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20.02.2015

Wenn der Roboter Kaffee kocht

Die Bedienung von morgen: Roboter Kate zeigt auf dem achten Ulmer Roboter-Tag, was sie alles kann. Kaffee kochen gehört auch dazu.
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Die Bedienung von morgen: Roboter Kate zeigt auf dem achten Ulmer Roboter-Tag, was sie alles kann. Kaffee kochen gehört auch dazu.
Bild: Alexander Kaya

Die Hochschule Ulm und Firmen zeigen beim Ulmer Roboter-Tag,  was die programmierten Helfer schon jetzt alles können.

Dennis Stampfer braucht dringend einen Kaffee. An einem kleinen Tisch sitzend gibt er seine Bestellung bei Kate auf. Während diese sich um den Kaffee kümmert, soll ihr Kollege Larry den Zucker zu Stampfer bringen. Als Larry den Auftrag entgegen nimmt, antwortet er mit mechanischer Stimme: „Okay, ich bin auf dem Weg.“ Dann rollen die beiden los.

Kate und Larry sind keine gewöhnlichen Bedienungen, sondern Roboter. Die Software der beiden hat die Forschungsgruppe für Servicerobotik Ulm entwickelt, in der auch Dennis Stampfer mitarbeitet. „Servicerobotik ist Robotik für und im Umgang mit Menschen“, erklärt Matthias Lutz, ebenfalls Mitglied der Forschungsgruppe.

Vorgestellt wurden die Roboter Larry und Kate auf dem inzwischen achten Roboter-Tag, den die Hochschule Ulm mit Mitsubishi Electric Europe veranstaltete. Die Veranstaltung soll einen Austausch zwischen Fachleuten ermöglichen, so Prorektor Manfred Wehrheim, zuständig für Forschung und Transfer. 13 Firmen haben dabei ihre neuesten Anwendungen präsentiert. Der Fokus lag auf Knickarm-Robotern, die zum Beispiel zum Lasern, Lackieren oder Greifen eingesetzt werden können. Wichtig ist dabei der Trend zur einfachen Bedienung beispielsweise via Tablet.

Bis man die Roboter für zu Hause kaufen kann, dauert es noch

In den kommenden Entwicklungsjahren wird sich laut Wehheim vor allem die Beziehung zwischen Mensch und Roboter verändern. „Es soll mehr direkte Interaktion entstehen,“ sagt Wehrheim. Vor allem der Einsatz von Robotern in Krankenhäusern werde sich weiterentwickeln: „Die Roboter werden in naher Zukunft den Patienten das Essen oder die Medizin ins Zimmer bringen oder ihnen die Türen öffnen können“, erklärt Wehrheim. In einem Krankenhaus in Japan werde dies bereits jetzt getestet. „Die Roboter werden uns als Assistenten unterstützen“, sagt Wehrheim.

Larry hat den Zuckerstreuer inzwischen heil auf dem Tisch abgestellt. Auch Kate ist mit einem Becher Kaffee auf dem Weg zur Dennis Stampfer. Aber komplett reibungslos klappt es noch nicht: Gegenseitig können die Roboter ihre Umrisse mittels der eingebauten Sensoren nicht so gut erfassen wie die von Tisch, Stuhl oder Schrank. Sie stoßen zusammen. „Es klappt eben noch nicht alles“, räumt Matthias Lutz ein.

Bis man sich auch zu Hause seinen Kaffee von einem Roboter bringen lassen kann, wird es allerdings noch etwas dauern. „In den nächsten fünf Jahren wird das nicht der Fall sein“, erklärt Lutz. Wenn dann eine Produktion für den Markt startet, würden sich auch die Kosten reduzieren. Momentan könnte man sich die beiden Roboter nicht ohne Weiteres leisten: Larry ist mit 60000 Euro versichert, Kate mit 50000 Euro. „Dabei geht es aber natürlich nur um die Hardware“, erklärt Lutz. „Die Software ist unbezahlbar.“

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