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Weißenhorn

18.03.2015

Weg mit der Villa

Wie Tage des Märchenschlosses sind gezählt: Die stattliche Unternehmervilla im Ahornweg in Weißenhorn soll einem neuen Wohngebiet weichen. Dort könnten bis zu sieben Häuser entstehen.
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Wie Tage des Märchenschlosses sind gezählt: Die stattliche Unternehmervilla im Ahornweg in Weißenhorn soll einem neuen Wohngebiet weichen. Dort könnten bis zu sieben Häuser entstehen.
Bild: Alexander Kaya

Ein ausladendes Anwesen im Weißenhorner Ahornweg soll zum Wohngebiet werden. Noch ist unklar, wie viele Häuser darauf entstehen – hierzu gehen die Meinungen auseinander

Aus eins mach’ sieben: Das ist der Plan des Ulmer Immobilienhändlers Volker Munk für das üppige Grundstück rund um die alte Leplat-Villa im Weißenhorner Ahornweg. Der Investor hat das rund 6500 Quadratmeter große Gelände östlich der Tennisplätze zuletzt samt des imposanten Bauwerks gekauft. Allerdings konnte er das Schmuckstück nicht weiter veräußern. Das liegt wohl am Preis: Wer das Unternehmerdomizil (Baujahr 1958) samt parkähnlichem Anwesen erstehen wollte, hätte wohl rund 1,25 Millionen Euro aufbringen müssen. Ein derart solventer Liebhaber war nicht in Sicht.

Deshalb soll das üppige Areal jetzt aufgeteilt werden: Munk möchte Reihenhäuser (im Westen) und Einfamilienhäuser (im Osten) darauf bauen. Bis zu sieben separate Grundstücke könnten entstehen. Dafür gibt es grundsätzlich Zustimmung im Stadtrat. Strittig ist allerdings, wie viele Grundstücke und Gebäude auf dem Gelände entstehen sollen. Hier gibt es verschiedene Ideen. Während mehrere Räte und Anwohner eine lockerere Bebauung favorisieren, um den „Villencharakter“ in dem Quartier zu erhalten, will Munk neben den Kettenhäusern offenbar lieber drei statt fünf Einfamilienhäuser unterbringen, damit sich das Projekt rechnet. Die gegensätzlichen Interessen bergen Konfliktpotenzial – das zeigte sich nun in einer Sitzungs des Bauausschusses.

Der Hintergrund: Im November hatte sich der Stadtrat für einen Entwurf ausgesprochen, der drei Einfamilienhäuser vorsah (Variante zwei). Nun hob Architekt Martin Maslowski allerdings einen Plan vor, auf dem fünf größere Häuser zu sehen waren. Das passte Rat Herbert Richter (SPD) gar nicht: „Ich hätte mir einen deutlichen Hinweis darauf gewünscht, dass die Darstellung von der Beschlusslage abweicht.“ Der Architekt gab den Ball zurück – die Räte könnten ja noch Einfluss auf das Aussehen des Gebiets nehmen: „Sie sind Träger des Verfahrens.“ Maslowski warb um Verständnis für den Investor, der das Gebiet ja schließlich vermarkten wolle. Bei drei statt fünf Einfamilienhäusern entstünden Areale mit Flächen von teils rund 1000 Quadratmetern. Die Frage laute, wer sich so viel Platz leisten könne – und wolle. Das sah Franz-Josef Niebling (CSU) ähnlich: „Das ist nicht vermarktbar.“ Zudem besitze die dortige Umgebung gar keinen villenartigen Charakter: „Eine engere Bebauung gibt es gar nicht.“

Weitere Punkte des Vorhabens waren weniger strittig: Für die Häuserreihe im Westen sind Grundstücke mit Größen von 380 bis 616 Quadratmetern vorgesehen, die Gebäude sollen Wohnflächen von 140 bis 160 Quadratmetern bieten. Aus Sicht von Planer Maslowski eine „solide Geschichte“, Areale in dieser Größenordnung seien für viele Bürger „bezahlbar“.

Der Tennisplatz muss bleiben – das betonte Bürgermeister Wolfgang Fendt. So soll im Zuge des weiteren Verfahrens nachgewiesen werden, dass sich das künftige Wohngebiet und die westlich davon gelegene Spielfläche nicht gegenseitig beinträchtigen. Der Bestand des Platzes soll im Grundbuch festgehalten werden, so Fendt. „Wer dort hinzieht, muss die Freude am tennisspielen akzeptieren.“ Dies sah Rat Ulrich Fliegel (Grüne) skeptisch: „Auf dem Platz geht es schon mal lauter zu.“ Er sprach sich gegen eine dichte Bebauung in der Nachbarschaft aus. „Dann verschwindet ziemlich viel Natur.“

Mit einem einstimmigen Beschluss stellten die Räte im Bauausschuss die Weichen für das neue Wohngebiet im Ahornweg. Wie dieses genau aussehen soll, legten sie dabei noch nicht fest. Mehrere denkbare Alternativen sollen jetzt den Bürgern und den zuständigen Behörden vorgestellt werden.

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