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Neu-Ulm

29.04.2019

Realschüler unternehmen sechs Zeitreisen in zwei Stunden

Eifrig bei den Proben: die Lehrerinnen Andrea Lidl-Löwlein (links stehend) und Astrid Brunner (sitzend) mit den Schülern der Christoph-Probst-Realschule. Am Donnerstag, 2. Mai, führen sie ihr Stück „Der Geist im Diamanten“ im Edwin-Scharff-Haus auf.
Bild: Alexander Kaya

Die Christoph-Probst-Realschule zeigt zur 150-Jahr-Feier Neu-Ulms eine Eigenproduktion im Edwin-Scharff-Haus. Dabei geht es auch um ein anderes Jubiläum.

Die Schülerin ist mittendrin, die Legende vom Heiner-Metzger-Turm an der Donau zu erzählen, als sie unterbrochen wird: „Ihr müsst immer daran denken, dass ihr kein Mikrofon habt“, sagt Lehrerin Astrid Brunner. Und ihre Kollegin Andrea Lidl-Löwlein erklärt noch einmal, wie wichtig die richtige Betonung ist. Die beiden Lehrerinnen und zahlreiche Schüler der Christoph-Probst-Realschule in Neu-Ulm stecken gerade mitten in den Proben für ihre Eigenproduktion „Der Geist im Diamanten“. Und die Aufregung dürfte in diesen Tagen steigen: Denn am kommenden Donnerstag, 2. Mai, wird das Stück – eine Kombination von Schauspiel, Gesang, Akrobatik und Tanz – im Rahmen des Neu-Ulmer Stadtjubiläums im Edwin-Scharff-Haus aufgeführt.

Die Eigenproduktion vereint eine Zeitreise durch 150 Jahre Neu-Ulm und 60 Jahre Staatliche Realschule Neu-Ulm: Zwei Jugendliche reisen aus dem Jahr 2019 durch die Zeit und machen in sechs verschiedenen Jahren halt. „Wir schreiben etwa alle zwei Jahre selbst ein Stück“, erzählt Brunner. Ihre Kollegin Lidl-Löwlein erklärt, wie die Schüler dabei eingebunden wurden: „Wir haben ihnen zum Beispiel Fotos von Neu-Ulm oder Mode aus früherer Zeit gezeigt und haben gefragt, wie und über was denn die Leute damals gesprochen haben könnten.“

Die Proben waren oft eine Herausforderung

Die Zeitsprünge werden so nicht nur anhand der großen geschichtlichen Ereignisse deutlich, sondern auch an kleinen Details. So erzählt eine Frau einer anderen in dem Stück zunächst, dass ihre Mutter Blut spucken würde, in einer späteren Szene dann, ihre Mutter habe eine Lungenentzündung – ein Zeichen für das zunehmende Wissen über Krankheiten und Gesundheit. In dem Stück spielt aber auch die Geschichte der Staatlichen Realschule Neu-Ulm, die zwischen 1970 und 1975 die größte Realschule in ganz Bayern war, eine Rolle: Eine Szene beispielsweise ereignet sich am Tag der Schulgründung 1959.

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Knapp 70 Schüler sind insgesamt an dem Projekt beteiligt. Im Mai vergangenen Jahres haben sich die beiden Lehrerinnen zum ersten Mal überlegt, was für eine Produktion sie aufführen könnten, im September und Oktober haben sie dann aktiv mit den Schülern angefangen. Die Proben, die größtenteils immer montags stattfinden, waren aber oft eine Herausforderung: „Es gab immer wieder Krankheitsfälle“, sagt Lidl-Löwlein. Da hilft nur eins: Die Lehrerinnen springen einfach selbst für die fehlenden Schüler ein.

Aus der Ruhe bringt das die beiden Lehrerinnen aber nicht: „Wir werden jedes Jahr relaxter und ruhiger. Vor Jahren wären wir in einer solchen Situation noch im Viereck gelaufen“, berichtet Lidl-Löwlein. Mittlerweile aber wüssten sie: „Es läuft nachher schon“, fügt sie hinzu. Brunner berichtet davon, dass die Schüler bei jedem Projekt über sich hinauswachsen würden, beispielsweise bei Kussszenen.

Neu-Ulmer Realschule feiert mit einem Tag der offenen Tür

Das 60-jährige Bestehen feiert die mittlerweile nach dem Widerstandskämpfer Christoph Probst benannte Realschule aber auch noch bei einem anderen Termin: Am Dienstag, 28. Mai, wird es zunächst ab 12 Uhr einen Festakt für geladene Gäste geben, an dem unter anderem Landrat Thorsten Freudenberger und Oberbürgermeister Gerold Noerenberg teilnehmen. Festrednerin an diesem Tag ist die Landtagsabgeordnete Beate Merk, die bereits bei der 50-Jahr-Feier sowie der Namensgebungsfeier der Schule gesprochen hatte. „Sie ist als frühere Oberbürgermeisterin ja auch Teil der Neu-Ulmer Stadtgeschichte“, sagt Schulleiter Dieter Lüke.

Nach dem Festakt beginnt gegen 13.30 Uhr ein Tag der offenen Tür, für den die Schüler ebenfalls die vielen Ereignisse in den Jahrzehnten der Schulgeschichte präsentieren. „Es gibt viele Orte, wo man Dinge erfahren kann, zum Beispiel, wie die Schule vorher aussah“, beschreibt Lüke. Einige Schüler haben beispielsweise auch Ehemalige interviewt und daraus einen Film gemacht.

Das Stück „Der Geist im Diamanten“ wird am Donnerstag, 2. Mai, im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm aufgeführt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

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