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Hütting

20.01.2021

Baugebiet in Hütting trifft auf Landwirt, der erweitert: Ist das vereinbar?

In Hütting kollidieren die Pläne für ein neues Baugebiet mit den Plänen eines Landwirts, der erweitern möchte.
Foto: Michael Geyer (Archiv)

Plus Im Rennertshofer Ortsteil Hütting soll ein Baugebiet entstehen. Direkt gegenüber will ein Landwirt erweitern. Ist das vereinbar?

Im Rennertshofer Ortsteil Hütting treffen gerade zwei Chancen aufeinander, scheinen sich aber gegenseitig auszuschließen. Zum einen will ein Hüttinger Landwirt seinen Hof am östlichen Ortsrand südlich der Staatsstraße 2047 erweitern. Direkt gegenüber hätte die Gemeinde die langersehnte Möglichkeit, Bauland vor allem für Einheimische zu schaffen. Beide Vorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft schließen sich aus. Die Gemeinde ringt um einen Kompromiss.

Hütting: Neues Baugebiet trifft auf Landwirtschaft

Bereits zwei Mal war der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Rabenfels“ in Hütting Thema im Gemeinderat. Zweimal setzten die Freien Wähler zusammen mit den Räten der SPD und OPR eine Vertagung des Themas durch. Und auch am Dienstagabend wurde das Thema im Gemeinderat noch einmal zurückgestellt.

Nachdem der Landwirt bereits ein Gutachten vorliegen hat, hat auch die Gemeinde ein solches in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll nun abgewartet werden. Bürgermeister Georg Hirschbeck allerdings gab zu bedenken, dass dieses Vorgehen die weiteren Planungen auch für den Landwirt verzögern könnte. Außerdem befürchtet er, dass die Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Denn das Landratsamt, das über die Bauvoranfrage des Landwirtes zu entscheiden hat, bat die Marktgemeinde um Gründe für eine Aufschiebung der Genehmigung. Erhält der Landwirt aber die Genehmigung, sind die Bauplätze in Hütting an dieser Stelle Historie.

Baugebiet in Hütting: Ärger über Vorgehen des Landwirts

Hirschbeck war der Ärger über das Vorgehen des Landwirts deutlich anzumerken, hatte man doch in der Gemeinderatssitzung vor Weihnachten abgesprochen, dass dieser zusammen mit der Gemeinde ein gemeinsames Gutachten erstellen lässt. Nun wolle der Landwirt aber noch nicht einmal Betriebsdaten preisgeben, die dem Gemeindegutachten nun fehlen würden, so Hirschbeck. „Ich sehe den Antragssteller immer nur bei den Sitzungen als Zuschauer, den Einladungen ins Rathaus aber ist er bisher nicht gefolgt.“

Auch dem Vorhaben, ein gemeinsames Gutachten erstellen zu lassen, sei er nicht gefolgt. Mit dem Aufstellungsbeschluss erleide der Landwirt keinerlei Nachteile, so der Bürgermeister. Denn die konkrete Planung und die Entscheidung, wie viele Bauplätze und ob dort überhaupt welche entstehen, falle erst während der weiteren Planungsarbeit. Die Räte der Freien Wähler, OPR und SPD konnte der Rathauschef nicht überzeugen. Sie befürchten, dass die Planung des Landwirtes eingeschränkt werden könnte. Schließlich soll dort ein Hof an die nächste Generation gehen und dafür brauche es Expansion. Alle im Gemeinderat waren sich einig, dass beide Vorhaben, die Hoferweiterung und auch die Bauplätze, nebeneinander verwirklicht werden sollen.

In Hütting will man an einem Kompromiss arbeiten

Über den Weg dorthin entspann sich am Dienstag Abend ein Wortgefecht. Auf der einen Seite die Bedenken, dass das Landratsamt die Bauvoranfrage des Landwirtes doch genehmigt und die Gemeinde vor vollendeten Tatsachen stellt. Auf der anderen Seite die Angst, der Landwirt könnte in seinen Zukunftsplanungen eingeschränkt werden.

Da half auch die Argumentation Hirschbecks nicht: „Wir können mit unserer jetzigen Beschlussfassung immer an einem Kompromiss arbeiten. Auf der einen Seite verrückt der Landwirt seine geplanten Neubauten nach Süden. Auf der anderen Seite weisen wir weniger Bauplätze aus und schaffen so mehr Zwischenraum.“ In der coronabedingten Sitzungspause zogen sich die Fraktion der Freien Wähler zur Beratung zurück. Ludwig Bayer stellte anschließend einen Antrag zur Geschäftsordnung, dass keine Entscheidung vor dem geplanten Gutachten fällt. Sein Antrag wurde mit 10 gegen 6 Stimmen angenommen.

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