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Neu-Ulm

04.06.2018

Viel Komödie um eine lehrreiche Kehrwoche

Clarissa Hopfensitz ist Autorin und Darstellerin zugleich.
Bild: Regina Langhans

Clarissa Hopfensitz überzeugt als Autorin und wandlungsfähige Darstellerin in „Flotter Feger“ im Theater Neu-Ulm.

 Das Thema Kehrwoche ist klischeebehaftet und wer es anspricht, ruft Schmunzeln hervor. Nicht jedoch bei der schwäbischen Hausfrau Liese Meckerle. Clarissa Hopfensitz schlüpft in diese Rolle, die sie sich als Autorin der Komödie „Flotter Feger“ geradezu auf den Leib geschneidert hat. Rund 30 Zuschauer waren zur Premiere in das Theater Neu-Ulm gekommen und sie wurden mit einer höchst vergnüglichen Vorstellung belohnt.

Klar, dass die mehrere Szenen beinhaltende Komödie zunächst sämtliche Klischeevorstellungen bedient. In der Vorgeschichte erfährt das Publikum, dass die Mitbewohner im Mietshaus von Liese Meckerle die Kehrwoche abgeschafft haben. Stattdessen wurde eine russische Reinigungsfirma beauftragt, deren herausgeputzte Mitarbeiterin das Putzwasser von der obersten Treppenstufe einfach nach unten leerte. Daraufhin hat Liese Meckerle den Putzdienst komplett und ehrenamtlich übernommen – nicht ohne Eigennutz: So kann sie am besten die Mitbewohner ausspionieren und ihre Neugierde befriedigen.

Clarissa Hopfensitz hat sich die Rolle der Liese Meckerle auf den Leib geschrieben

Trotz der überspitzt negativen Eigenschaften vermittelt Clarissa Hopfensitz ein sympathisches Bild ihrer Figur, die im besten Hausfrauen-Schwäbisch Kontakt zum Publikum knöpft. Auf diese Weise erfährt dieses, dass Meckerle von den Nachbarn gemieden wurde, was ihr zu schaffen mache.

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Abhilfe schaffen soll der Ratschlag aus dem Horoskop, sich besser in andere hineinzuversetzen. Liese Meckerle entwickelt einen herrlichen Aktionismus, indem sie die vermeintlichen Angewohnheiten ihrer Mitbewohner porträtiert, um so Zugang zu ihnen zu finden.

„Flotter Feger“ ist im positiven Sinne lehrreich

Die Protagonistin schlüpfte in die Rolle der Malerin, der Bauchtänzerin, des Rapper und der Prostituierten und dreht dabei noch geschickt die Bühnenelemente zur jeweiligen Szene. Die Bühne selbst ist in Schwarz gehalten, was das mimen- und gestenreiche Spiel der Darstellerin und ihre wenigen Requisiten ins Rampenlicht setzt. Zugleich ist eine zunehmende Steigerung zu spüren, verbunden mit der Frage, wie sich wohl der Kreislauf, in den sich die Protagonistin hineinmanövriert hat, lösen lässt. Zumal es keinen weiteren Protagonisten auf der Bühne gab, der die Handlung beeinflussen könnte. Um so überraschender ertönt dann eine Tonbandstimme, die alles in die richtigen Wege leitet.

Spannender und – im positiven Sinne lehrreich ohne Besserwisserei – hätten sich die eingangs ausgebreiteten Klischees kaum entwickeln können. Dabei kommen komische Szenen nicht zu kurz und die spielerische Leistung ist grandios.

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