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Neu-Ulm

19.06.2013

Schuften fürs Shopping

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3 Bilder
Für die Rammpfähle wurde an einer Stelle ein Loch ausgehoben.
Bild: Andreas Brücken

Seit Ende April laufen die Tiefbauarbeiten fürs Glacis-Einkaufszentrum. Ein Rundgang.

von Katharina Dodel

Neu-Ulm Es hat 35 Grad. Staub wirbelt durch die Luft. Zehn Liter trinkt jeder der Bauarbeiter an einem Tag wie diesem, sagt Henry Peix. Er blickt an sich herab. Der Service-Monteur flucht über die Hitze. „Gegen Regen kann man sich wenigstens ordentlich kleiden“, sagt er. Kurze Hosen sind bei den hochsommerlichen Temperaturen auf der Glacis-Baustelle nicht erlaubt. Seit Ende April wird für die Errichtung des Einkaufszentrums geschuftet.

Die Hamburger Unternehmensgruppe und Bauherr Procom hat bereits vor sieben Jahren erste Gespräche mit der Stadt geführt. Nun bewegt sich was an der Neu-Ulmer Bahnhofstraße. Im wahrsten Sinne des Wortes: „Derzeit werden Spezialtiefbauarbeiten vorgenommen“, sagt Stephan Klamert, Projektleiter für Tiefbau bei der bam Deutschland AG. Drei hohe Rammgeräte ragen auf dem 35000 Quadratmeter großen Areal in die Höhe. Sie hämmern rund 1000 Ortbetonrammpfähle bis zu zehn Meter in die Tiefe. „Das muss gemacht werden, weil der Baugrund nicht ausreichend tragfähig ist“, sagt Klamert.

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Noch während er das sagt, vibriert der Boden leicht. „Diese Erschütterungen können in unmittelbarer Nachbarschaft unterschiedlich stark wahrgenommen werden“, sagt der Experte. Anfang August sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Kampfmittelsondierung wird schon früher – so in etwa zwei Wochen – abgeschlossen sein. Das Areal musste wegen des Verdachts auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem ehemaligen Bahngelände abgesucht werden. „Außer ein paar Bombentrichtern und ungefährlichen Stabbrandbomben wurde nichts Gefährdendes gefunden“, sagt Klamert. 50000 Kubikmeter Erde wurden dafür umgegraben. Zur Regen-Entwässerung wurden sogenannte Rigolen-Boxen angelegt. Das Wasser soll dort dann unter der Bodenplatte versickern.

Gebaut wird das Einkaufszentrum quasi an drei Flächen: Haus eins, zwei und drei mit Galcis-Passage. Haus eins befindet sich am südlichen Teil des Areals, auf Höhe Memminger Straße. „Keines der Gebäude ist unterkellert, Haus eins liegt aber ein wenig tiefer“, erklärt Klamert und zeigt auf vier Betonflächen. „Dort wird Anfang Juli der erste der insgesamt vier Kräne aufgebaut. Außerdem wird demnächst das Fundament für Haus eins gelegt.“

Dobrivoje Tsic nimmt einen Schluck Wasser. Er ist einer der Arbeiter, die die Rammgeräte bedienen. „Gut, dass es windet“, sagt er. So sei die Hitze auszuhalten. Tsic war auf der Baustelle als es vor einer Woche stark regnete. „Hitze oder Nässe – ich hab’ beides abbekommen“, sagt er. Aber das mache ihm nichts, er sei gegen die Bedingungen abgehärtet. An eine Pause der Bauarbeiten sei wegen Wetterkapriolen eher nicht zu denken, sagt Stephan Klamert. „Der Zeitplan für die 165 Arbeiter ist sportlich“, sagt der Tiefbau-Projektleiter. Denn bis zum Februar 2014 soll der Rohbau abgeschlossen sein.

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