09.09.2016

Auf 12 Halbe ins MKK

Künstler Martin Wöhrl und Museumsdirektorin Simone Schimpf vor den „Willybechern“ im MKK.
Bild: Elke Böcker

Reinheitsgebot Wie ein Künstler aus der Weltstadt des Bieres den Gerstensaft sieht

Ingolstadt Im MKK, dem Ingolstädter Museum für Konkrete Kunst gibt’s derzeit „12 Halbe“. Nein, nicht gratis zu trinken, sondern im Großformat an der Wand zu bestaunen.

„12 Halbe“ ist nämlich der Titel der aktuellen Ausstellung des Münchner Künstlers Martin Wöhrl. Selbige wurde während der Nacht der Museen und natürlich in Bezug auf die Feierlichkeiten rund um das 500-jährige Jubiläum des Reinheitsgebotes eröffnet. Im Gespräch mit Museumsdirektorin Simone Schimpf führte der Künstler in seine eigens für Ingolstadt entwickelte Wandinstallation ein.

Die „12 Halben“ zeigen allesamt den Umriss eines „Willybechers“. Das ist eine sehr spezifische und gleichzeitig reduzierte Glasform, die wohl jeder schon einmal in der Hand gehalten hat.

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Entstanden sind die „Halben“ aus gebrauchten Türblättern, also aus Fundstücken, wie sie oftmals vom Künstler so gern verwendet werden. „Man läuft mit offenen Augen durch die Welt und entdeckt immer wieder kleine Sachen,“ sagt der Künstler, der derzeit an einer Serie von Holzreliefs arbeitet. Hier lieferte die Sternform einer alten Haustür – ebenfalls aus Ingolstadt – Inspiration für eine Serie.

Martin Wöhrl arbeitet gerne mit gebrauchtem Material, das er transformiert, wie die ausgestellten Fässer aus altem Pressspan zeigen. Experimentierfreudig setzt er sich mit einer Idee auseinander, versucht Material und Prozess – wie bei gutem Handwerk – genau zu verstehen. Die Ergebnisse sind ganz konkret: sichtbar, greifbar und verständlich und weisen doch weit darüber hinaus. Dem Betrachter bereiten sie Vergnügen, verleihen sie doch humorvolle Flügel. Wer jetzt aber doch Lust auf wenigstens eine „Halbe“ hat, dem sei das in der Ausstellung angebotene Bier empfohlen. Martin Wöhrl hat mit dem Ingolstädter Schwalben-Bräu und dem Grafiker Thomas Mayfried eine limitierte Flaschenedition gestaltet, die für drei Euro im Museumsshop erworben werden kann. Auch das Begleitprogramm mit Veranstaltungen in Kooperation mit Slow Food Ingolstadt und dem Biersommelier Christoph Pinzl ist verlockend, so zum Beispiel das Bierseminar am 29. September.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung dauert bis zum 9. Oktober. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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