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Neu-Ulm

10.02.2015

Wo die Narrenfreiheit Grenzen hat

Wer mit Alkohol, trickst, ist schon mal 200 Euro los

Damit die fünfte Jahreszeit für Hästräger kein unnötig teures Vergnügen wird, erklären Landratsamt und Polizei genau, was erlaubt ist – und was eben nicht

Auf die Masken, fertig, los! Der Fasching nähert sich seinem Höhepunkt – nicht nur bei den Hästrägern selbst, sondern auch in den Ordnungsämtern und Polizeistuben der Region. Denn die fünfte Jahreszeit ist bekanntlich die Zeit der Narren – und das nicht nur im positiven Sinne.

Kreisjugendpfleger Reinhold Kwiedor weiß das nur zu gut. Er will keine Spaßbremse sein, aber er weiß um seine Verantwortlichkeiten und Pflichten – auch im Fasching. So ist er dieser Tage zusammen mit der Polizei viel unterwegs, um bei Bällen, Partys und Umzügen nach dem Rechten zu sehen. „Wir machen die Kontrollen nicht, weil wir die Jugendlichen schikanieren wollen, sondern zu deren Schutz und Wohlergeben“, erläutert Kwiedor. Die Betroffenen selbst wollen das in den meisten Fällen nicht wahrhaben. Ausflüchte, Ausreden oder Lügen hört der erfahrene Jugendamtsmitarbeiter allzu oft, wenn er zur Tat schreitet und wieder einmal einen alkoholisierten oder rauchenden Jugendlichen aus dem (Party-)Verkehr zieht.

Grade stehen muss dafür im Ernstfall nicht nur der Jugendliche selbst. „Alle Beteiligten einer öffentlichen Veranstaltung sind verpflichtet, das Jugendschutzgesetz zu beachten“, betont Kwiedor. Sei es der Wirt, der an Jugendliche unter 16 Jahren Alkohol ausschenkt; sei es der Erwachsene, der an seinen 17-jährigen und damit minderjährigen Freund branntweinhaltige Getränke weiterreicht; sei es der Veranstalter einer Faschingsfete, der Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren reinlässt. All das kann richtig teuer werden, weiß Kwiedor und nennt einige Beispiele: Für den Veranstalter, der vorschriftswidrig handelnden, setzt es Strafen ab 500 Euro aufwärts. Wer mit Alkohol trickst, der ist schon mal 200 Euro oder mehr los sein. Und wer sich eine Zigarette ansteckt, aber noch keine 18 Jahre alt ist, dem geht es mit 100 bis 150 Euro an den Geldbeutel.

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Auch im Straßenfasching hat die Narrenfreiheit ihre Grenzen. Wer mit einem Motivwagen an den Gaudiwürmern in der Region teil-nimmt, weiß davon ein Lied zu singen. Unzählige Vorschriften sind zu beachten: TÜV-Untersuchungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, nüchterne Begleitpersonen, ein absolutes Alkoholverbot auf den Faschingswagen und eine erträgliche Lautstärke der Musikanlagen – das Landratsamts hat ein Merkblatt zusammengestellt, in dem sämtliche Regeln aufgelistet sind. Wer sich nicht daran hält, sollte vorsichtshalber schon mal einen prall gefüllten Geldbeutel bereit halten.

In der Region hielten sich die Verstöße in der Vergangenheit jedoch in Grenzen, wie Hauptkommissar Arthur Schrapp von der Polizeiinspektion Weißenhorn betont: „Ich bin jetzt 27 Jahre für Faschingsumzüge zuständig, und ich kann mich nicht erinnern, dass mal was Gravierendes passiert wäre.“ Dies liegt seiner Meinung nach an der guten Zusammenarbeit der Veranstalter mit Landratsamt, Kommunen, Feuerwehren und Polizei.

Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, hält dem Großteil der Narren aber auch große Vernunft zu Gute. Seit mehreren Jahren untersuche er regelmäßig die Berichte seiner Kollegen von Verkehrkontrollen auf gewisse Häufigkeiten in der Faschingszeit. „Relativ unauffällig“ lautet sein Fazit. „Es ist erfreulich zu sehen, dass die meisten Faschingsbesucher so vernünftig sind und sich nicht ans Steuer setzen, wenn sie etwas getrunken haben“, sagt Owsinski. (az, bmi)

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