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Arbeitswelt
13.03.2020

Frauen im Minus

Männer verdienen in Ingolstadt im Monat fast doppelt so viel wie Frauen. Das hat vor allem einen Grund

In diesem Jahr ist es der 17. März, der kommende Dienstag. Jener Tag, der im Fachjargon Equal Pay Day heißt und bis zu dem Frauen – rein statistisch gesehen – in Deutschland in diesem Jahr umsonst arbeiten. Denn der sogenannte Gender Pay Gap – die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen – beträgt hierzulande 21 Prozent. Doch regional zeigen sich große Unterschiede. Nach Auskunft der Ingolstädter Gleichstellungsbeauftragten Barbara Deimel ist die Lücke in Ingolstadt besonders groß und liegt bei 41 Prozent. In Geld gerechnet bedeutet das: Männer haben 2000 Euro brutto mehr pro Monat auf dem Gehaltszettel stehen als Frauen. Die Zahlen stammen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

Der große Gehaltsunterschied in der Region hat mehrere Gründe: Frauen arbeiten öfter in Teilzeit, zudem sind sie vor allem im Dienstleistungsunternehmen oder in sozialen Firmen tätig. Dies gilt zwar für ganz Deutschland, doch hier in der Region kommt noch ein spezieller Aspekt hinzu. „Vor allem in Regionen mit spezialisierter Branchenstruktur, die stark von der Kraftfahrzeugbranche und von Großbetrieben geprägt ist, zeichnet sich durch den hohen Beschäftigungsanteil der Männer der Verdienstunterschied besonders hoch ab“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt. Denn gerade im gewerblichen Bereich sind die Gehälter besonders gut.

Diese Zahlen finden Barbara Deimel, Ira Schmalbrock, Leiterin von Pro Beschäftigung, Maike Weiland, Leiterin der Wirtschaftsförderung Ingolstadt, Professorin Katherine Roegner und Astrid von Perponcher vom Unternehmerinnenforum alarmierend. Jetzt ergreifen sie unter dem Motto „Money, Money, Money – Frauen verdienen mehr!“ die Initiative. Sie wollen nicht nur Defizite aufzeigen, sondern auch zur Entwicklung von Strategien für mehr Lohngerechtigkeit anregen. Dafür haben sie eine Veranstaltungsreihe geplant. Den Auftakt sollte die Aktion „Rote Taschen“ am Dienstag machen, doch wegen des Corona-Virus wurde diese Veranstaltung abgesagt. Weitere Veranstaltungen sind über das Jahr verteilt geplant.

Mit der Initiative wollen die fünf Expertinnen deutlich machen, dass die Verdienstmöglichkeiten für Frauen in Ingolstadt verbessert werden müssen. Vor allem wollen sie Einkommensbarrieren für Frauen aufdecken und Entwicklungen anstoßen, die den gewaltigen Gender Pay Gap in Ingolstadt künftig reduzieren sollen. (nr)

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