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Forschung

08.03.2012

Smartphone als Helfer bei Parkinson

Was Ulmer Forscher entwickelten, um Patienten mit dieser Krankeit zu helfen, lesen Sie hier  

Ulm Bewegungssensoren in Smartphones sollen künftig einen erfolgreicheren Kampf gegen Parkinson ermöglichen. Die Technik erfasst die Bewegungsdaten von speziellen Referenzübungen, die der Patient nach Aufforderung ausführt.

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Die Bewegungsdaten werden drahtlos auf ein Android-Smartphone übermittelt. Dank der Zusammenarbeit mit der Ulmer Parkinson-Selbsthilfegruppe konnte dieser Prototyp bereits an Patienten getestet werden. Die Messungen sind erfolgreich verlaufen. Die meisten Patienten haben die Idee der Kommunikation per Smartphone positiv aufgenommen.

Der Parkinson-Monitor geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn er soll auch durch die Analyse der Bewegungen krankheitsrelevante Veränderungen offenbaren. Mit einer Machbarkeitsstudie für ein neuartiges Verfahren zur Therapiekontrolle bei Morbus Parkinson zählt Professor Dr. Ronald Blechschmidt-Trapp, Fakultät Mechatronik und Medizintechnik, zu den zehn Gewinnern des Ideenwettbewerbs „Biotechnologie und Medizintechnik Baden-Württemberg“.

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Das Verfahren soll dem Neurologen eine einfache, aktuelle und objektive Beurteilung des Krankheitsverlaufes und damit für die Dosierung notwendiger Medikamente liefern. Die Jury hat empfohlen, die Entwicklung des Parkinson-Monitors in die Hauptförderung aufzunehmen. Für die Gewinner stellt das Land Baden-Württemberg eine Fördersumme von insgesamt vier Millionen Euro bereit.

In die Machbarkeitsstudie sind die Ergebnisse mehrerer Abschlussarbeiten eingeflossen. Es entstand ein Datenlogger, der mit Beschleunigungs-, Drehraten- und Kraftsensoren ausgestattet ist und mit einer Manschette am Bein oder am Arm des Patienten angebracht wird. Die gesammelten Daten sollen sowohl dem Patienten als auch dem Neurologen den Verlauf der Symptome objektiv und aktuell widerspiegeln.

„Ideal wäre es, wenn das System in seiner Endausführung eine Unter- oder Überdosierung vorhersagen könnte und damit den Fahrplan für die Medikamenteneinnahme überwacht“, fasst Blechschmidt-Trapp seine Vision zusammen. Dank des positiven Ergebnisses des Ideenwettbewerbs will er nun die Weiterentwicklung des Parkinson-Monitors in Kooperation mit seinen Ulmer Kollegen Professor Dr. Thomas Walter und Professor Dr. Felix Capanni vorantreiben. (az)

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