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28.10.2010

Strafbefehl gegen Pfarrer

Pfarrer Mahl hat einen Strafbefehl bekommen. Foto: arc
Bild: arc

Bobingen/Neu-Ulm Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Amtsgericht einen Strafbefehl gegen den Bobinger Stadtpfarrer und Dekan erlassen. Albert Mahl soll im Frühjahr 2002 im Religionsunterricht ein damals knapp zehn Jahre altes Mädchen wiederholt unter der Kleidung an ihrer Brust gestreichelt haben.

Zu diesem Ergebnis kam die Staatsanwaltschaft Augsburg nach ihren Ermittlungen gegen den Bobinger Stadtpfarrer und Dekan.

Mahl hatte nicht abgestritten, dass es zu Berührungen gekommen war. Gegen deren Einordnung wehrte er sich aber. "Letztlich geht es um die Rechtsfrage, ob diese Handlung die Schwelle zum Missbrauch überschreitet", hatte sein Rechtsanwalt Nikolaus Fackler erklärt.

Für Staatsanwaltschaft und Gericht jedenfalls war diese Schwelle überschritten. Das Amtsgericht Schwabmünchen verhängte gegen Mahl am Donnerstag per Strafbefehl eine Freiheitsstrafe von neun Monaten zur Bewährung wegen drei Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern jeweils in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen. Außerdem muss er 4000 Euro Geldauflage zahlen.

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Mahl kann Einspruch einlegen

Mahl hat jetzt zwei Wochen Zeit, gegen den Strafbefehl Einspruch einzulegen. Macht er dies, kommt es zu einer öffentlichen Hauptverhandlung. Wehrt er sich nicht, wird der Strafbefehl und damit die Bewährungsstrafe rechtskräftig.

Das Bistum Augsburg hatte bereits angekündigt, in diesem Fall aktiv zu werden. "Sollte der Strafbefehl rechtskräftig werden, hat dies selbstverständlich für den Beschuldigten dienstrechtliche Konsequenzen", hatte ein Sprecher des Bistums schon vor Wochen erklärt. Mahls Anwalt war gestern nicht erreichbar.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat in einem anderen Vorwurf gegen Pfarrer Albert Mahl das Ermittlungsverfahren "wegen erwiesener Unschuld" vor einigen Monaten eingestellt. Wie berichtet, hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus Bobingen ein heute 32-jähriger Mann aus Neu-Ulm und dessen Vater Mahl beschuldigt, er habe sich im Jahr 1986 dem damals acht Jahre alten Buben im Pfarrhaus von Kellmünz in der Dusche unsittlich genähert. (bo)

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