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Neu-Ulm

13.04.2015

Neuer Wertstoffhof: Des Abfalls neue Heimat

Ein alter Sackkarren machte den Anfang: Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und Jürgen Gerhardt vom Baubetriebshof weihten den neuen Wertstoffhof symbolisch ein. Ab heute dürfen auch Bürger ihren Abfall anliefern.
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Ein alter Sackkarren machte den Anfang: Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und Jürgen Gerhardt vom Baubetriebshof weihten den neuen Wertstoffhof symbolisch ein. Ab heute dürfen auch Bürger ihren Abfall anliefern.

Seit Montag hat der neue Wertstoffhof in Neu-Ulm geöffnet. Hunderte Neugierige strömten schon am Tag zuvor auf die Anlage und erfuhren, was sich ändern wird

Es war Sonntag und sämtliche Container waren noch gesperrt – und trotzdem machten sich Hunderte von Menschen auf den Weg zum neuen Neu-Ulmer Wertstoffhof. Einen Tag vor der tatsächlichen Eröffnung hatte die Stadtverwaltung zu einem „Tag der offenen Tür“ auf das Gelände am Breitenhof geladen, um den Bürgern das 1,8 Millionen Euro teure Recycling-Prachtstück vorzustellen.

„Ich bin platt, wie groß das Interesse ist. Mit so einem Zulauf hätte ich nicht gerechnet“, gab sich Oberbürgermeister Gerold Noerenberg überrascht. Er war es schließlich auch, der gemeinsam mit Jürgen Gerhardt vom Baubetriebshof den ersten Container einweihte – mit dem Wurf eines ausgedienten Sackkarren in den Behälter für Alteisen. Dass sich die beiden dabei relativ leichttaten, ist eine der wesentlichen Verbesserungen des neuen Wertstoffhofes gegenüber dem alten im Wiley-Nord. Wo bislang mancher Abfall noch über wackelige Leitern nach oben getragen und über Kopf in Container geworfen werden musste, geht seit Montag alles so gut wie ebenerdig. Eine asphaltierte Rampe führt die Besucher auf eine erhöhte Ebene, von wo aus die Wertstoffe „bequem, einfach und überdacht“, so OB Noerenberg, entsorgt werden können.

Der Bau eines neuen Recyclinghofes war im Dezember 2012 beschlossen worden, als klar wurde, dass auf dem bisherigen Gelände im Wiley-Nord in naher Zukunft Wohnungen und möglicherweise eine Schule entstehen sollen. Die Entscheidung für den Breitenhof lag nahe, da hier bereits die städtische Kompostieranlage untergebracht war. Diese gibt es dort auch weiterhin. Zwar wird der städtische Grünabfall nicht mehr vorort kompostiert, „aber Kompost gibt es hier auch in Zukunft zu kaufen“, erklärte Jürgen Gerhardt.

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Bis zu 400 Fahrzeuge fertigten die Mitarbeiter des Baubetriebshofes in der Vergangenheit an manchen Tagen sowohl auf der Kompostieranlage als auch auf dem alten Wertstoffhof ab. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie groß der Andrang auf der neuen Anlage sein wird und wie diese den verkraftet. Auf der Staatsstraße in Richtung Finningen wurde zu diesem Zwecke extra ein Linksabbiegerstreifen eingerichtet. „Auf der Anlage selbst wird es wahrscheinlich einige Zeit dauern, bis die Besucher verstehen, dass sie nicht kreuz und quer fahren müssen, sondern einfach nur die Rampe rauf“, glaubt Gerhardt. Sechs seiner Mitarbeiter werden in unterschiedlichen Schichten dafür sorgen, dass die Eingewöhnung möglichst schnell geht. Eine Umstellung werden für manchen wohl auch die neuen Öffnungszeiten sein. Hatte die Kompostieranlage bislang immer montags geschlossen und der Recyclinghof täglich geöffnet, bleibt die neue Anlage künftig mittwochs immer zu. „Damit haben wir auf Beschwerden von Bürgern reagiert, die ihr Grüngut vom Wochenende gerne bereits am Montag abgeliefert hätten. Das ist ab jetzt möglich“, sagte Anton Bullinger, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus.

Beschwerden hinsichtlich der Lage des neuen Wertstoffhofes seien in der Vergangenheit bei ihm ebenfalls aufgeschlagen. Darauf könne die Verwaltung allerdings nur bedingt Rücksicht nehmen. Eine zentrale Lösung habe, je nach Wohnort, immer unterschiedlich lange Anfahrtswege für die Bürger zur Folge. „Wir haben durchgerechnet, was es kosten würde, mehrere kleinere Wertstoffhöfe einzurichten – es wäre deutlich teurer geworden“, erklärte Bullinger. Dass die nun etwas abseits gelegene Lage möglicherweise auch „Mülltouristen“ aus umliegenden Gemeinden anlockt, will er nicht ausschließen. „Dafür werden wir die Ausweiskontrollen verstärken. Auf dieser Anlage dürfen nur Neu-Ulmer Bürger ihre Wertstoffe abgeben“, kündigte Jürgen Gerhardt an.

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