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Ulm

08.05.2015

Sternekost für Bedürftige

Sternekoch Klaus Buderath stellt sich Spitzenkoch anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Ulmer Tafel hinter den Herd.
Bild: Restaurant Lago

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens stellt sich Spitzenkoch Klaus Buderath vom Restaurant Lago hinter den Herd. Rotes Kreuz zeigt Besuchern das Übernachtungsheim.

Seit nun 20 Jahren bietet die Ulmer Tafel, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Ulm, bedürftigen Menschen eine warme Mahlzeit: Seit 1995 kochen Ehrenamtliche an fünf Tagen die Woche ein gesundes, mehrgängiges Menü, das pünktlich um 18 Uhr auf den Tisch kommt. Am Freitag, 12. Juni, feiert das DRK Ulm das Jubiläum – mit einem Tag der offenen Tür und einem Menü von Sternekoch Klaus Buderath.

Die Besucher können am Tag der offenen Tür das Übernachtungsheim besichtigen, auch für Gespräche bleibt Zeit. Zudem gibt es kostenlos Kaffee und Kuchen. Der Tag soll laut DRK Ulm vor allem eine Möglichkeit sein, sich ein eigenes Bild vom Übernachtungsheim zu verschaffen. Karin Ambacher, zuständig für das Übernachtungsheim, erklärt: „Man wirft einmal einen Blick auf etwas, was man sonst nicht sieht. Da gibt es ja die wildesten Fantasien.“

Ab 15 Uhr werden dann Sternekoch Klaus Buderath vom Restaurant Lago in Ulm und ein paar seiner Kollegen anrücken, um das Drei-Gänge-Menü vorzubereiten. Der Koch stand bereits zum 15-jährigen Bestehen der Tafel hinterm Herd. „Das soll ein Signal sein, dass man auch einmal bewusst nach links und rechts schaut im Leben“, erklärt Buderath. Was genau serviert wird, weiß er noch nicht, aber „es wird regional und saisonal sein“ und definitiv Fleisch enthalten. „Es wird nahrhaft und genug für alle da sein“, verspricht Buderath. Ein kleines Highlight verriet der Koch dann aber doch: Als Entrée wird ein alkoholfreier Cocktail gereicht.

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Im Schnitt werden bei der Ulmer Tafel pro Tag 30 Essen ausgegeben, das Menü kostet einen Euro. Zubereitet wird es von derzeit rund 30 Ehrenamtlichen. Die Zutaten stammen zum großen Teil aus dem Tafelladen in Ulm, den es seit etwa 18 Jahren gibt. Insgesamt gibt es in der Stadt Ulm und im Alb-Donau-Kreis sechs solcher Tafelläden, in Ulm außerdem noch eine Kleideroase. Über 70000 Einkäufe gab es insgesamt in allen sechs Tafelläden im Jahr 2014, es gibt „eine hohe Frequenz“, sagte DRK-Kreisvorsitzender Götz Hartung bei einer Pressekonferenz. Das Konzept der Tafelläden sei in Baden-Württemberg anders als im Rest von Deutschland: „Hier können die Menschen ganz normal einkaufen und bekommen die Waren nicht im Sinne von Almosen.“ Das sei vor allem für die Betroffenen wichtig.

Die Tagesstätte ist „nicht nur eine Wärmestation, sondern auch ein Ort für Kommunikation“, erklärte Hartung. Über 17000 Tagesbesucher gab es im vergangenen Jahr, zudem fast 9000 Übernachtungen. Seit etwa sechs Jahren kommen immer mehr Menschen, so Ambacher, vor allem immer mehr Jüngere. „Es gibt immer mehr Menschen in prekären Lebenssituationen“, so Ambacher. 28 Schlafplätze sind im Übernachtungsheim vorhanden, hinzu kommen zwei bis drei Notfall-Betten. Die räumliche Situation sei allerdings schon ein Problem, räumt Hartung ein: „Wenn in einem Schlafsaal elf Personen sind, ist die Intimsphäre nicht ausreichend gewahrt.“ Derzeit sei der DRK mit der Stadt Ulm über eine mögliche Erweiterung des Gebäudes im Gespräch.

Termin Das DRK-Ulm öffnet am Freitag, 12. Juni, von 13 bis 20 Uhr die Türen des Übernachtungsheims für Besucher. Um 18 Uhr serviert Sterne-Koch Klaus Buderath ein Menü für Bedürftige und Besucher.

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