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Burgheim

29.11.2017

Alles im Fluss in Burgheim

Das Gewerbegebiet „Nordpark 2“ nördlich der B 16 wird es aktuell nicht geben. Das Areal liegt im Überschwemmungsgebiet zur Kleinen Paar.
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Das Gewerbegebiet „Nordpark 2“ nördlich der B 16 wird es aktuell nicht geben. Das Areal liegt im Überschwemmungsgebiet zur Kleinen Paar.
Bild: Peter Maier

In das Bahnhofsgebäude kommen nächstes Jahr Wohnungen für Flüchtlinge und der Leitenbach wird ausgebaggert. Was sonst noch in der Gemeinde plant ist.

Es gab durchaus noch einige freie Plätze bei der Burgheimer Bürgerversammlung im Gasthaus Brucklachner. Die wissensdurstigen Burgheimer allerdings bereuten ihr Kommen keinesfalls. Bürgermeister Michael Böhm informierte die Besucher in rund zwei Stunden über abgeschlossene und anstehende Maßnahmen in der Gemeinde.

Baugebiete Der Bauboom ist auch in Burgheim spürbar. Bis Mitte November gingen bei der Gemeinde 48 Bauanträge ein, das sind bereits fünf mehr als im Jahr 2016. Die Marktgemeinde reagierte mit zwei neuen Baugebieten: In Burgheim „Am Vohbach“ gibt es 38 neue Bauplätze und in Straß an der „Schlossbreite“ entstehen 30 neue Parzellen. Dabei geht die Gemeinde neue Wege mit der Geothermie. Probebohrungen „Am Vohbach“ ergaben in 80 Metern Tiefe eine Temperatur von zwölf Grad. Die Voraussetzungen für ein „kaltes Nahwärmenetz“ mit Sondenfeld und einer Ringleitung, an die die neuen Häuser angeschlossen werden, sind also gegeben. In Straß wurde außerdem die Städtebauförderungsmaßnahme am Kirchenvorplatz abgeschlossen, abgerechnet und eingeweiht.

Kanal Die Sanierung des Kanalnetzes wird alle Burgheimer über die kommenden zehn Jahre belasten, was „nicht vergnügungssteuerpflichtig“ ist, wie Michael Böhm sagte. Ziel ist es, alle Ortsteile an die vollbiologische Kläranlage in Burgheim anzuschließen. Dies ist notwendig, weil die wasserrechtlichen Genehmigungen für alle sechs Teichkläranlagen nach und nach auslaufen und keine Verlängerung gewährt wird. Nach den Plänen der Gemeinde sollen alle Teichbecken bis 2027 stillgelegt sein. Die Weiterleitung von Oberflächen- und Schmutzwasser nach Burgheim sei die wirtschaftlichste Lösung. Kleinkläranlagen hätten klare Nachteile in der Wartung. Alle Burgheimer müssen Wasser und Abwasser „selber stemmen“. Zuschüsse gewährt der Freistaat lediglich für die Verbindung an eine zentrale Kläranlage. Die Burgheimer Kläranlage ist für 5000 Einwohnergleichwerte ausgelegt, wird aber noch ertüchtigt.

Bahnübergang Lob und Kritik hatte Michael Böhm für Baumaßnahmen der Bahn. Während der Bahnübergang in der Georgistraße eine „Verschlimmbesserung zur Sprungschanze“ statt einer Reparatur sei, sehe er die neue Eisenbahnbrücke in Straß als gewinnbringend. Im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme wurde ein neuer Kanal verlegt. Gerne hätte die Gemeinde die Unterführung noch tiefer und breiter gehabt, doch dies hätte den Gemeindesäckel mit 1,4 Millionen Euro belastet.

Biber Welche Sorgen der Biber der Gemeinde bereitet, zeigte Michael Böhm anhand von Bildern. „Wenn wir einen Bau mit einem Bagger entfernen, ist er am nächsten Tag wieder drin.“ Den Biber auf freier Wildbahn zu erschießen, sieht er nichtsdestotrotz kritisch: Wenn der Schuss nicht 100-prozentig treffe, müsse das Tier qualvoll verenden.

Kindergarten Den Kindergarten in Burgheim besuchen derzeit 69 Kinder, in Straß sind es 49 und in der Kinderkrippe sind 18 Kinder untergebracht. Bis Stand Oktober bedeutet dies Ausgaben von über 638000 Euro. Dabei schießt die Gemeinde rund 270000 Euro zu, was einen Förderanteil pro Kind von 2021 Euro bedeutet.

Schule In die Burgheimer Schule gehen aktuell 225 Schüler. Zum Vergleich: 1972 waren es mit 565 noch mehr als doppelt so viele. Burgheim, Ehekirchen und Rennertshofen haben Kooperationen geschlossen, um die Schulstandorte zu erhalten. Die offene Ganztagsschule wird angeboten. Für seine Schule gibt Burgheim rund 370000 Euro aus.

Finanzen Burgheim weist derzeit einen Schuldenstand von rund 287000 Euro bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 62 Euro aus. Bei den anstehenden Investitionen wird sich dies im nächsten Jahr deutlich ändern.

Bahnhof Das Bahnhofgebäude soll so umgebaut werden, dass sechs Wohnungen entstehen. Dort sollen dann sogenannte „Fehlbeleger“ einziehen, also anerkannte Asylbewerber, die noch in Gemeinschaftsunterkünften leben. Dies fördert der Freistaat.

Ortlfing Die ehemalige Schule in Ortlfing wird saniert. Das Gebäude bekommt unter anderem ein neues Dach.

Renaturierung Im Rahmen des Gewässerentwicklungsplanes weitet die Gemeinde das Projekt Leitenbach aus. Zwischen Illdorf und Burgheim wurden zwei Brücken erneuert. Im Bereich der Donauwörther Straße wird der Bach in diesem Jahr noch ausgebaggert. Nächstes Jahr sollen Retentionsflächen entstehen, die Grundstücke sind bereits gekauft.

Fragender Bürger Aus dem Besucherkreis kam die Frage nach dem aktuellen Stand zum Flutpolder. Michael Böhm sprach hier von Stillstand ohne neue Erkenntnisse, man warte auf das Grundwassermodel mit dem Planer. Philipp Lautner fragte nach der Erweiterung des Gewerbegebiets „Nordpark“ nördlich der B16 und westlich der Bertoldsheimer Straße. Hier sieht Bürgermeister Michael Böhm die Entwicklung der Gemeinde massiv eingeschränkt. Dieses Areal sei Überschwemmungsgebiet für die Kleine Paar. Nördlich der Kleinen Paar grenzt das Gemeindegebiet „Ach“ sowie das Gewerbegebiet südlich der B16 und nördlich davon „Nordpark 1“. Die Gemeinde habe für „Nordpark 2“, das noch weiter nördlich liegt, bereits sieben Hektar Grund erworben, um den Flächennutzungsplan zu ändern. Aktuell sind die Pläne auf Eis gelegt mit der Begründung, dass die Gemeinde an anderen Stellen Gewerbegebiete ausweisen könne. Michael Böhm sieht das nur sehr theoretisch, denn die B16 wäre ideal.

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