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Ulm

20.11.2020

Studie der Uni Ulm: Bewerber bei Online-Interviews klar im Nachteil

Eine Studie der Universität Ulm stellt fest: Bei gleicher Leistung würden die Teilnehmer im Online-Interview schlechter bewertet als in persönlichen Gesprächen.
Bild: contrastwerkstatt, Fotolia.com

Plus Wegen Corona setzen Unternehmen vermehrt auf digitale Bewerbungsverfahren. Psychologen der Universität Ulm haben ein Experiment gemacht.

Wer bei der Suche nach einem Job zu einem digitalen Auswahlgespräch eingeladen wird, schneidet dort im Schnitt deutlich schlechter ab als Bewerber in persönlichen Gesprächen. Dies fanden Psychologen der Universität Ulm in einem Experiment heraus, wie ein Sprecher der Hochschule am Freitag mitteilte. Durch die Corona-Pandemie setzten Unternehmen aktuell vermehrt auf digitale Bewerbungsverfahren.

Bei gleicher Leistung würden die Teilnehmer im Online-Interview schlechter bewertet als in persönlichen Gesprächen, schreiben die Forscher. Auch bei Faktoren wie sozialer Präsenz und Blickkontakt schnitten die Online-Bewerber schlechter ab. Dies erkläre sich dadurch, dass kommunikative Techniken wie das Herausarbeiten von Stärken auf Körperhaltung und Gestik beruhten, sagte Klaus Melchers, Leiter der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Ulm. 

Studie zu digitalen Bewerbungsverfahren: Blickkontakt und soziale Präsenz seien entscheidend

Diese Techniken fänden in Online-Gesprächen weit weniger Anwendung. Doch gerade Blickkontakt und soziale Präsenz seien entscheidend, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man sein Gegenüber am besten einnehmen könne, so Studienautor Johannes Basch. Identische Antworten der Bewerber seien in digitalen Gesprächen schlechter bewertet worden als beim Gespräch in Präsenz. Das Online-Gespräch wurde von Bewerbern dadurch auch als weniger fair bewertet als von Bewerbern mit persönlichem Gespräch.

Für die Studie simulierten die Forscher 114 Bewerbungsgespräche, die Hälfte davon online. Im Anschluss wurden die Teilnehmer zur Wahrnehmung der Gesprächssituation befragt. Die Forscher raten aufgrund ihrer Erkenntnisse im Zweifel zu einem persönlichen Gespräch. Falls das nicht möglich sei, solle man sicherstellen, dennoch Augenkontakt mit seinem Gesprächspartner über die Kamera herstellen zu können. (dpa/lsw)

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