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Ulm

27.07.2018

Ulmer Start-up entwirft T-Shirt, das mitdenkt

Nackenschmerzen sind ein häufiges Problem von Berufstätigen. Ein T-Shirt, das zwei Ulmer entwickelt haben, soll rechtzeitig warnen, wenn eine Pause fällig ist.

Zwei Ulmer haben ein Kleidungstück entwickelt, das den Nutzer per Vibration vor Fehlhaltungen warnt. Noch dieses Jahr werden die ersten Oberteile produziert.

Es klingt ein wenig wie aus einem Science-Fiction-Roman: Zwei Ulmer haben ein T-Shirt entwickelt, in das Elektronik verbaut ist, die die Muskelspannung misst und an ein Smartphone sendet. Mithilfe eines Algorithmus erkennen Sensoren, ob die Nackenmuskeln überlastet sind. Per Vibrationsmodul im Shirt oder einem Alarm auf dem Smartphone wird der T-Shirt-Träger auf drohende Verspannungen aufmerksam gemacht. „Protect your neck!“ – das ist der Slogan von Equil, einem jungen Startup, das von Constantin Diesch (29 Jahre), Absolvent, und Lukas Kühnbach (25), Student der Hochschule Ulm, gegründet wurde. Die Jungunternehmer stellten ihr „Schütze-Deinen-Nacken-T-Shirt“, das sich unter der Alltagskleidung tragen lässt und die Schulterposition überwacht, bereits beim „Elevator Pitch“, einem Wettbewerb für junge Unternehmer in Stuttgart vor. „Über 50 Prozent aller jungen Erwerbstätigen leiden unter Nackenschmerzen. Mir geht es genauso“, sagt der Informatiker Lukas Kühnbach. Er war es jedoch leid, die Symptome zu behandeln. Er wolle das Problem an der Wurzel packen. Die Ursache der Schmerzen sei meist die „isotonische Kontraktion“ der Schulter-Nacken-Muskulatur über einen längeren Zeitraum bei sitzender Bürotätigkeit.

Sensoren sollen Probleme frühzeitig erkennen und Schmerzen vorbeugen

Der Algorithmus erkenne nach einer ersten Einstellung von ganz alleine ob die Nackenhaltung des Trägers ungesund ist oder nicht. Dabei vergleicht er die individuelle Nackenposition mit der von vielen anderen Menschen. Also mit Daten, die quasi auf dem Chip im Shirt gespeichert sind. Je länger das „mitdenkende Shirt“ benutzt werde, desto genauer seien die Ergebnisse. Durch das anpassen an die individuelle Physiologie, also den Körper, werde der Algorithmus immer präziser. In der App werde zudem parallel angezeigt, wie sich das Problem beheben lässt: Entweder nur mit einer kurzen Pause oder speziellen Videos mit Entspannungsübungen. Das Equil-Shirt kann dabei bequem unter dem Hemd oder Lieblingspulli getragen werden und sei inklusive der Elektronik voll waschbar. Die zwei Sensoren seien flach wie ein Fingernagel und kaum zu sehen. Die „Auswertelektronik“ sei etwas dicker und könne in einer Art Marken-Label gut versteckt werden. Die eingenähten, winzigen Akkus sollen einen Arbeitstag halten und können kabellos („induktiv“) geladen werden.

Gründer Diesch erkannte als gelernter Physiotherapeut den Bedarf nach einem solchen Produkt. Dass es funktioniert habe er mit einem Prototyp am eigenen Leib getestet. Wenn alles nach Plan läuft, soll noch dieses Jahr die erste Kleinserie produziert werden. Als Verkaufspreis schwebt Diesch, der ein Bachelorstudium der Medizintechnik absolvierte, etwa 150 Euro vor. Je größer die Serie, umso günstiger ließe sich produzieren. Der Antrag auf ein Exist-Gründerstipendium werde momentan geprüft. Das Stipendium würde das Vorhaben weiter beschleunigen. Unabhängig davon stehe Diesch derzeit in Kontakt mit mehreren potenziellen Investoren. „Das Interesse ist groß“, sagt Diesch. Schließlich sei seinen Informationen nach das Equil-Shirt weltweit einmalig.

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