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Nersingen/Steinheim

14.07.2020

Pfarrerin Annedore Becker hinterlässt große Fußabdrücke

Pfarrerin Annedore Becker legte ihrer Abschiedspredigt Verse aus dem Lukasevangelium Kapitel fünf zugrunde.
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Pfarrerin Annedore Becker legte ihrer Abschiedspredigt Verse aus dem Lukasevangelium Kapitel fünf zugrunde.
Bild: Inge Pflüger

Plus Die Geistliche fühlte sich unverkennbar wohl in der Kirchengemeinde Steinheim-Nersingen. Wie sie selbst ihre Rolle sieht und was mit der Pfarrstelle geschieht.

Ihre letzte Predigt in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Steinheim-Nersingen hielt Pfarrerin Annedore Becker am Sonntagnachmittag in der katholischen Kirche St. Ulrich in Nersingen. Weil alle drei evangelischen Gotteshäuser der Pfarrgemeinde aufgrund der gesetzlichen Vorschriften in Corona-Zeiten zu klein waren, dankte erster Pfarrer Tobias Praetorius speziell seinen katholischen Kollegen für ihre großzügige Gastgeberrolle – ein Zeugnis dafür, dass in der Kirchengemeinde Steinheim-Nersingen die Ökumene bestens funktioniere.

Die Abschiedspredigt (sie lag dem Text aus dem Lukasevangelium Kapitel fünf, Verse eins bis zwölf zugrunde, als Jesus mit etlichen Jüngern beim Fischen aus dem See Genezareth einen fetten Fang an Land zog) von Annedore Becker machte deutlich, dass sie sich nicht als „Menschenfischerin“ sieht, obwohl die „Kirchennetze“ seit längerer Zeit etwas schief hängen. Vielmehr sei sie im Auftrag des Herrn unterwegs, um im gegenseitigen Verständnis für einander da zu sein. Und dass sie sich in der Kirchengemeinde Steinheim-Nersingen wohlfühlte, war unverkennbar.

Steinheim/Nersingen: Ein Geschenk zum Abschied für Pfarrerin Annedore Becker

Gute Worte und ein Geschenk brachte auch Dekan Jürgen Pommer mit, der eigens für die „Entpflichtung“ der Pfarrerin nach Nersingen kam. Er erinnerte an den „guten ökumenischen Geist“, der in der Kirchengemeinde herrsche, dankte den anwesenden Katholiken für die gute Zusammenarbeit und hob die hervorragende kollegiale, gute und engagierte Arbeit der Pfarrerin hervor. Neu-Ulms Zweiter Bürgermeister Johannes Stingl nannte die Pfarrerin etwa die „digitale Zentrale der Kirchengemeinde“ in Zeiten der Corona-Pandemie, die längst noch nicht vorbei sei. Und: „Sie haben mit Ihrer Arbeit und mit Ihrem Wirken große Fußabdrücke in der Kirchengemeinde Steinheim hinterlassen.“ Becker sei in Steinheim nicht nur Pfarrerin auf Probe gewesen, sondern Seelsorgerin und Ideengeberin, die sich mit „Herzblut in das Gemeindeleben“ eingebracht habe. In dieselbe positive Kerbe schlug auch die stellvertretende Landrätin Susanne Salzmann, ebenso weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche.

Pfarrerin Annedore Becker hinterlässt große Fußabdrücke

Annedore Becker, die in der Lutherstadt Eisenach geboren wurde (sie ist verheiratet und hat zwei Töchter), wird ab 1. August die erste Pfarrstelle der Kirchengemeinde Haar in München Ost übernehmen.

Pfarrerin Jutta Sperber übernimmt die Vertretung in Steinheim

Neben der Orgelmusik begleitete Pfarrer Tobias Praetorius auf seiner Gitarre musikalisch den Gottesdienst. Das Coronavirus schwebte wie ein Gespenst während der Feier gefühlt im Raum. Etwa als die Pfarrer in die Kirche einzogen, als die Gottesdienstbesucher laut Vorschrift zwei Meter weit auseinander teils mit Masken, teils ohne Masken saßen oder als Dekan Pommer beim „Entpflichten“ hinter Pfarrerin Annedore Becker treten musste.

Laut Dekan Jürgen Pommer wird Pfarrerin Jutta Sperber ab 1. August als Vertreterin für die halbe Pfarrstelle Steinheim II eingesetzt, bis sich jemand auf diese Stelle bewirbt. Denn wie üblich, wird die Stelle regulär ausgeschrieben.

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