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Pfaffenhofen

21.04.2018

Schöner spazieren an der Roth

Die Fußgängerbrücke über die Roth unweit des Pfaffenhofer Ortskerns markiert in etwa das nördliche Ende des geplanten Naherholungsbereichs.
Bild: Willi Baur

Das Konzept zur Gestaltung einer neuen Uferpromenade ist im Marktgemeinderat unstrittig. Doch bei einem Punkt scheiden sich die Geister.

Klares Votum für ein reizvolleres Flussufer: Mit einer großen Mehrheit hat der Marktgemeinderat am Donnerstag das sogenannte Spazierwegekonzept Roth-aue samt vorliegendem Entwurf beschlossen. Dafür wird allerdings Grunderwerb nötig sein. Und bei diesem Thema schieden sich die Geister. Gleichwohl: Im Herbst soll das Projekt realisiert werden.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Die Gestaltung einer „Uferpromenade“ am Rande des Pfaffenhofer Ortskerns war 2012 durch einen Bürgerentscheid abgelehnt worden. „Daraufhin haben wir nun ein neues Konzept entwickelt, samt Einstieg in ein Förderprogramm des Bundes und des Landes“, sagte Bürgermeister Josef Walz zu Beginn der Beratung des Entwurfes, den Landschaftsarchitekt Thomas Lauterbach aus Markt Rettenbach vorgelegt hatte.

Wobei die Bezeichnung „Uferpromenade“ fraglos zu kurz greift. Über Spazier- und Radwege hinaus ist vielmehr ein attraktives, kleines Naherholungsgebiet vorgesehen, insbesondere im nördlichen Abschnitt des rund 900 Meter langen Bereichs zwischen den Ortsmitten von Pfaffenhofen und Diepertshofen. Verbreiterte und befestigte Uferstreifen mit gepflasterten und möblierten Sitzbereichen sowie Treppen und eine kleine Anlage zum Wassertreten sollen Lauterbach zufolge die Aufenthaltsqualität am Ostufer der Roth erhöhen. Dazu kommt unter anderem noch eine Art Uferbalkon, ebenfalls mit einem Sitzplatz ausgestattet.

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Geplant sind überdies ausgebaute Wirtschaftswege für die Landwirtschaft und zum Radfahren gleichermaßen, dreieinhalb Meter breit und mit einer wassergebundenen Decke, einem festgewalzten Schotterbelag, versehen. Die Geh- und Radwege, inklusive befestigter Randstreifen zweieinhalb Meter breit, sollen zudem mit einem Stabilisierungsmaterial verstärkt werden.

Doch halten diese Wege auch einem größeren Hochwasser stand? Bedenken in dieser Hinsicht äußerten die Markträte Anton Rupp (CSU) und Maximilian Spleiß (FWG). Lauterbach teilte diese Sorge nicht. Für Franz Walk (FWG) ist derweil die vorgesehene „Kneipp-Anlage nicht akzeptabel“. Er rechnet dort mit massiven Problemen durch Glasscherben. „Diese Risiken bestehen bei jeder vergleichbaren Anlage“, befand der Planer. Und Rathauschef Walz sagte dazu: „Dann könnte man auch in keinem Baggersee mehr baden.“

Deutlich skeptischer beurteilten einige Ratsmitglieder ein ganz anderes Thema: den nötigen Grunderwerb von fast 800 Quadratmetern am nördlichen Ende der Uferzone, unweit der Roth-Brücke. Die Fläche gehört derzeit der VR-Bank. Mit ihr will die Kommune ein etwa gleich großes Areal tauschen, etwas südlicher gelegen und mit einem wohl abbruchreifen Haus bebaut. „Diese Rechnung stimmt nicht, wir tauschen ein Filetgrundstück gegen eine Uferböschung“, kritisierte Klaus Przewodnik (FWG). Er sprach von einem „Geschenk an die Bank“. Ähnlich äußerten sich die Kollegen Rupp und Spleiß. Sie forderten einen Wertausgleich.

Gegenteiliger Meinung waren Walz, der Dritte Bürgermeister Karlheinz Thoma (SPD) und Markträtin Hildegard Mack (CSU). Mit Blick auf eine künftige Bebauung merkte Thoma gar an, dass der teuerste Grund am Wasser liege. Der Bürgermeister empfahl schließlich für die anstehenden Verhandlungen mit der Bank „einen Blick in die Bodenrichtwertkarte“.

Unabhängig davon: Veranschlagt ist das Projekt Walz zufolge mit insgesamt etwa 450000 Euro, davon entfallen 202000 Euro auf den eigentlichen Uferweg. Nur der sei im Rahmen des Programms mit maximal 65 Prozent förderfähig. „Deshalb gehen wir insgesamt betrachtet von einer Bezuschussung mit 45 bis 50 Prozent aus“, ergänzte Walz.

Das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren und die Ausführungsplanung sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Für den August rechnet Landschaftsarchitekt Lauterbach mit der Ausschreibung der Arbeiten, ab Oktober etwa mit dem Baubeginn. „Bis zum Jahresende könnte das Vorhaben dann abgeschlossen sein“, sagte er.

Zwölf Mitglieder des Gremiums stimmten schließlich dem vorgeschlagenen Verfahren zu. Klaus Przewodnik, Claudia Walk und Franz Walk lehnten es ab.

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