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29.01.2010

Strom elektrisiert Sendener

Senden Die geplante Aufrüstung der EnBW-Hochspannungsleitung elektrisiert die Sendener Bürger wie selten ein anderes Thema. Der Regierung von Schwaben liegen rund 70 private Einwendungen vor. Dazu kommen außerdem noch 25 Stellungnahmen von Kommunen, Behörden und Vereinen. "Das Raumordnungsverfahren läuft, die Belange der Privatleute und diejenigen der Träger der öffentlichen Belange werden geprüft", sagt Sprecherin Birgit Linke. Ob bis zum Frühjahr eine Empfehlung für eine Variante vorliegt, darauf wollte sie sich nicht festlegen.

Der Protest gegen die Überlandleitung der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) auf Sendener Gemarkung ist heftig. Bekanntlich will der Energieversorger die Spannung der Leitung von Dellmensingen nach Niederstotzingen von 220 auf 380 Kilovolt erhöhen. Dagegen hat sich starker Widerstand gebildet. Die Stadt Senden lehnt die hochtransformierte Starkstromtrasse über heimischer Flur konsequent ab und fordert weiterhin deren Verlegung nach Norden. Im Zuge des Raumordnungsverfahrens, das von der Regierung von Schwaben eingeleitet wurde, hat die Verwaltung einen Rechtsanwalt beauftragt, der die städtischen Belange vertritt. Die Leitungsanlieger, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben, sehen ihr Eigentum nicht nur durch Stromkabel und Masten verschandelt, sie befürchten auch eine Gefahr durch Elektrosmog. Dies bestreitet die EnBW und beteuert, dass es keine Grenzwertüberschreitungen gebe.

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Anwohner gingen auf die Barrikaden

Wie berichtet, ist der Stuttgarter Stromanbieter seiner von Anfang an eingeschlagenen Linie treu geblieben, nachdem eine Einigung zwischen Stadt und Grundstückbesitzer zur Verlegung der Trasse gescheitert war. Der Konzern hätte die Leitung zwar gerne nach Norden verlegt, wozu auch die Mehrkosten von der Stadt übernommen worden wären, doch die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Die Regierung von Schwaben wird, nachdem die Anliegen und Bedenken gesichtet wurden, einen Korridor bestimmen, in dem die künftige Trasse verlaufen soll. Es folgt eine Umweltverträglichkeitsprüfung und dann eine Empfehlung für eine Variante. Möglich sind derzeit mehrere Alternativen. Bei einer Verlegung nach Norden würde die Trasse genau über die Sportanlage des FV Ay führen, der aber bereits rechtliche Schritte angedroht hat. Und auch die Grundstückseigentümer stemmen sich gegen ein solches Vorhaben. Eine andere Variante wäre eine weiter nördlich gelegene Trasse, die am Waldrand und entlang der Bundesstraße 28 verläuft. Doch hier stehen wieder private Belange im Vordergrund. Wird die Trasse, was ebenfalls möglich ist, durch den Wald geführt, müssten sechs Hektar gerodet werden, wogegen das bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Forstbetrieb Weißenhorn Sturm laufen. Die Hoch-Spannung in Senden dauert an.

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