem widerspricht jedoch der Historiker Anton Aubele: Sowohl Einzelfunde aus vorchristlicher Zeit als auch die 82 aufgedeckten Bestattungen aus dem Hoch- und Spätmittelalter, die auf dem Kirchenvorplatz in Elchingen gefunden wurden, dürften kaum eine ausreichende Basis sein, um von Elchingens Vergangenheit ein neues Bild zu entwerfen, erklärte er.

Die Geschichte Elchingens ist über fast 700 Jahre entscheidend vom Kloster geprägt, so Aubele. Seine Dissertation „Die Benediktinerreichsabtei Elchingen vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Säkularisation“ behandelt die unterschiedlichsten Aspekte des Klosterlebens und das Verhältnis des Klosters zu seinen Untertanen in vielen Bereichen. Die Arbeit liegt bisher nur im Manuskript vor und soll der Öffentlichkeit als illustriertes Buch zugänglich gemacht werden.

Historiker Anton Aubele: Auch Gemeinderat habe wohl Lücken im Wissen um Elchinger Geschichte

Um dem Straßer Historiker eine finanzielle Grundlage zu bereiten, beantragte Gemeinderätin Karin Batke jüngst einen Zuschuss von 5000 Euro. Wie berichtet, lehnte der Ausschuss den Antrag „aus Gründen der Gleichbehandlung gegenüber anderen Autoren“ ab. Für die Drucklegung des über 400 Seiten starken Werkes bewilligten sie lediglich 200 Euro und die Abnahme von 25 Exemplaren.

„Es erscheint in einem etwas seltsamen Licht, wenn man die horrenden Kosten von 328000 Euro für die archäologische Grabung, die in der gleichen Sitzung ausführlich zur Sprache kamen, den beantragten 5000 Euro für das Buch gegenüberstellt“, sagt Aubele. „Meine solide und rein ehrenamtlich angefertigte Geschichtsdarstellung behandelt detailreich die spannende letzte große Epoche bis zur Aufhebung der einstigen Reichsabtei durch die Säkularisation.“

Das Buch sei ein wertvoller Beitrag, das Wissen über das bedeutende Kloster zu erweitern. „Die Gemeinde sollte stolz auf ihre Geschichte sein“, sagt Aubele, und stellt fest, dass es stattdessen ganz offensichtlich große Lücken im Wissen um die eigene Geschichte – auch im Gemeinderat – gebe: „Man gewinnt nicht selten den Eindruck, dass es sich nur um Napoleon und die von ihm inszenierte blutige Schlacht dreht und verdeckt damit die recht bedeutsame Geschichte der Reichsabtei.“ (anbr)

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