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Neuburg-Sehensand

12.05.2015

B16: Nicht durch den Sehensander Forst

Ewald Schurer ließ sich an der Bahnunterführung in Sehensand in den geplanten Trassenverlauf der B16 einweisen.
Bild: Manfred Dittenhofer

Bürgerinitiative wehrt sich gegen Baupläne zur B16-Trasse – und scheint einen Unterstützer gefunden zu haben.

Eine Bundesstraße zwischen Sehensand und Ballersdorf? Das ist nicht nur für die Einwohner der beiden Dörfer unvorstellbar. Doch dorthin soll die Trasse, die sich bisher über den Burgwaldberg vorbei an Kreut schlängelt, verlegt werden – geht es nach den Planungen des staatlichen Bauamtes. Aber damit will sich die „Bürgerinitiative gegen den Neubau der B16 im Bereich von Sehensand und Ballersdorf“ nicht zufriedengeben. Bevor im Bundesverkehrsplan Fakten geschaffen werden, sollen alle Möglichkeiten überprüft und durchgerechnet werden. Nun trafen sich Vertreter der BI mit lokalen SPD-Politikern und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer.

Der MdB aus Ebersberg, der auch Vorsitzender der Oberbayern-SPD ist, interessierte sich vor allem für mögliche Alternativen im Trassenverlauf. Schurer hatte ein Antwortschreiben des Straßenbauamtes auf eine Anfrage seiner Bundestagskollegin Rita Hagl-Kehl mit nach Sehensand gebracht. Daraus zitierte er, dass die Steigung am Burgwaldberg sowohl Hindernis als auch Unfallschwerpunkt sei. Außerdem sei der Ausbau über den Berg zu teuer. Schurer wunderte sich, dass das Wasserschutzgebiet, das die geplante Trasse im Sehensander Forst durchschneidet, in dem Schreiben nicht erwähnt wird: „Planungen durch Wasserschutzgebiete gehen ja gar nicht, selbst wenn die Bauämter denken, sie haben durch ihre technischen Möglichkeiten alles im Griff.“

Die BI favorisiert den Ausbau der bestehenden Straßenführung über den Burgwaldberg. Und ärgert sich, wie Sprecher Hugo Müller betonte, dass diese Variante nicht einmal in Erwägung gezogen werde. Viele Möglichkeiten gibt es für eine Neuverlegung der B16 nicht, wie auch Schurer anhand der Karte feststellen musste. Hatte man während der Planung der Ortsumgehung von Oberhausen noch die bahnparallele Trasse favorisiert, sei diese nun mit dem FFH-Gebiet rund um Kreut nicht mehr durchführbar. Damals hätte sogar der Bund Naturschutz der Straße entlang des Bahndamms zugestimmt, wie Kreisvorsitzender Günter Krell berichtete. Damals habe man fehlgeplant. Wobei die Sehensander auch die Straßenführung entlang der Bahnlinie nicht vor der Haustüre haben wollen. Die Belastung sei bereits durch den nahegelegenen Flugplatz enorm.

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Die BI lehnt die Trasse durch den Sehendsander Forst vehement ab. Sie sieht in dem Waldstück ein unwiederbringliches Stück Natur mit enormem Naherholungswert. Direkt darunter liegt die Wasserversorgung für große Teile Neuburgs. Südlich von Oberhausen stellt ein unterirdisches Tanklager zudem ein Hindernis dar. Außerdem erwarten die Sehensander Probleme durch den nahegelegenen Fliegerhorst. Direkt über der Bundesstraße startende und landende Maschinen könnten zu einer Ablenkung der Verkehrsteilnehmer beitragen.

Um die vorhandene Straße über den Burgwaldberg zu ertüchtigen, seien Teilaufgaben bereits erledigt worden. So habe der Bund bei der letzten Sanierung der Bundesstraße in Vorbereitung auf eine dritte Spur Wald gerodet und den Untergrund entsprechend vorbereitet. Die dritte Spur könne also kostengünstig hergestellt werden, so BI-Sprecher Gerhard Janocha. Der Parkplatz auf der Westseite des Burgwaldberges müsste entweder verlegt oder aber für Lastwagen gesperrt werden. Der rasant zunehmende Schwerlastverkehr ist für Thomas Wöhr aus Sehensand Ursache Nummer eins für die Verkehrsproblematik auf der B16. „Wir stehen nur hier, weil sich die Politik einfach nicht zu einer Ausnahmeregelung für die Lkw-Maut entschließen kann. Würde für die B16 Lkw-Maut erhoben, hätten wir diese Zunahme nicht.“

Schurer will noch vor Pfingsten an den Verkehrsminister schreiben und noch einmal die Argumente gegen eine B16 durch den Sehensander Forst zusammenfassen.

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