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Synästhesie-Konferenz

09.05.2012

Wenn Töne zu Farbklängen werden

Christine Söffing, Leiterin des MUZ der Universität Ulm.
Bild: Florian L. Arnold

Christine Söffing kümmert sich um neue Denkansätze im Menschenbild

Ulm Liest man alte Zeitungsartikel über den „Bildungsnotstand“ und vergleicht mit aktuellen Artikeln, so verwundert, wie wenig man in manchen Positionen, etwa flexibleren Lernformen, vorangekommen ist. Vielleicht hält die junge Synästhesie-Forschung den Schlüssel zur Lösung aus dem Lerndilemma in den Händen.

Über diese spezielle Wahrnehmungsform wurde viel berichtet – meistens lückenhaft, reißerisch oder schlichtweg falsch. Christine Söffing, Leiterin des „MUZ“ (Musisches Zentrum an der Universität Ulm) und Mitinitiatorin der deutschen Synästhesie-Gesellschaft, erklärt das Phänomen: „Synästhesie ist, wenn ein Sinn erregt wird und gleichzeitig ein zweiter Sinn mitschwingt.“

Wenn Menschen also dauerhaft Buchstaben mit einem Geruch, Klänge mit einem Farbton oder Räume mit einem Klang verbinden, dann sind sie Synästhethiker. Definitiv nehmen Synästhetiker die Welt anders wahr – reicher, eigenwilliger, kreativer, dessen sind sich Söffing und ihre Mitorganisatoren aus der ganzen Welt sicher. Und damit beginnt meist ein steiniger Weg, denn oftmals fühlen sich diese Menschen wie „in einem fremden Land, dessen Sitten sie nicht kennen und in dem sie verstummen aus Angst, sich zu blamieren oder ausgestoßen zu werden“, erklärt Christine Söffing selbst Synästhetikerin. Seit Jahren leitet sie die Synästhesie-Werkstatt in der Neu-Ulmer Innenstadt, ist beteiligt an Forschungsprojekten und den Synästhesie-Kongressen.

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„Goldgräberstimmung“ in der Forschung

Mit dem ersten Ulmer Synästhesie-Kongress in Ulm will sie dazu beitragen, gerade auch in der Fachwelt Neugier und Verständnis für diesen Bereich zu wecken, der so gut wie unerforscht ist. Das Ziel der Ulmer Konferenz, die am kommenden Freitag beginnt, ist, ein „Orientierungssystem“ für die Forschung zu geben, Forschungsmittel zu generieren und generell eine „gleichberechtigte Diskussionsebene“ (Söffing) herzustellen. Ulm sei dafür der ideale Ort, ist sich die MUZ-Leiterin sicher, denn: „Hier haben wir die Forschungseinrichtungen vor Ort, die einige der offene Fragen klären könnten.“

Konferenz am 11. und 12. Mai in der Universität Ulm.

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