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Basketball-Bundesliga

21.01.2015

Ulmer Frust und Hagener Euphorie

Auf Boris Savovic müssen die Ulmer auch in Hagen noch verzichten.
Bild: Horst Hörger

Es wartet ein gefährlicher Gegner, der seit dem vergangenen Samstag vor Selbstvertrauen strotzt

Von Pit Meier

Unterschiedlicher könnte die Stimmung in beiden Lagern gar nicht sein. Die Basketballer von Phoenix Hagen gewannen am vergangenen Samstag durch einen Dreier ihres 20-jährigen Youngsters Niklas Geske aus der eigenen Hälfte mit der Schlusssirene das Bundesligaspiel in Bayreuth mit 76:73. „So etwas stärkt bekanntlich das Selbstvertrauen und es setzt Euphorie frei“, befürchtet der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath, der bereits am Freitag (20 Uhr) mit seiner Mannschaft im Hagener Ischeland-Sportpark zu Gast ist. Der Ulmer Frust nach der 67:76-Heimniederlage gegen Frankfurt am vergangenen Sonntag sollte bis dahin verarbeitet sein.

Besonders angefressen war am vergangenen Sonntag Per Günther. Der Ulmer Kapitän hatte sich über fehlenden Spielfluss beschwert, durch die Blume auch über mangelnde Unterstützung durch die Kollegen: „Wir sind jetzt als Mannschaft fast fünf Monate zusammen und wir müssten eigentlich weiter sein.“ Womit er bei seinem Trainer offene Türen einrennt. „Wir hatten ein Stück weit unterschätzt, wie lange so etwas dauern kann“, sagt Leibenath. Von den Ergebnissen her liegen die Ulmer als Tabellenfünfter deswegen zwar im Soll, aber wirklich begeisternde und souveräne Auftritte haben sie in dieser Saison noch nicht aufs Parkett gelegt. Viele der Siege kamen arg mühsam zustande, die Spiele hätten ebenso gut auch andersrum ausgehen können und irgendwie verfestigt sich der Eindruck, dass diese nominell starkl besetzte Mannschaft ihr wirkliches Potenzial noch nicht annähernd abgerufen hat.

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Auf eine interne Aussprache und eine Diskussion nach Günthers deutlicher Kritik wurde zu Beginn dieser Woche trotzdem verzichtet. Das Frankfurt-Spiel wurde aber nüchtern analysiert und bei dieser Gelegenheit hat sich Leibenath einen seiner amerikanischen Problemguards zur Brust genommen. Thema des Gesprächs war diese Szene, in der CJ Harris den offenen Dreier verweigert und den Ball an Tim Ohlbrecht weiter gereicht hatte. Sein Trainer bemängelt: „Er ist in erster Linie damit beschäftigt, Fehler zu vermeiden. Er sollte Aktionen setzen.“

Daneben waren die Ulmer natürlich mit der durchaus anspruchsvollen Vorbereitung auf Hagen beschäftigt. Dass die „Donnervögel“ in dieser Saison sportlich nur ein einziges Heimspiel gegen Tübingen gewonnen haben und sich auswärts ungleich wohler fühlen, hat dabei kaum eine Rolle gespielt. Sehr wohl aber die Erinnerung an das Hinspiel, in dem die Ulmer Anfang Dezember des vergangenen Jahres mit 74:90 untergingen und eine ähnlich schwache Leistung boten wie am Sonntag gegen Frankfurt. Per Günther sieht noch eine weitere Parallele. Seiner Einschätzung nach spielt Hagen ähnlich wie die Skyliners. Nur für den Gegner noch ein bisschen unangenehmer.

Obendrein hat der Hagener Trainer Ingo Freyer seit Dezember mit Dino Gregory ein zusätzliches Argument unter den Körben. Der 2,01 Meter große Polen-Heimkehrer macht im Schnitt fast zwölf Punkte und schnappt sich acht Rebounds. „Wenn sie den seit Saisonbeginn hätten, dann wären sie vermutlich auf einem Play-off-Platz“, glaubt Leibenath.

Die Ulmer ihrerseits müssen auch am Freitag noch auf einen ihrer großen Spieler verzichten. Boris Savovic absolviert zwar nach seiner Verletzung am Mittelfinger der rechten Hand wieder Kraft- und Laufübungen. Mit dem Ball kann der Serbe aber noch gar nichts machen. Mehr Spielzeit als üblich gibt es deswegen wohl auch in Hagen für Adam Hess, Isaiah Philmore und Jonathan Maier.

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