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Mission

24.05.2012

Afrika baut auf Neuburg

Pater Gerhard Lagleder stellt an Pfingsten sein Hilfszentrum in Mandeni vor. Der gebürtige Neuburger feiert 25. Missionsjubiläum und 30. Priesterjubiläum

Neuburg „Ich bin äußerst dankbar für die bislang so überaus großherzige Unterstützung aus dem Großraum Neuburg und bin mir sicher, dass dies auch am bevorstehenden Pfingstfest wieder so sein wird.“ Diese Aussage machte im „Internet-Interview“ mit der NR Pater Gerhard T. Lagleder, der sich seit 20. April und noch bis 23. Juli abermals auf Europa-Tournee mit Schwerpunkt Bayern und Österreich befindet, um in Pfarreien, Vereinen, Gruppen, Schulen und Clubs seine außergewöhnliche Missionsarbeit im Zululand in Südafrika vorzustellen und um weitere finanzielle Förderung dafür zu bitten.

Sammlung für Schützlinge

Nachdem er schon am 11. Mai zu einem Kurzbesuch als Firmpate für seinen Neffen Thomas in die Ottheinrichstadt gekommen war, wird er auf seiner großen Tour als Gast von Stadtpfarrer Herbert Kohler vom kommenden Samstag an mit Pfingstmontag gleich in sechs Gottesdiensten in fünf Neuburger Kirchen predigen und für seine bettelarmen Schützlinge sammeln dürfen.

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Im Oktober werden es 20 Jahre sein, dass der vor 25 Jahren von der Erzabtei St. Ottilien dorthin ausgesandte Missions-Benediktiner im Zululand die mittlerweile größte katholische Hilfsorganisation Südafrikas gegründet hat: die „Brotherhood of Blessed Gérard“ (Bruderschaft des Seligen Gerhard). Sie firmiert gleichzeitig als die südafrikanische Malteser-Vereinigung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Bruderschaft unter der Präsidentschaft des Ordensmannes Lagleder in der weltweiten Aids-Hochburg Mandeni mit Millionenaufwand ein riesiges Care Centre (Hilfszentrum) aufgebaut. Klar, dass sie gerade im Jubiläumsjahr dort weitere bemerkenswerte Projekte verwirklichen will. Und dazu sowie zur Absicherung des gesamten Zentrums braucht der Pater, wie er unserer Zeitung eingehend auseinandersetzte, aufs Neue umfangreiche Spendengelder.

Da die Arbeit seiner südafrikanischen Malteser mittlerweile bestens organisiert sei, so Pater Gerhard, und völlig von heimischen Kräften, 76 hauptamtlichen und über 1000 ehrenamtlichen aktiven Helfern und Helferinnen, getragen werde, könne er sich ganz auf Leitungsaufgaben, Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung konzentrieren.

Wenn er auf Unterstützung aus Neuburg besonders bauen könne, hänge dies damit zusammen, dass hier seine Geschwister (Bruder und Schwester) leben und sich der Sitz des deutschen Fördervereins der Bruderschaft befindet, der von seinem Bruder Johannes Lagleder als Vorsitzender mit viel Engagement dirigiert wird. Eine Art Keimzelle war dabei das Descartes-Gymnasium, wo sein Bruder Johannes Lagleder als Oberstudienrat wirkt.

Vorträge am Gymnasium

Pater Gerhard wird am Montag, 2. Juli – am Tag seines 57. Geburtstags – und am Dienstag, 3. Juli – dem 30. Jahrestag seiner Primiz – eigens zu Vorträgen in das Gymnasium kommen. Zu den vielfältigen kostenlosen Angeboten des Zentrums in Mandeni gehören bislang unter anderem ein Hospiz mit einem erfolgreichen Spezial-Behandlungsprogramm gegen Aids, ein Hilfsfonds für arme Kranke, eine Kinderklinik für unterernährte Kleinkinder, ein Kinderheim, ein Kindergarten und ein Stipendienfonds für die Ausbildung begabter Buben und Mädchen.

Erweiterung von Kinderheim und Kindergarten

Zu den für heuer geplanten Maßnahmen zählen Erweiterungen des Kinderheimes und Kindergartens, die Errichtung eines Fußball- beziehungsweise Bolzplatzes und der Austausch dreier kaum noch einsetzbarer alter Fahrzeuge: des Minibusses vom Kinderheim, eines Krankenwagens und des älteren Hauspflege-Fahrzeugs, das in erster Linie für die Hausbesuche der Aids-Therapieberater eingesetzt wird.

Erste Gedanken zielen in die Richtung, die Pfarrhalle unter der nicht mehr als Gotteshaus benötigten Antonius-Kirche zur Verwendung als Lehrsaal des Hospiz zu erwerben oder anzumieten, nachdem der bisherige für die Erweiterung der Aids-Behandlung dringend benötigt wird.

Provinzregierung zahlt künftig die Medikamente

Als erfreulich sieht es der Erfolgs-Missionar, dass das Gesundheitsministerium der Provinz KwaZulu-Natal nach über zwölfmonatigen zähen Verhandlungen nun doch einen Vertrag mit der südafrikanischen Bischofskonferenz unterschrieben habe, wonach die Provinzregierung in Zukunft die Medikamente und Laboruntersuchungen für die mittlerweile über 500 Patienten im Aids-Behandlungsprogramm der Bruderschaft übernehmen wird. „Das deckt aber natürlich nicht alle Kosten“, informiert der 56-Jährige, weshalb die Bruderschaft auch weiterhin auf einen Zuschuss der Bischofskonferenz und nicht unerhebliche Eigenmittel (Spenden) angewiesen sein werde, um dieses Herzstück der Arbeit erfolgreich weiterführen und künftig erweitern zu können.

Info Außer bei den Sammlungen jetzt in den Gottesdiensten gibt es jederzeit die Möglichkeit, Spenden auf das Konto 12021 der Bruderschaft des Seligen Gerhard bei der Sparkasse Neuburg-Rain (Bankleitzahl 721 520 70) zu überweisen. Spendenquittungen werden ausgestellt.

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