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Neu-Ulm

28.08.2019

Warum die Obst-Rekorde im Landkreis heuer ausbleiben

Unser Archivbild zeigt einen Boskopbaum von Rudolf Erne, der nach Angaben des Pfuhler Hobby-Apfelbauern heuer keine Früchte trägt.
Bild: Inge Pflüger (Archivbild)

Sehr gute Qualität, aber eher wenige Äpfel: 2019 sieht der Ertrag in Gärten und Plantagen ganz anders aus als im Vorjahr. Zwei Experten geben Auskunft.

2018 war ein Obst-Rekordjahr, das Jahr 2019 ist weit davon entfernt. Gartenfachberater Rudolf Siehler vom Landratsamt Neu-Ulm spricht zwar von einer „sehr guten“ Qualität des Obstes, aber von einem „mittelmäßigen“ Ertrag. Hobby-Apfelbauer Rudolf Erne aus Pfuhl schlägt in die gleiche Kerbe, speziell was seine Sorten Boskop oder Brettacher anbelangt.

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Rudolf Siehler, der auf der Schwäbischen Alb in Neenstetten seinen privaten Obstgarten hegt und pflegt, kann in diesem Jahr etwa ein Drittel weniger ernten, als im Vorjahr – sechs Tonnen insgesamt waren es damals. Glück indes haben heuer Rudolf Siehler zufolge all jene Obstanbauer, die ihre Bäume etwa in den milderen Städten gepflanzt haben.

Die sogenannte Alternanz kann den zwei Fachmännern zufolge aber auch beim Ertrag mitspielen: Die Bäume haben hormonelle Schwankungen, wie die Menschen, allerdings im zweijährigen Rhythmus. Weil nun die Bäume 2018 übervoll mit Früchten waren, seien sie schwer gefordert gewesen, sodass 2019 wohl die Alternanz auch zum mittelmäßigen Ertrag beiträgt.

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Obst-Ernte: Bei manchen Sorten kommt es auf den Standort an

Eine große Rolle spielte Siehler zufolge auch der späte Frost im Mai – und zwar die Nacht der „kalten Sophie“ mit Minus vier Grad am 15. Mai. Speziell die Sorten Boskop und Brettacher hätten darunter gelitten, es bildeten sich braune Nachtfrostringe aus. Die Äpfel sind jedoch genießbar, erklärt Siehler, der im Kreismustergarten in Weißenhorn viele Exemplare davon entdeckt hat.

Rudolf Erne, der seine großzügige Plantage in Burlafingen pflegt, hat ebenso diese Erfahrungen gemacht. Betont wird von ihm jedoch ausdrücklich, dass keinesfalls fehlende Bienen schuld am schlechteren Ertrag seien. In Burlafingen gebe es mehrere Imker, die bestens für die emsigen Völker sorgten, damit genügend Bienen die Blüten bestäuben können.

Einhellig sagen Erne und Siehler: Der Ertrag bei Birnen, Kirschen, Schlehen oder Pfirsiche sei in diesem Jahr gut, bei Pflaumen und Zwetschgen komme es wiederum auf den jeweiligen Standort an.

In der Region Neu-Ulm beginnt bereits am Wochenende die Obstabnahme: Am Samstag, 31. August, wird in der Pfuhler Mosterei, Hauptstraße 53, Telefon 0731/1769165, von 13.30 bis 15 Uhr, reifes und einwandfreies Obst angenommen. Faulige Früchte werden zurückgewiesen. Danach nimmt die Mosterei Obst jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr und samstags von 13.30 bis 15 Uhr an.

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