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Casting

24.09.2015

Ulm sucht den Superpfarrer

Wer wird der Superpfarrer? Das entscheidet sich am Samstag in Ulm.
Bild: Symbolbild, Patrick Seeger (dpa)

Kantor Albrecht Schmid lässt im Haus der Begegnung vier regional bekannte Geistliche um einen an Trash-Sendungen angelehnten Titel wetteifern. Ganz spielerisch, heißt es.

Der Wiblinger Kantor Albrecht Schmid, Gründer der weit über die Region hinaus renommierten Wiblinger Bach-Tage, ergreift selbst die Initiative, um Geld für die Kirchenmusik im eingemeindeten Ulmer Ortsteil zu sammeln: Er erfand ein Pfarrer-Casting „Ulm sucht den Superpfarrer“. Eine Auflage gab es bereits im Vorjahr, die allerdings nur „gemeindeeigen“ war; der Wettbewerb wurde 2014 im Sozialzentrum am Tannenplatz ausgetragen. Das Casting fand allerdings derart Anklang, dass das Format nun nach Ulm wechselt.

Freilich löst ein Pfarrer-Casting Verwunderung aus: „Ulm sucht den Superpfarrer“ erinnert an Trash-Fernsehshows. Eine solche Vorstellung passt eigentlich nicht zu den Aufgaben des Pfarrberufs. Vorstellungen spuken im Kopf: Wird der Pfarrer gesucht, der am kürzesten oder der am längsten predigen kann? Am witzigsten? Ein solches Format würde allerdings auch zum feingeistigen Initiator des Pfarrer-Castings, der selbst ein anerkannter Komponist und Musiker ist, nicht so recht passen. Albrecht Schmid musizierte in der Vergangenheit mit Größen wie Sergiu Celibidache und Helmuth Rilling. Fernseh-Trash passt da nicht so wirklich.

Ulm: Pfarrer-Wettstreit angelehnt an die Fernsehshows der alten BRD

Am Samstag, 26. September, werden im Ulmer Haus der Begegnung ab 19.30 Uhr zur Freude des Publikums die für Oberschwaben und die Ostalb zuständige Prälatin Gabriele Wulz, Dekan Ernst-Wilhelm Gohl, Pfarrer Andreas Wiedenmann von der Martin-Luther-Kirche und der Wiblinger Pfarrer Friedemann Bauschert um den Titel des Ulmer „Superpfarrers“ wetteifern. Alle vier wissen nicht genau, was auf sie zukommt, denn Moderator Albrecht Schmid verrät nicht einmal den vier Teilnehmern, in welchen Disziplinen sie sich werden messen müssen. Schmid wuchs in der Zeit der Fernseh-Entertainer Rudi Carrell und Hans Rosenthal auf, zu einer Zeit, als Camillo Felgens „Spiel ohne Grenzen“ und Hans-Joachim Kulenkampffs „Einer wird gewinnen“ ganze Familien an die Bildschirme holte.

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Bei den Ideen dieser Unterhaltungsklassiker bedient er sich für seine Liveshow – wobei das Konzept von Schmid selbst stammt: Vier teilnehmende Pfarrer werden von zwei Personen aus ihrem persönlichen Umfeld unterstützt, mit denen sie gemeinsam Aufgaben lösen müssen. Auf den ersten Blick haben diese Aufgaben tatsächlich wenig mit denen eines Pfarrers zu tun. Trotzdem: Den Spielen liegen jene Eigenschaften zugrunde, die ein Pfarrer idealerweise besitzen sollte – wie Wahrheitstreue, Spannkraft, Fantasie, Kreativität und Spontaneität, Team- und Merkfähigkeit. Bei der ersten „Superpfarrer“-Suche in Wiblingen mussten die Teilnehmer Quizfragen beantworten, doch blieb dazu nur so viel Zeit, wie der jeweilige Unterstützer drei Gesangbücher in die Höhe halten konnte.

Publikum fiebert mit

Beim Bau eines vierstöckigen Kartenhauses fieberte das Publikum total mit, während manch einem Teilnehmer kurz vor dem Erfolg die Hände zittrig wurden. Teamfähigkeit und Kreativität mussten die Teilnehmer bei einem spontan zu erfindenden Mini-Kasperltheater-Stück unter Beweis stellen, bei dem die Rollen von Kasper und Seppl gesetzt waren, während die anderen Akteure des zweieinhalb-Minuten-Werkes, das spontan entstehen musste, zugelost wurden. Ein Spiel, bei dem HdB-Leiter Michael Hauser mit seinem Schauspieltalent die Herzen der Zuschauer – die beim Pfarrer-Casting auch die Jury bilden – eroberte.

zur Liveshow im Haus der Begegnung kostet (einschließlich Pausen-Büfett) zehn Euro. Der Reinerlös kommt der Wiblinger Kirchenmusik zugute.

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