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Ulm

18.01.2020

Prozess in Ulm nach Horrorfahrt mit Höllentempo

Mit hoher Geschwindigkeit soll ein heute 26-Jähriger durch die Ulmer Gegend gefahren sein, mit dabei seine Ex-Freundin als Geisel.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Ein Mann soll seine Ex-Freundin in seinem Auto als Geisel genommen und geschlagen haben. Jetzt steht er vor dem Landgericht Ulm.

Brutale Beziehungsdelikte haben die Strafkammern des Landgerichts Ulm in letzter Zeit immer häufiger beschäftigt. Am Freitag hat ein Prozess gegen einen zur Tatzeit 25-jährigen Mann begonnen, der seine 29-jährige Ex-Freundin laut Anklage brutal attackiert und in Geiselhaft genommen hat, nachdem diese mit ihm Schluss gemacht hatte.

Zum Auftakt des Verfahrens, für das fünf Verhandlungstage angesetzt und neunzehn Zeugen geladen sind, schilderte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse gegen den Beschuldigten. Wenn sich diese in der Beweisaufnahme bestätigen, hat der heute 26-Jährige gewütet und der Frau ein Martyrium bereitet.

Landgericht Ulm: Mann soll Ex-Freundin als Geisel genommen haben

So soll der Mann seiner Ex-Freundin im Juli 2019 in der Tiefgarage ihrer Wohnung in Ulm aufgelauert und sie attackiert haben, obwohl die Frau ein gerichtliches Kontakt- und Näherungsverbot gegen ihn erwirkt hatte. Laut Anklagevertreter hat der Angeklagte seine ehemalige Partnerin mit Gewalt in sein Auto bugsiert, nachdem die Frau verzweifelt um Hilfe gerufen hatte. Im Anschluss daran sei er mit ihr gegen ihren ersichtlichen Willen und ohne ersichtliches Ziel mit hoher Geschwindigkeit im Großraum Ulm durch die Gegend gefahren. Als die 29-jährige in ihrer Todesangst versuchte, sich aus dem fahrenden Auto zu stürzen, soll ihr Ex-Freund sie an den Haaren und am Pullover wieder ins Auto gezerrt haben.

Prozess in Ulm nach Horrorfahrt mit Höllentempo

Während der Fahrt, so die Anklageschrift weiter, habe der Mann mehrmals auf die Frau eingeschlagen. Schließlich habe er von ihr verlangt, eine Anzeige gegen ihn bei der Polizei zurückzunehmen, ihn kostenlos in ihrer Wohnung aufzunehmen und einen Ratenkreditvertrag zur Finanzierung seines Fahrzeugs zu bedienen. Für den Fall, dass die Ex-Freundin sich weigern sollte, habe der Angeklagte ihr angedroht, mit Karacho gegen einen Baum zu fahren. Bei einem weiteren Fluchtversuch gelang es der Frau, das Fahrzeug zu verlassen. Darauf habe der Mann sie zu Fuß verfolgt, eingeholt, erneut massiv attackiert und ins Auto geschubst. Doch bevor der Angeklagte selbst wieder ins Fahrzeug stieg, soll die Frau das Auto von innen verriegelt haben und weggefahren sein.

Prozess am Landgericht Ulm wird am 10. Februar fortgesetzt

Rechtlich schätzt die Staatsanwältin den Vorfall als Geiselnahme in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz ein. Daneben werden vier weitere Taten verhandelt, die der heute 26-Jährige an seiner früheren Freundin begangen haben soll: versuchte Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung, Nötigung, Sachbeschädigung und Bedrohung.

Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft. Die Aussage hat der Angeklagte am Freitag nach der Verlesung der Anklageschrift verweigert. In einer schriftlichen Erklärung, die die Anwältin verlas, räumte er jedoch einen kleinen Teil der Vorwürfe ein. Dabei drückte sich der Mann aber nicht wirklich konkret aus. Seine Ex-Freundin hat sich dem Verfahren als Nebenklägerin angeschlossen und wird von einer Rechtsanwältin vertreten.

Der Prozess wird am Montag, 10. Februar, fortgesetzt. Dann kommen zehn Zeugen zu Wort.

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