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04.07.2010

Rosenblätter als Dank für die Rettung

Die Prozession führte durch das Tor zum 25-jährigen Gedenken an die Rettung der Menschen aus höchster Not. Foto: mde
Bild: mde

Pfaffenhofen-Marienfried Zum 25. Mal trafen sich 700 sogenannte vietnamesische "Boat People" und ihre Angehörigen in der Gebetsstätte Marienfried in Pfaffenhofen, um für ihre an ein Wunder grenzende Rettung aus einer scheinbar rettungslosen Situation zu danken. Erstmals im Jahre 1975 erschütterten Bilder von überalterten und völlig überladenen Wasserfahrzeugen die Welt. Dicht gedrängt vegetierten an Bord von der Sonne verbrannte Menschen vor sich hin, dem Hunger- und Dursttod nahe.

Nach Ende des Vietnam-Krieges versuchten über eineinhalb Millionen Vietnamesen der Verfolgung durch das kommunistische Regime zu entfliehen. Der Begriff "Boat People" wurde zum Inbegriff dieser Flüchtlinge, von denen über eine Viertelmillion im südchinesischen Meer den Tod fand. Über 10 000 wurden gerettet, zum Teil auch von der berühmten "Cap Anamur", und leben heute in Deutschland. Ein Teil von ihnen konnte inzwischen auch die vermissten Familienangehörigen nachholen. Seit 25 Jahren kommen Hunderte von ihnen zu einem Dankgottesdienst und einer Wallfahrt nach Marienfried, denn viele christliche Flüchtlinge sind überzeugt, dass sie ihre Rettung auch dem Gebet und dem Schutz Mariens zu verdanken haben.

Dies betonte auch der vietnamesische Bischof Johannes Dang duc Ngan, der zur Jubiläumswallfahrt der Boat-People nach Marienfried gekommen war. "Wir danken Jesus und Maria und wir danken den Menschen, die uns hier eine neue Glaubensheimat und ein neues Zuhause geschenkt haben", sagte er in seiner Festpredigt, der ein vietnamesisch-deutscher Festgottesdienst vorausging.

Pfaffenhofens Zweiter Bürgermeister Erwin Stötter betonte in einem Grußwort: "Es ist uns eine Ehre, dass sie in Marienfried seit einem Vierteljahrhundert jährlich ihrer Rettung gedenken." Besonders freue ihn die Tatsache, dass sich immer wieder die Hoffnung erfülle, dass Familien zusammenfinden. "Als Gastgeber bezeugen wir hier unseren Respekt vor dem vietnamesischen Volk und ihrem Bemühen, durch die Wallfahrt und das Gedenken zu zeigen, dass sie ihre Wurzeln nicht vergessen haben."

Gebete und Tänze begleiteten den fast 700 Gläubige umfassenden Pilgerzug von der Marienkapelle zur Fatimagrotte, wo ein vietnamesisch-deutscher Chor den Gottesdienst umrahmte. Immer wieder machte der Pilgerzug Halt, um festlich gekleideten Mädchen die Gelegenheit zu geben, "mit ihrer Reinheit zu Ehren Marias und zum Dank für die Rettung Rosenblätter zu streuen", wie Bischof Johannes bemerkte. Angeführt von einer vietnamesischen Marienfahne und einem immer wiederkehrendem Ave Maria zog die Marienstatue umrahmt von deutschen und vietnamesische Ministranten zur Grotte.

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