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Pokalfinale

22.11.2017

Der König der Tischtennis-Herzen

Timo Boll hat im Pokal und in der Bundesliga schon oft in der Ratiopharm-Arena gespielt. Momentan erlebt er seinen dritten sportlichen Frühling.
Bild: Horst Hörger

Neben Timo Boll schlagen in der Ratiopharm-Arena zwei weitere deutsche Nationalspieler auf. Aber es sind noch mehr Weltklasseleute dabei

Wird das dritte deutsche Tischtennis-Pokalfinale am 6. Januar in der Ratiopharm-Arena noch spannender und spektakulärer als in den vergangenen Jahren? Viele Indizien lassen darauf schließen. Neben drei aktuellen deutschen Nationalspielern garantiert auch der bärenstarke Franzose Simon Gauzy mit Lokalmatador TTF Ochsenhausen für Weltklasse-Niveau.

Womöglich kommt es am Dreikönigstag sogar zum neuerlichen Duell mit Deutschlands Tischtennis-Idol Timo Boll, der momentan seinen dritten sportlichen Frühling genießt und auf Platz vier der Weltrangliste vorgerückt ist. Er liegt damit übrigens hinter seinem Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Ovtcharov, der ihn zuletzt zwei Mal in rein deutschen Endspielen besiegt hat: Beim Weltcup-Finale im Oktober in Lüttich und kurz zuvor bei den German Open in Magdeburg, wo 18 der internationalen Top-20-Spieler aufschlugen. Die Finalteilnahme war also für beide Spieler ein Riesenerfolg.

Der Düsseldorfer Boll blieb damit auch in der nationalen Wertung Zweiter, aber er bleibt für die deutschen Tischtennisfans fraglos König der Herzen. Der 36-Jährige begründete seine derzeitige Topform: „Ich kann jetzt frei aufspielen. Ich habe zwar ein hartes Dreivierteljahr mit vielen Wettkämpfen hinter mir, ich bin jedoch verletzungsfrei geblieben.“

Düsseldorf wird einen Timo Boll in starker Verfassung auch in Neu-Ulm brauchen, schon im Halbfinale gegen Werder Bremen. Im Gespräch mit unserer Zeitung warnte Boll: „ Bremen hat eine gefährliche Mannschaft, da müssen wir aufpassen.“ Aber der vielfache Europameister und zweimalige Olympia-Dritte in der Mannschaft stellte auch klar: „Wenn wir in Bestbesetzung antreten, ist unser Ziel stets der Titel.“

Bronze bei den Spielen in London und Rio hat Boll jeweils gemeinsam mit dem gleichaltrigen Bastian Steger geholt, der im vierten Jahr in Bremen unter Vertrag steht. „Natürlich wird es gegen die Düsseldorfer nicht einfach, die sind unbestritten Favoriten auf den Titel“, kommentierte der gebürtige Bayer die Auslosung: „Aber wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen und vielleicht können wir die Jungs etwas ärgern.“

Ähnlich beurteilt Patrick Franziska vom FC Saarbrücken die Ausgangslage vor dem Halbfinale gegen die TTF Ochsenhausen. „In der Liga haben wir zwar kürzlich gegen Ochsenhausen vom Ergebnis her klar verloren, aber es waren zumeist knappe Spiele“, begründet der dritte und mit 25 Jahren jüngste deutsche Nationalspieler beim Neu-Ulmer Turnier seine Hoffnungen. Allerdings geht er davon aus, dass die Oberschwaben quasi ein Heimspiel in der Arena haben.

Darauf setzt auch der Ochsenhausener Präsident Kristijan Pejinovic, der mit einem „fantastischen Halbfinale vor heimischer Kulisse“ rechnet und Chancen für sein Team sieht. Seine Hoffnungen gründen mitnichten nur auf seinem gerade mal 23-jährigen Spitzenmann Gauzy, seit Anfang November Achter der Weltrangliste. Auch seine anderen Angestellten dürfen nicht unterschätzt werden: Der brasilianische Südamerika-Meister Hugo Calderano und der Pole Jakub Dyjas.

Ein Großteil der in Neu-Ulm aktiven Ballkünstler wird sich spätestens Ende April bei der Mannschaftsweltmeisterschaft im schwedischen Halmstad wiedersehen. Die Vorbereitung darauf beginnt für das deutsche Team mit einem Lehrgang vom 1. bis zum 4. Januar in Düsseldorf. Nicht eben ein beschaulicher Start in das neue Jahr also. Schon tags darauf geht es für die Pokalfinalisten an die Donau. „Aber der Termin passt“, meint gleichwohl Familienvater Timo Boll. Für Bundestrainer Jörg Roßkopf ist der frühe Wettkampf-Auftakt für seine Schützlinge ebenfalls in Ordnung: „Die Jungs haben eh viele Termine, da ist eine perfekte Trainingsplanung ohnehin schwierig“, sagte der 48-jährige frühere Doppel-Weltmeister. Und vom Publikum sei der Zeitpunkt um die Jahreswende in den Vorjahren prima angenommen worden. Davon ist wieder auszugehen.

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