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18.07.2019

Das Tor hat er hinter sich gelassen

Die Zeit im Fußballtor ist Vergangenheit für Guido Heinemann. Der frühere Keeper des SV Oberelchingen trainiert jetzt auf dem Rad, auf der Strecke und im Wasser für seine neue sportliche Leidenschaft: Den Triathlon.
Bild: Stefan Kümmritz

Guido Heinemann war Keeper beim SV Oberelchingen, jetzt ist er leidenschaftlicher Triathlet. Dazu bedurfte es weiblicher Überredungskunst

Sind die Frauen nun schuld daran oder ist es ihnen zu verdanken, dass Guido Heinemann vom begeisterten Fußballer und Torhüter des SV Oberelchingen zum leidenschaftlichen Triathleten geworden ist? Früher hätte er sich für die erste Variante entschieden, inzwischen ist es klar die zweite.

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Auf dem Sportplatz seiner Heimatgemeinde Göttingen bei Langenau hat der 46-Jährige für die gerade trainierenden Kicker des heimischen Sportvereins kaum einen Blick übrig und schon gar keinen wehmütigen. Fußball ist für ihn Vergangenheit, Triathlon ist jetzt sein sportliches Leben, auch wenn viele Freunde aus der Zeit als Fußballer geblieben sind.

Rad, Dress, Schuhe, alles ist vom Feinsten, um für den Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen gewappnet zu sein. Diesem Dreikampf stellt sich Guido Heinemann fünf- bis sechsmal im Jahr. Der spielte als jugendlicher Fußballer beim TSV Bernstadt, wo er zum Torhüter ausgebildet wurde und bei seinen anderen Stationen blieb er dieser Position treu. Beim TSV Altheim/Alb, vor allem aber beim SV Oberelchingen.

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Zuletzt nahm Heinemann in Frankfurt mit der Startnummer 2424 seinen ersten Ironman mit den mörderischen Strecken von 3,8 Kilometern Schwimmen, 186 Kilometern Radfahren und einem Marathon über 42,195 Kilometer in Angriff. Was für eine Schinderei! Sie wäre ihm erspart geblieben, wären da nicht seine Frau und die Frauen von drei Freuden. Dieses weibliche Quartett beschloss vor ein paar Jahren, am Ulmer Volkstriathlon teilzunehmen. Die Herren der Schöpfung belächelten das Unternehmen, wie der Ex-Torhüter zugibt. Was die Frauen wurmte, denn sie meldeten 2016 ihre Männer zu dieser Veranstaltung an und die konnten dann natürlich nicht kneifen. „Untrainiert wie ich war, sagte ich danach: Nie wieder“, erinnert sich Heinemann. Doch dann hat ihn ein Freund aus Göttingen zum Radfahren gebracht und schließlich in die Triathlonabteilung des SV Sulmetingen. „Und dann hat es mich gepackt“, so Heinemann.

Nachdem er als 40-Jähriger in Göttingen die Kickstiefel endgültig an den Nagel gehängt hatte, beschäftigte er sich mit Sport zunächst vorwiegend bei Fernsehübertragungen. Doch dann wollte Heinemann doch wieder selbst aktiv werden und er fand zum Triathlon. „Durch das Training bin ich immer fitter und besser geworden“, erzählt der Vermessungstechniker: „Dann habe ich richtig Spaß am Triathlon gewonnen.“ Die Distanzen wurden länger, Höhepunkt der bisher noch recht kurzen Triathlon-Karriere des Späteinsteigers war der Ironman in Frankfurt. An mehr denkt er nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Triathleten hat er sich auch nicht den Ironman auf Hawaii zum Ziel gesetzt: „Da sind die Startplätze brutal schnell vergeben und ich bringe auch das Leistungsvermögen nicht mit.“

In Frankfurt hat er die maximal erlaubte Zeit von insgesamt 15 Stunden nicht ganz eingehalten und kam somit nicht in die Wertung. Nächstes Jahr – seine Anmeldung hat er schon abgegeben – soll das anders werden. „Die äußeren Bedingungen haben mir zu sehr zugesetzt“, bekennt Heinemann. „38 bis 40 Grad und starker Wind, das war heftig.“ Wobei er von sich behauptet: „Ich kann mich quälen.“ Deshalb trainiert er an fünf Tagen in der Woche jeweils mindestens einmal, oft auch zweimal, wobei die erste Übungseinheit „morgens um sechs oder noch früher“ auf dem Tagesplan steht. Auf seinen ersten Ironman hat er sich ein Dreivierteljahr vorbereitet. Heinemann war stolz, mit Welt- oder Europameistern an den Start gehen zu können. Und am Ende war er auch glücklich: „Ich bin zumindest durchgekommen.“

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