Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. An Heiligabend öffnet sich kein Türchen in Neuburg

Neuburg an der Donau

16.11.2017

An Heiligabend öffnet sich kein Türchen in Neuburg

An Weihnachten bleiben die Supermärkte, Bäcker- und Metzgereien in Neuburg geschlossen.
Bild: picture alliance / Uli Deck/dpa

Die Supermärkte in Neuburg folgen dem überregionalen Trend und bleiben am 24. Dezember geschlossen. Grund sind die Mitarbeiter – und der erwartet zu geringe Umsatz.

Weihnachten ist das Fest der Wünsche. Wenn sich Marktleiter Pasahan Yalcin von der Marktkauffiliale an der Ingolstädter Straße etwas wünschen würde, dann, dass die Läden an Heiligabend, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, geschlossen blieben. „Dann könnten sich alle ganz in Ruhe auf Weihnachten vorbereiten“, sagt er. Doch ganz so einfach ist das nicht. Der Einzelhandel ist kein Wunschkonzert, in ihm regieren nackte Zahlen. Im Klartext: Wenn andere Supermärkte in Neuburg aufmachen, muss auch Yalcin seinen Laden aufmachen. „Gezwungenermaßen“, wie er sagt.

Aldi, Lidl und Penny haben es vorgemacht und bereits frühzeitig angekündigt, am 24. Dezember bundesweit ihre Discounter nicht zu öffnen. Nach dem Ladenöffnungsgesetz dürften sie – als Geschäfte, die überwiegend Genuss- und Lebensmittel verkaufen – auch an einem Heiligabend, der auf einen Sonntag fällt, von 10 bis 14 Uhr öffnen. Aldi begründet seine Entscheidung dagegen in einer offiziellen Pressemitteilung so: „Am Heiligabend denken wir vor allem an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach einer langen, intensiven Woche in Ruhe das Weihnachtsfest begehen sollen.”

Die Marktleiter der Neuburger Supermärkte sehen es ähnlich. Julian El-Mustapha, Edeka-Filialleiter, sagt: „Weil Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, haben wir endlich die Chance, den Tag ganz entspannt zu genießen.“ Umsatzeinbußen erwartet er nicht, da die Supermärkte an Sonntagen sowieso nicht geöffnet hätten. Michael Schulz, Marktleiter des E-Centers am Südpark, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wegen drei Stunden den Laden öffnen rentiert sich sowieso nicht.“ Davor müsse eine Stunde vorbereitet, danach eine Stunde aufgeräumt werden, rechnet er vor, das hätte sich erst gelohnt, wenn an Heiligabend für fünf Stunden oder länger hätte geöffnet werden können.

Und überhaupt: Schulz arbeite seit 20 Jahren im Handel und es sei das erste Weihnachten, an dem er drei Tage hintereinander frei hätte – das sei einmalig und sollte im Sinne der Mitarbeiter auch so bleiben. Für Stefan Guggenmos vom gleichnamigen Rewe-Markt an der Nördlichen Grünauer Straße ist der Fall ebenfalls klar: „Unser Geschäft bleibt geschlossen“, sagt er.

Das sind erfreuliche Nachrichten für Pasahan Yalcin: Da keiner der Konkurrenten seinen Supermarkt öffnet, kann auch er sich an Heiligabend zurücklehnen und den freien Tag entspannt genießen. „Wenn das so ist, lasse auch ich meinen Laden zu“, sagt er. Damit ging sein Wunsch in Erfüllung. Da sage noch einer, es gebe kein Christkind.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren