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Tischtennis-Pokal

07.01.2021

Timo Boll führt Düsseldorf zum deutschen Tischtennis-Pokal

Er ist auch mit 39 Jahren noch ein ganz wichtiger Faktor in den großen Spielen: Timo Boll führte Borussia Düsseldorf in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena zum Pokalsieg.
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Er ist auch mit 39 Jahren noch ein ganz wichtiger Faktor in den großen Spielen: Timo Boll führte Borussia Düsseldorf in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena zum Pokalsieg.

Der 39-jährige Timo Boll ist immer noch sehr wertvoll für Borussia Düsseldorf. Alleine hätte er es aber nicht geschafft – das sieht auch der deutsche Bundestrainer Jörg Roßkopf so

Ein erleichterter Timo Boll freute sich am Samstag über den Sieg seiner Düsseldorfer Borussia bei der Endrunde um den deutschen Tischtennis-Pokal in der Ratiopharm-Arena: „Zwei Jahre ohne Titel, jetzt innerhalb weniger Wochen schon der zweite in dieser Saison.“ Seinem persönlichen Geheimfavoriten TTF Ochsenhausen, Vorjahresfinalist und Pokalsieger vor zwei Jahren, blieb beim Final Four wieder nur Platz zwei. Das lag allerdings nicht nur am überragenden 39-jährigen Düsseldorfer Spitzenspieler, der Mitte Dezember bekanntlich mit seinem Team schon die Champions-League gewonnen hatte.

„Für den Pokalsieg brauchst du mehr als einen Spieler auf Top-Niveau“: Das war für Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf der Schlüssel zum 27. nationalen Pokaltitel des Traditionsklubs vom Rhein. Dieser entscheidende zweite Mann war im Finale fraglos Kristian Karlsson, der im Eröffnungseinzel des Endspiels gegen Hugo Calderano einen 0:2-Satzrückstand drehte und am Ende dem Brasilianer keine Chance mehr ließ. „Wenn Hugo gegen Karlsson gewinnt, läuft das ganze Spiel anders“, so Roßkopfs Analyse: „Aber Kristian glaubt immer an sich. Er hat einfach gekämpft und Calderano wirkte auf mich sehr lethargisch.“ Für ihn sei es eher unerklärlich gewesen, „warum das Match noch gekippt ist“, räumte dagegen der 29-jährige Schwede in Düsseldorfer Diensten ein.

Tischtennisspieler Timo Boll kokettiert mit seinem Alter

Während Ochsenhausens Franzose Simon Gauzy schon im Halbfinale seine derzeitige Topform unter Beweis stellte und diese im Finale mit einem hart erkämpften Fünfsatz-Sieg gegen Düsseldorfs zweiten Schweden Anton Källberg untermauerte, blieb Calderano auch im zweiten Einzel ein Erfolg versagt. Timo Boll, der zuvor den jungen US-Amerikaner Kana Jha fast im Schongang bezwungen hatte, zerstörte in vier hochklassigen und bis zum letzten Ballwechsel spannenden Sätzen gegen den brasilianischen Weltranglistensechsten endgültig die Hoffnungen der Oberschwaben. „Schön, dass ich auch mal wieder den Sack zumachen durfte“, freute sich Boll und kokettierte zudem mit seinem Alter: „Für uns sind es immer große Siege, wenn wir Ochsenhausen schlagen. Dass ich dazu auf meine alten Tage beitragen konnte, genieße ich sehr.“ Nur halbherzig sah TTF-Cheftrainer Yong Fu („wir hatten die jüngste Mannschaft des Turniers“) in mangelnder Erfahrung die Wurzeln der Niederlage. Er räumte vielmehr auch ein: „Hugo hat einfach seinen Rhythmus nicht gefunden.“

TTF Ochsenhausen verlieren Finale des Tischtennis-Pokals

Enttäuscht verließ freilich nicht nur der viermalige Pokalsieger Ochsenhausen die Arena. Titelverteidiger ASV Grünwettersbach hatte sich zwar im Vorfeld stets als Außenseiter bezeichnet, aber insgeheim war der Karlsruher Stadtteil-Klub nicht ohne Hoffnungen angereist, wie Trainer Joachim Sekinger durchblicken ließ. „Wir wussten, dass wir auch gegen Düsseldorf unsere Chance bekommen werden“, erklärte der ASV-Coach. Die hatten seine beiden Spitzenleute Dang Qiu und Deni Kozul in der Tat. Aber eben nur die Chance. Der junge Slowene Kozul legte gegen Timo Boll zwar los wie die Feuerwehr, gewann den ersten Satz und führte im zweiten 6:2. Dann stoppte der Routinier mit einer Auszeit den Lauf des Außenseiters.

Ähnlich erging es Grünwettersbachs jungem deutschen Nationalspieler Dang Qiu gegen den Schweden Anton Källberg und später auch noch gegen Timo Boll. „Eines dieser Spiele hätten wir gewinnen müssen“, resümierte Sekinger. Richtig Freude hatte er nur an seinem Routinier Wang Xi, der wenige Tage nach seinem 37. Geburtstag gegen Kristian Karlsson ohne Satzverlust blieb.

Dass Roßkopf richtig liegt mit seiner These, dass ein Topspieler für einen Sieg nicht reicht, musste im zweiten Halbfinale auch der TTC Bergneustadt erfahren. Dessen Eigengewächs Benedikt Duda konnte gegen Ochsenhausen zwar an seine bestechende Form in der Liga anknüpfen und die beiden TTF-Kontrahenten Jha und Calderano bezwingen, aber zum Siegpunkt reichte das nicht. „Natürlich freue ich mich über meine Einzelsiege, doch größer ist meine Enttäuschung über die bittere Niederlage“, befand der 26-jährige Nationalspieler. Ausgerechnet Stefan Fegerl und Alvaro Robles als momentan bestes Gespann der Liga unterlagen im einzigen Schlussdoppel des Tages dem neu formierten TTF-Duo Simon Gauzy und Samuel Kulczycki.

Auch interessant: So lief das Basketballspiel von Ratiopharm Ulm gegen Ludwigsburg

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